The Slaughter: Act One

The Slaughter: Act One

Publisher: Brainchild, Owl Cave
Entwicklerstudio: Brainchild
Genre: Adventure
Sub-Genre: Pixel Point & Click
Art: Downloadtitel
Erscheinungsdatum: 28.01.2016

The Slaughter: Act One    16.06.2016 von VanTom

London im Jahr 1880. Der Spieler übernimmt im Point & Click-Adventure The Slaughter die Rolle eines heruntergekommenen Detektivs. Privatschnüffler VanTom hat sich den ersten Akt des Pixel-Abenteuers angesehen und berichtet hier von seinen Ermittlungen in diesem klassischen Adventure.

 

Den ersten Eindruck, welchen der Spieler vom Helden des Spiels erhält, ist zunächst kein Guter. Der arme Mann liegt zusammengekrümmt in der Gasse, über ihm steht ein Riese, welcher nicht den hellsten Eindruck macht. Die Szene wird von einem gutgekleideten, aber kleingewachsenen, Mann beobachtet. Der Spieler merkt schnell, dass es sich um den Chef des Schlägers handelt. Der Held namens Sydney Emerson hat da wohl jemanden mächtig verärgert. Der weitere Verlauf des Gesprächs legt diesen Schluss sehr nahe, da der Riese in regelmäßigen Abständen auf den am Boden liegenden Sydney eintritt. Der Spieler kann auf die Aussagen des kleingewachsenen Mannes, aber auch nichts Entschärfendes antworten, sodass er immer wieder von dem Schläger getreten wird. Plötzlich erscheint eine Person im Hintergrund, welche ein Messer erhoben hat. Da diese Person nur als Schattenumriss erscheint, glauben die tapferen Schurken, dass es sich um den Ripper (Ja, den Ripper) handelt und suchen ihr Heil in der Flucht. Bei der Person, welche aus den Schatten tritt, handelt es sich aber um eine Frau, welche den geschundenen Helden aus der Situation rettet und mit zu sich nachhause nimmt. Hier fällt der Held nach dem anstrengenden Vorspann (die beiden reisen mit einer Kutsche) und einem kurzen Gespräch mit seiner Retterin in einen tiefen Schlaf. Während dieser Unterhaltung hat Sydney erfahren, dass seine Retterin dem ältesten Beruf der Welt nachgeht, der Prostitution. Der Traum in dem der Spieler im Anschluss gleitet, ist in der Tat surreal. So hängt das Bett an der Decke und die Spielfigur fällt nach unten zu Boden (an die Decke?). Dabei sind einige Einrichtungsgegenstände unten befestigt, während andere an der Decke hängen. Am verstörendsten ist jedoch der sprechende Fisch, welcher durch das Zimmer schwimmt. Nach einer gründlichen Untersuchung des Raumes, findet sich eine Möglichkeit aus dem Raum zu entkommen und das erste Kapitel von Akt 1 beginnt.

 

Sydney wird unsanft von der Polizei geweckt, welche Einlass in die Wohnung unserer Retterin erhalten möchte. Da der Detektiv keine Lust auf eine Befragung durch die Polizei hat, macht er sich aus dem Staub und erreicht unbeschadet sein Büro. Hier kann der Spieler feststellen von welcher Art von Aufträgen Sydney so lebt. Es hilft ja alles nicht und so macht sich Sydney nach kurzer Pause auf den Weg zum Park. So will Sydney einen entlaufenden Hund wiederbeschaffen. Dies gelingt auch nach einigem Hin und Her, sodass er sich mit einer improvisierten Leine auf den Rückweg macht. Dabei reißt sich der Hund los und rennt geradewegs in eine Gasse, in welcher in der vergangenen Nacht ein Mord geschehen ist.

