The Seasoning House

The Seasoning House

Originaltitel: The Seasoning House
Genre: Horror/Thriller
Regie: Paul Hyett
Hauptdarsteller: Rosie Day • Kevin Howarth
Laufzeit: ca. 89 Min.
Label: Capelight Pictures
FSK 18

The Seasoning House   27.09.2013 von Beef Supreme

In den 90ern war auf dem Balkan schon so Einiges los. Ein Jahrzehnt voller Kriege in der Region haben unzählige Todesopfer gefordert. Als ob das an sich nicht schon schlimm genug ist, trieb auch noch anderer Abschaum sein schmutziges Handwerk in der Mädchenhandelsbranche. The Seasoning House erzählt die Geschichte eines Mädchens, das zwar den Krieg überlebte, dafür aber in die Hölle auf Erden eingepfercht wurde.


1996 war kein gutes Jahr für die stumme Angel. Zuerst verschwindet der prügelnde Vater, dann stürmen bewaffnete Milizen das kleine Dörfchen, um so richtig die Sau rauszulassen. Nachdem sie mit ansehen musste, wie ihre Mutter auf offener Straße niedergeschossen wurde, hat die Miliz sie entführt und an den Bordellbesitzer Viktor verscheuert. Da sie aber ein Brandmal auf ihrer Wange hat, war sie für den täglichen Dienst am Mann nicht geeignet und fristet fortan ein Dasein als Sklavin. Das heruntergekommene Haus putzen, den Besitzer und Sklaventreiber Viktor befriedigen und die anderen gefangenen Mädchen voller Drogen pumpen, auf das sie sich bei ihren regelmäßigen brutalen Vergewaltigungen nicht zu sehr wehren.


Angel entdeckte recht schnell, dass sie sich innerhalb der Mauern des Hauses über die Lüftungsschächte bewegen konnte und schlich so ungesehen durch das schäbige Bordell. Eines Tages lernt Angel eine Mitgefangene kennen, die auch der Gebärdensprache mächtig ist. Schnell freunden sie sich an und geben sich gegenseitig in diesem menschengemachten Fegefeuer einigermaßen Halt. Eines Tages jedoch schauen die Milizen, die Angels Dorf zerstört und ihre Mutter getötet haben, vorbei und wollen diskret einen wegstecken. Einer der Männer geht dabei zu weit und tötet Angels Freundin. Angel musste all dies mit ansehen und plötzlich war der Tag der Rache gekommen.


The Seasoning House lässt sich nicht lumpen und legt gleich knüppelhart los. Nachdem der Zuschauer mit einem sehr expliziten Kehlenschnitt auf das Kommende eingestimmt wurde, schnappt sich der Film die Magengrube und drischt permanent drauf ein. Der Film ist wahrlich keine leichte Kost und geizt nicht mit der Darstellung von Demütigung, Schmerz und menschlicher Verachtung, Vergewaltigung live mit inbegriffen. Dabei verursacht der Film einen richtigen Hass auf die Menschheit und man fragt sich, wie jemand zu so etwas Niederträchtigem und Krankem imstande ist. Selten empfand ich mehr Genugtuung, als der erste Drecksack durch Angels Hand wie ein Schwein abgestochen wurde. Mit anderen Worten, der Film weiß, wie er seine Zuschauer mitreißt, und hält die bedrückende Atmosphäre stets dicht. Auch traut er sich, vieles zu zeigen, was andere Filme nicht tun würden. Und durch die sehr realistische Darstellung von roher Gewalt und brutaler Vergewaltigung schafft es The Seasoning House den Zuschauer richtig betroffen ob des Schicksals der Mädchen zu machen.


Geschuldet ist dies der sehr guten Darbietung aller Beteiligten, aber allen voran Angel und ihrer Freundin. Schauspielerisch überzeugt der Film durch die Bank durch entweder verachtenswerte und rücksichtslose Gestalten sowie die glaubwürdige Darstellung von Pein und Hilflosigkeit. Auch inszenatorisch macht der Film vieles richtig, gerade in der ersten Hälfte, in der man, wie Angel, nichts hört und nur durch Bilder die Grausamkeiten der bezahlenden Vergewaltiger wahrnimmt. Obwohl die erste Hälfte des Films recht langsam vonstattengeht, bevor er in der zweiten Hälfte das Tempo anzieht, weist der Streifen keinerlei Längen auf und bleibt durchgängig spannend.

 

Bildergalerie von The Seasoning House (16 Bilder)

Auch das Bild liefert Zucker für die Augen. Klar, gut ausgeleuchtet und dennoch angemessen düster unterstreicht es gut die Stimmung des Films. Der Ton leistet dabei sein Übriges, gerade an den Stellen, an denen man aus der Perspektive von Angel hört und nur der gelungenen Musikuntermalung lauscht. Die Bluteffekte wirken zudem auch sehr überzeugend und zeugen von handwerklichem Können. Auch an Zusatzmaterial wurde nicht gespart. Wenn man möchte, kann man sich den Film mit Audiokommentar anschauen oder sich das interessante Making-of zu Gemüte führen. Daneben finden sich noch ein paar Trailer, um das Paket abzurunden.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Rape’n’Revenge Thriller gibt es wie Sand am Meer. Jedoch sind nur wenige davon richtig gut. The Seasoning House ist einer davon. Und das liegt daran, dass er sich nicht in selbstzweckhaften Over-The-Top-Gewaltorgien ergeht, sondern genau das richtige Maß findet, um nicht übertrieben, sondern glaubhaft zu wirken. Die dargestellten Grausamkeiten wirken nie aufgesetzt, sondern dienen dazu, den Zuschauer emotional zu bewegen und das macht der Film sehr gut. Zu sagen ich wurde gut unterhalten oder hatte meinen Spaß wäre fehl am Platz, denn Spaß macht der Film nicht wirklich. Er ist spannend, interessant, bewegend und schürt den Hass auf solchen seelenlosen Abschaum, die zu so etwas imstande sind.


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