The Purge - Anarchy

The Purge - Anarchy

Originaltitel: The Purge - Anarchy
Genre: Action / Thriller
Regie: James DeMonaco
Hauptdarsteller: Frank Grillo • Carmen Ejogo
Laufzeit: DVD (99 Min) • BD (103 Min)
Label: Universal Pictures
FSK 16

The Purge - Anarchy   06.01.2015 von Beef Supreme

Vor etwa anderthalb Jahren landete Regisseur und Drehbuchautor James De Monaco mit The Purge einen beachtlichen Überraschungserfolg. Schon ein Jahr später erschien mit The Purge - Anarchy der obligatorische Nachfolger, der die Idee der Säuberung weiterspannen sollte. Nachdem der erste Teil als kleiner, aber gelungener Home Invasion Thriller angelegt war, sollte sein Nachfolger alles, was im ersten Teil nur andeutungsweise angerissen wurde, weiter ausführen. Machen legale Verbrechen noch immer so viel Spaß?
 
Es ist schon wieder so weit. Die 6. Purge, also Säuberung, steht in den Startlöchern. In den nächsten 12 Stunden sind alle Verbrechen legal. Da lassen sich so einige nicht lumpen und verbringen den nächsten halben Tag damit, so richtig die Sau raus zu lassen. Auch der namenlose Sergeant stellt da keine Ausnahme dar. Ein Sack voll Waffen, ein gepanzerter Mustang, los geht die Party. Dumm für ihn, dass auf dem Weg zu seiner kleinen Gewalttat sein Gewissen einsetzt, als er sieht, wie ein Trupp militärisch Gerüsteter zwei Frauen verschleppen will. Während der grimmige Sergeant aufräumt, schleichen sich Shane und Liz in die Karre vom unachtsam ballernden Sergeant, um sich vor anderen Purgern zu verstecken. Vier tote Soldaten später gibt's dann eine schöne Kennenlernrunde, leider ohne Tee und Häppchen, dafür mit Gebrüll und Schießprügelgefuchtel. Des Sergeants Gewissen hat sich immer noch nicht vom Acker gemacht und deswegen hat er jetzt vier hilflose Zivilisten an der Backe kleben. Jetzt muss sich der gute Mann entscheiden: vier Unbekannte am Leben halten oder Leute umlegen.
 
Verfolgte man im ersten Teil die Säuberung in einer häuslichen Umgebung, offenbart The Purge - Anarchy einen tieferen Einblick in die Nacht, in der alle Verbrechen legal sind. Die Horrorelemente aus dem ersten Teil sind fast komplett über Bord geflogen und machen Platz für satte und schnelle Action in einer Höllennacht inmitten marodierender Horden, die alle nur Blut sehen wollen. The Purge - Anarchy schraubt den Body Count ordentlich nach oben, das Tempo bleibt konstant am Anschlag. Und das macht richtig Laune. Da es keine gute Idee ist, in dieser speziellen Nacht im Freien zu verweilen, verfolgt man das Grüppchen auf ihrer Flucht durch die brennende Nacht und landet dabei an einer Vielzahl unterschiedlicher Schauplätze. Vom Bankenviertel mitsamt aufgeknüpften Bankern über die Kanalisation voller Obdachloser, die einfach nur die Nacht überstehen wollen, bis hin zu einer gemächlichen Purge Party der Superreichen. Die machen sich ihre Bonzenpfoten selbstverständlich nicht draußen schmutzig, sondern kaufen sich ihre Opfer, die sie dann in gesicherter Umgebung gemütlich abschlachten können. So schwingt ganz nebenbei auch noch eine Portion Gesellschaftskritik mit, indem gezeigt wird, wozu Menschen in der Lage sind, wenn sie alles tun dürften was sie wollten. Das regt zwischen all den Schießereien und Morden etwas zum Nachdenken an, sofern man bereit ist, sich darauf einzulassen. Glücklicherweise verzichtet der Film komplett auf eine unnötige Romanze und konzentriert sich aufs Wesentliche, was für die dreckige und bedrohliche Atmosphäre ein echter Gewinn ist.
 

Bildergalerie von The Purge - Anarchy (12 Bilder)

Technisch befinden wir uns durchgängig auf anständigem Triple-A Level. Obwohl der Film mit einem vergleichsweise geringen Budget von circa 9 Millionen Dollar ausgekommen ist, ist das Gezeigte durchgängig auf sehr gutem Niveau. Das Bild ist sauber, ordentlich beleuchet, was in einem Film der hauptsächlich dunkle Szenen zeigt, keine Selbstveständlichkeit ist. Auch die Effekte können sich sehen lassen, zumal man hier hauptsächlich den handgemachten Tod zu Gesicht bekommt. Auf CGI-Effekte wurde weitestgehend verzichtet, was der Optik des Films sehr zugute kommt. Abschließend noch ein paar Worte zum Sound, der ebenso durchweg gelungen ist. Knackige Soundeffekte und ein gelungener, wenn auch zurückhaltender Score runden das Gesamtpaket gelungen ab. Obwohl ich persönlich das englische Original bevorzuge, kann sich die deutsche Synchronisation durchaus hören lassen. 

Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Schön, dass sich die Macher entschieden haben, mehr von der Purge zu zeigen. Obwohl mir der erste Teil gut gefallen hat, halte ich es für die richtige Entscheidung, dass hier eine Stiländerung vorgenommen wurde, denn so lassen sich noch viel mehr kranke Geister in einem Film unter- und umbringen. Neben der gelungenen Action hat es Regisseur DeMonaco nicht verpasst, noch etwas Gesellschaftskritik einzustreuen, ohne es zu übertreiben - was dem Film richtig gut tut. Ich hatte so richtig Spaß mit The Purge - Anarchy und freue mich so richtig auf den nächsten Teil, der für 2015 bestätigt ist. Wenn die Jungs diese qualitative Steigerung noch einmal hinlegen können, steht uns nächstes Jahr ein richtiger Kracher bevor.


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentar verfassen

Schreibe hier einen Kommentar. Du musst einfach alle Felder, die mit einem *-markiert sind, ausfüllen.

Noch 1000 Zeichen übrig

Meine Eingaben merken?

Ich akzeptiere die AGBs


Kommentare[X]

[X] schließen