The Newsroom - Staffel 1

The Newsroom - Staffel 1

Originaltitel: The Newsroom - Die komplette erste Staffel
Genre: Drama
Regie: Aaron Sorkin
Hauptdarsteller: Jeff Daniels • Emily Mortimer
Laufzeit: Ca. 589 Minuten
Label: Warner Home Video
FSK 6

The Newsroom - Staffel 1   19.10.2013 von Benji

Die Nachrichten sind ein hartes Geschäft. Bereits in Deutschland ist ein markanter Unterschied zwischen den öffentlich finanzierten Nachrichten auf ARD und ZDF und den, durch Werbung finanzierten Gegenparts auf N-TV oder N24 zu erkennen. Denn was in Amerika schon zur Tagesordnung gehört, hält auch in unserem Land langsam Einzug: die Fixierung auf Drama und Skandaljournalismus. In The Newsroom versucht die Produzentin MacKenzie McHale das Format der Abendnachrichten zu retten und plant eine Rückkehr zu alten Tugenden. Ein Prozess, der gerade für Fans ernsthafter Serien eine Menge Potenzial hat …

 

Will McAvoy (Jeff Daniels) gehört zu den meist geschätzten Nachrichtenmoderatoren Amerikas. Umso größer war der Schock, als er bei einer Podiumsdiskussion an einem College die Rolle USA in der Welt kritisch sieht. Auf die Frage einer Studentin, was die Vereinigten Staaten zum großartigsten Land der Welt macht, kann sich Will nicht lange um eine klare Antwort herumwinden, bis er letztlich eingestehen muss, dass es genau das nicht ist.

 

Im patriotischen Amerika ist dies eine der schlimmsten Dinge, die eine Person des öffentlichen Rechts sagen kann. In den darauffolgenden Wochen ist der Sturm auf Will stetig gestiegen. So weit, dass sich fast sein gesamtes Team entschieden hat, ihn zu verlassen und zu den Zehn-Uhr-Nachrichten zu gehen. Der Chef der Nachrichtensparte Charlie Skinner (Sam Waterston) nimmt dies zum Anlass, einen harten Schnitt zu machen. Er stellt Wills ehemalige Freundin MacKenzie McHale (Emily Mortimer) als neue Produzentin ein und lässt die Abendnachrichten von ihr massiv umbauen. Als die Werbepartner deswegen abspringen, droht Ärger mit der Senderchefin Leona Lansing (Jane Fonda).

 

Währenddessen entspinnen sich in der Redaktion komplizierte Beziehungsgeflechte. Senior-Producer Jim Harper (John Gallagher Jr.) hat sich in Wills ehemalige Assistentin Maggie (Alison Pill) verliebt, die allerdings in einer Beziehung mit seinem Kollegen Don Keefer (Thomas Sadoski) steckt. Redaktionsassistent Neal (Dev Patel) entdeckt im Netz die neuen Möglichkeiten von Wikileaks.

 

Wenn der amerikanische Sender HBO zuletzt eine neue exklusive Serie in das Programm gebracht hat, dann konnte man fast immer von einem Hit sprechen. Mit The Newsroom gelingt dieses Kunststück erneut. Hinter der Serie steckt Aaron Sorkin, der sich zuletzt in Hollywood mit dem Facebook-Drama The Social Network einen Namen gemacht hat. Sorkins Geheimrezept ist es, aktuelle Themen aus der Realität zu nehmen und sie mit einer spannenden Geschichte zu verbinden. In The Newsroom erarbeitet das Team des fiktiven Nachrichtensender ACN deshalb real existierende Nachrichten. So wird in der ersten Folge die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko thematisiert, welche 2010 die Nachrichtenlandschaft dominiert hat.

 

Bildergalerie von The Newsroom - Staffel 1 (23 Bilder)

Damit wird The Newsroom vor allem eines – glaubwürdig. Garniert mit den Beziehungsgeflechten zwischen den Redakteuren zeigt die Serie eine nachvollziehbare Entwicklung in einer Nachrichtenproduktion. Relativ unüblich für eine große Serienproduktion bezieht Sorkin zudem eine klare politische Stellung. So wird die radikale Tea-Party Bewegung der Republikaner als Feindbild aufgestellt. Mit dem Voranschreiten der Serie verfängt sich Nachrichtenmoderator Will McAvoy zunehmend in einem Kleinkrieg gegen diese und macht sich so zur Zielscheibe der Investoren.

 

Soviel Mut ist selten und lohnt sich dennoch. The Newsroom ist eine überraschend gute Dramaserie um die Schwierigkeiten der amerikanischen Unterhaltungsindustrie und ist ganz nebenbei eine weitere Erfolgsproduktion von HBO.


Das Fazit von: Benji

Benji

Direkt, als ich das erste Mal von The Newsroom gehört habe, war ich neugierig. Zwar stellt die Serie die amerikanische Politik in den Mittelpunkt, doch das kann auch aus europäischer Sicht durchaus interessant sein. Das Beziehungsgeflecht zwischen den Charakteren fungiert hier als gut gemachter Multiplikator und der von HBO bekannte hohe Produktionsaufwand macht die sonst so bierernste Nachrichtenwelt sehr sehenswert. Der ernste Ton, mit dem Sorkins Machwerk in den politischen Alltag einmischt, hat mich allerdings überrascht. Eine derartige klare Positionierung ist man von dieser Art Serien eigentlich nicht gewohnt. Gerade das macht aber vielleicht auch das Geheimnis guter Unterhaltung aus.


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