The Protocol

The Protocol

Originaltitel: Le nouveau protocole
Genre: Action/Thriller
Regie: Thomas Vincent
Hauptdarsteller: Clovis Cornillac, Dominique Reymond
Laufzeit: ca. 93 Minuten
Label: Koch Media
FSK 16

The Protocol  14.06.2010 von xXMaNu3lXx

Zu Beginn des Films „The Protocol“ finden wir uns in einem Teilgebiet Afrikas wieder. In der Mitte des Dorfes haben sich viele Bewohner mit kleineren Kindern und Jugendlichen versammelt. Gespannt und voller Erwartung warten sie auf den heranfahrenden Jeep, der sich dem Dorf nähert. Zwei Wissenschaftler, erkennbar an den weißen Kitteln, steigen aus und tragen zwei Boxen mit der Aufschrift „Laborversuche“ zum Dorfältesten. Ich war gespannt, was in den nächsten Minuten passieren wird, doch im nächsten Augenblick schoss mir in den Kopf, dass die beiden Männer nichts Gutes im Schilde führen werden. Schließlich bekräftige sich mein Gedanke, als jedes der Kinder eine Spritze mit einer unbekannten Substanz beziehungsweise Wirkstoff gespritzt bekam – der zweite Mann scannte Sicherheitsbändchen und befestigte diese an der jeweiligen Testperson. Auch Elend und Angst konnte ich in den ersten Minuten des Films verspüren und war durchaus gespannt, wie es weiterging. Hinter dem Ganzen steckt ein pharmazeutisches Unternehmen, das unter anderem neue Wirkstoffe, die sich noch in der Testphase befinden, bei verschiedenen Personen injizieren.

Bildwechsel – Raoul Kraft ist als Leiter in einem Forstbetrieb tätig. Sein Sohn lebt bei seiner geschiedenen Frau und hat keinen Kontakt mehr zu seinem Vater. Als Raoul allerdings erfährt, dass sein 18-jähriger Sohn bei einem schweren Autounfall ums Leben kam, trifft ihn dies sehr hart. Raoul sieht sich den Tatort mit der Polizei an und weiß im Inneren bereits genau, dass dies kein „normaler“ Unfall gewesen sein kann, da sein Sohn diese Strecke genau kannte und ohne Fremdeinwirkung nie ein solcher Unfall passieren würde. Die Polizei hingegen geht von einem „Routine-Vorfall“ aus und schließt die Ermittlungen schnell ab. Doch Raoul macht sich auf die Suche nach dem wahren Grund, als eine Frau aus Paris ihn anspricht, um ihm nähere Details zur möglichen Ursache zu liefern.

Sein Sohn nahm als Proband an einer Studie eines großen internationalen Pharmakonzerns teil – hier werden die beiden Vorfälle, Afrika und Autounfall, miteinander verbunden. Die häufigste Nebenwirkung, so Diane, ist plötzliche Müdigkeit. Das wurde natürlich auch erklären, wie der Unfall zustande gekommen ist. Zunächst glaubt Raoul der jungen Reporterin und Mitglied einer Bewegung gegen Pharmakonzerne, die menschliche Versuche mit neuen Medikamenten durchführen nicht, allerdings geht er nach reichlicher Überlegung der Sache doch nach.

Die beiden machen sich als Team auf, um die Machenschaften des Konzerns auszuhebeln, um vor allem die Versuche an Menschen zu stoppen. Hintergrund der Geschichte des Ganzen ist auch, dass die Industrie beziehungsweise die Pharmaunternehmen jeden Menschen klar machen wollen, dass man eine Krankheit hat. Denn wenn man genauer darüber nachdenkt, ist durchaus ein funkten Wahrheit dabei. Für jede noch so erdenklich absurde Krankheit kann man ein Medikament dagegen einnehmen, somit wäre im Grunde jeder Mensch krank und abhängig von den Pharmaunternehmen. Zumindest möchte uns der Film hier die Augen öffnen, dass wir nicht für jedes Wehleiden Medikamente schlucken, da viele noch nicht ausgereift sind und ansonsten menschliche Versuche mit zahlreichen Todesfällen, unter anderem in Afrika, in gewisser Weise gerechtfertigt werden. Denn um beispielsweise den reichen Europäern zu helfen, müssen hingegen bei den Tests viele Menschen in den ärmeren Ländern dafür leiden oder sogar sterben! Ob diese wirklich in solchem Ausmaße stattfindet, wie es in „The Protocol“ dargestellt wird, steht auf einem anderen Blatt!

Zum Schluss noch ein paar wesentliche Informationen zum Film. An sich bietet die geschichtliche Grundlage ein recht gutes Fundament für eine spannende Ausführung des Geschehens, doch ein wenig anders musste ich es leider erleben. Einerseits entwickelt sich eine wilde Hetzjagd zwischen dem Pharmakonzern, die angeblich etwas zu verbergen haben und den beiden, Raoul und Diane, die der Sache auf den Grund gehen wollen. Mir fehlten in der gesamten Länge des Films allerdings packende Argumente, warum mich der Film nun an den Stuhl fesseln sollte. Der Film ist etwas aufgesetzt, auch wenn Elemente wie wilde Autobahnverfolgungen, vermeidliche Auftragskiller bzw. Schläger, die auf die beiden angesetzt wurden, einer kleinen Einlage à la Hitman mit Verkleidung und Sicherheitspersonalausweis und viele andere Sachen punkten können.

All dies sind gute Ansätze, keine Frage, doch für meinen Geschmack reichte dies nicht aus, um die Geschichte glaubwürdig zu transportieren und für den Zuschauer packend und fesselt rüberzubringen. Ausschlaggebender Punkt war unter anderem das etwas enttäuschende Ende bzw. die Auflösung, warum die Hetzjagd begonnen hat, hinter was alles das Pharmaunternehmen steckt und warum Raouls Sohn gestorben ist.


Das Fazit von: xXMaNu3lXx

xXMaNu3lXx

The Protocol bietet gute Ansätze und spannende Elemente, die in der Ausführung und Perfektion allerdings noch Überarbeitungsbedarf verspüren. Mich konnte der Film nicht an das Sofa fesseln, auch wenn die grundlegende Idee und Geschichte ein durchaus interessantes Fundament bietet. Des Weiteren war das Ende etwas enttäuschend, da hätte ich mir schon mehr vorgestellt, wenn in der gesamten Filmlänge ein solcher Wind um das Pharmaunternehmen und deren unmenschlichen Versuchen an Probanden gemacht wird. Ich würde diesen Film in die Kategorie „B-Ware“ einsortieren und den Film diejenigen unter den Filmeliebhabern empfehlen, die Lust auf einen etwas anderes Filminhalt haben und nicht zu viele Ansprüche an die Perfektion der Präsentation stellen.




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