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The Shoot

Publisher: Sony Computer Entertainment
Entwicklerstudio: Sony Computer Entertainment
Genre: Shooter
Sub-Genre: Lightgun-Shooter
Art: Midprice-Titel
Erscheinungsdatum: 29.Oktober 2010
USK 12

The Shoot   28.11.2010 von Der Ohm

Ein eiskalter Wind weht durch die Straßen von Dodge City, mit zusammengekniffenen Augen ziehst du den letzten Rest deiner Zigarette in die Lungen. Du witterst die Gefahr um dich herum. Langsam gleitet deine Hand zu deinem Halfter, die Luft zittert vor Spannung. Mit einem schnellen Ruck ziehst du deinen Motion-Controller und ballerst was das Zeug hält auf die, wie aus dem nichts erscheinenden Banditen. Moment ... mit dem Motion-Controller? Ja, richtig, ihr befindet euch am Set der neuesten Western-Produktion im Filmstudio und wehe ihr trefft die hölzernen Schurken nicht, denn mit dem Regisseur ist nicht zu spaßen. Wovon ich überhaupt rede wollt ihr wissen? Na, lest mal weiter.

Endlich bekommt der PlayStation Move Pistolenaufsatz einen passenden Einsatzbereich. Bei The Shoot handelt es sich nämlich um einen waschechten Lightgun-Shooter, wie man ihn aus der Spielhalle kennt. Wer kennt nicht die Automaten mit eingebautem Maschinengewehr als Controller, mit dem alles niedergeschossen werden kann. Mit diesem Spiel ist nun der erste Genre-Vertreter auf der PlayStation 3 erschienen, mangelte es doch bis jetzt an einer passenden Eingabemethode. Dank der Move-Steuerung ist dieses Problem jetzt aus der Welt geschafft.

In The Shoot übernehmt ihr die Rolle eines Schauspielers der in verschiedenen Kulissen als schießwütiger Held Feinden den Garaus macht. Da ihr am Set nur auf Pappkameraden und Kulissen schießt, hat diese Ballerorgie eine Freigabe ab 12 Jahren erhalten, geschickter Schachzug. Wie auf einem Laufband bewegt sich eure Figur aus der Ich-Perspektive durch das Studio und schießt auf alles, was sich bewegt. Doch Vorsicht, hier und da benutzen die Schurken auch eine hübsche Saloon-Dame als Schutzschild. Wenn Ihr diese nun im Eifer des Gefechtes mit erledigt, wird das dem Regisseur nicht gefallen. Ein paar Unschuldige sollten schon überleben, wie soll der Regisseur euch sonst als Held dastehen lassen. Auf der anderen Seite dürft ihr auch nicht so viele Räuber laufen lassen, das hier ist immerhin ein Western und kein Ringelpiez mit Anfassen. Apropos, die lüsternen, älteren Herren in Ganzkörperunterwäsche, die den Saloon-Damen hinterher hecheln gelten als Bösewichte. Wenn ihr eure Arbeit gut macht und alle Kulissen des Films durchwandert habt, steht der Filmkarriere allerdings nichts mehr im Wege. Um nicht in eine Schublade gesteckt zu werden, dreht ihr danach natürlich kein Western mehr. Die Drehbücher für einen Horrorfilm, einen Science-Fiction Kracher, eine Party im Geisterhaus und ein Unterwasserabenteuer liegen schon auf eurem Tisch. Diese sind allerdings nicht frei wählbar. Um den Film „Der Mob“ zu drehen, müssen alle vorherigen Filme abgedreht sein, was einen zufriedenen Regisseur voraussetzt.

Die einzelnen Stages sind dabei abwechslungsreich gestaltet, neben einer großen Auswahl von Gegnern sind auch die Kulissen selbst zum Zerstören freigegeben. Schießt einfach mal auf die herumstehenden Fässer und schaut, was passiert. Um die Schießereien aufzulockern, sind drei Spezial-Attacken eingebaut worden, die während der normalen Kämpfe gesammelt und in brenzligen Situationen eingesetzt werden können. Wenn ihr euch dann um 360 Grad dreht oder den Controller wie ein Lasso über euren Kopf schwingt, aktiviert ihr die Show-Motion, nicht Eingeweihten eher als Slow Motion bekannt. Nun könnt ihr bis zum Ablauf des Timers in aller Ruhe auf die Feindesmassen zielen und einen nach dem anderen erledigen. Der mächtigste Bonus sprengt hier den ganzen Bildschirm auf einmal leer.

Kein Shooter ohne Zwischengegner, in The Shoot existieren gleich zwei Varianten. Als erstes wären da die hart gepanzerten Gegner, die sich meistens noch von einer Horde kleiner Quälgeister schützen lassen. So stehen dem Spieler zum Beispiel im Science-Fiction Level schnell fliegende Robotergehirne und robuste Kampfroboter im Wege. Die zweite Form des Zwischengegners sind schnelle Shoot-Outs, die besonders im Western-Setting authentisch rüberkommen. Die Musik kündigt es an, alles wird ein wenig langsamer, die eigene Waffe liegt an der Hüfte. Auf Signal wird nun blitzschnell die Waffe nach oben gezogen, und Peng! Eine zweite Chance bekommt man hier nicht, sollte das Gegenüber gewonnen haben, wird der Regisseur keine guten Worte für euch finden. Wenn ihr bis hier hin allerdings überzeugt habt, gehen die Dreharbeiten weiter.

In der oberen rechten Bildschirmecke kann der Spieler jederzeit den Gemütszustand des Regisseurs beobachten. Bei guter Leistung wird er von seinem Klappstuhl springen und Lobeshymnen über euch ausschütten. Falls ihr doch zu viele Kugeln eingefangen habt, oder einfach zu lausig geschossen habt, wird er allerdings meckern wie ein Rohrspatz und die Dreharbeiten abbrechen. Sterben kann die Spielfigur nicht, wir sind ja schließlich nur am Filmset.

Die Move-Steuerung arbeitet äußerst akkurat, eine ordentliche Kalibrierung zu Beginn des Spiels vorausgesetzt. Sollte euch im Spiel auffallen, dass das Fadenkreuz doch nicht dahin zeigt, wo ihr hinzielt, könnt ihr natürlich jederzeit nachkalibrieren. Eine krumme Flinte mindert den Spielspaß doch merklich.

The Shoot kann auch zu zweit gespielt werden, und um familienfreundlich zu bleiben, nur im Coop-Modus. Leider konnte ich aufgrund eines fehlenden zweiten Motion-Controllers nicht zu zweit auf Trophäen und Punktejagd gehen, einzeln habe ich den Controller leider immer noch nicht im Handel gesehen.


Das Fazit von: Der Ohm

Der Ohm

Komm hol das Lasso raus, wir spielen Cowboy und Indianer. The Shoot ist ein schönes Partyspiel und sehr gut geeignet, um mal schnell ein bisschen Frust abzulassen. Leider fehlt es dem Spiel an Tiefgang und Spieldauer. So wird pro Film ca. eine halbe Stunde benötigt, somit ist alles inklusive Pipi-Pause in gut drei Stunden gesehen. Der Zweispieler-Modus motiviert bestimmt sich die Level erneut anzusehen. Was letztendlich bleibt, ist wiedermals ein recht gelungenes Produkt für Gelegenheitsspieler, die ein oder andere Party wird es bestimmt auflockern. Also Zielwasser saufen und los!


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