 

Schon ab dem ersten Moment merkt der Spieler, dass es sich hier nicht um einen Detektiv à la Sherlock Holmes handelt, sondern eher um einen heruntergekommen Antihelden. Da kann es auch schon mal passieren, dass sich der gute Sydney in einem Pub betrinkt und sich anschließend auf der Straße davor Pub übergibt. Das Spiel kommt dabei mit einem gewissen Sarkasmus daher, zeigt aber die Spielfiguren auch von ihrer menschlichen Seite. So lernen wir teilweise abstruse Gestalten kennen, welche von der gutherzigen Prostituierten bis zu einem kleinwüchsigen Verbrecherboss reichen.

 

Das Spiel selbst wurde zunächst über Kickstarter finanziert und sollte ursprünglich als ein gesamtes Spiel herauskommen. Dieser Ansatz wurde aber fallengelassen, sodass die Akte einzeln erscheinen. Im ersten Akt lernen wir Sydney und seine Lebensumstände kennen. Dabei geschieht auch der Mord, welcher Sydney dazu bringt, sich in die Ermittlungen einzuschalten. Dazwischen wird der Spieler immer wieder in die irreale Traumwelt von Sydney verschlagen. Insgesamt macht die Stadt London in diesem Spiel nicht den Eindruck, dass man hier in der Unterschicht leben möchte. Die Pixelgrafik ist dabei okay, kämpft aber ab und zu mit einigen Grafikfehlern. Die Musik ist nicht aufdringlich und passt zum Spiel. Sydney führt ein Inventar mit sich, welches aber selten sehr voll wird. Die Anzahl der Gegenstände, welche mitgenommen werden können, bleibt dabei eher überschaubar. Die Rätsel an sich, sind nicht so schwer, aber leider manchmal etwas abstrus. So muss Sydney zum Beispiel in einen Obduktionssaal eindringen. Die Person, welche den Raum bewacht, wird mittels einem Regenschirmhut festgesetzt. Kaum vorstellbar, dass dies in der Realität passieren würde. Um aber wirklich ein Comedy-Spiel zu sein, kommt The Slaughter zu ernst daher. So bleibt dem Spieler nichts anderes übrig, als diese Lösung des Rätsels hinzunehmen. Sollte er einmal nicht mehr weiterkommen, so gibt es eine Hilfefunktion, welche über das Inventar erreicht werden kann.

 

Bildergalerie von The Slaughter: Act One (13 Bilder)

Auch ein Minispiel wurde in den ersten Akt integriert. Beim illustren Shove Ha'Penny geht es darum, Penny-Münzen auf einem Spielfeld mit senkrecht abgetrennten Spielbahnen so zu platzieren, dass in jeder Bahn ein Penny zum Liegen kommt. Dazu hat der Spieler fünf Pennys pro Runde. Anschließend ist der Gegner wieder dran. Mit der Maus kann Richtung und Stärke des Penny-Wurfs festlegt werden. Dies kann gerade zu Anfang der kniffelig sein. Der Spieler muss dies aber mindestens einmal gewinnen, damit die Handlung weitergeht. Hier verlässt das Spiel den Rahmen des klassischen Adventures.

 

Bei den Dialogen haben wir meist zunächst drei Dialog-Optionen zur Auswahl, von denen aber die letzte Option meistens Goodbye ist und natürlich das Gespräch beendet. Die Maussteuerung ist genretypisch, sodass der Spieler mit der rechten Maustaste einen Gegenstand betrachten kann, während die linke Maustaste zum Benutzen und Kombinieren verwendet wird. Es gibt dabei aber keine Hilfe um alle interaktiven Elemente anzuzeigen, dafür aber die schon erwähnte Hinweisoption. Um zwischen den jeweiligen Handlungsorten zu reisen, wird eine Stadtkarte von London verwendet. Das Spiel hat alle klassischen Tugenden eines klassischen Adventure-Games. Das Spiel verfügt über keine Sprachausgabe und die Texte liegen nur in englischer Sprache vor. Der erste Akt endet nach etwa vier Stunden.


Das Fazit von: VanTom

VanTom

The Slaughter ist ein klassisches Adventure, welches eine dunkle und erwachsene Geschichte erzählen will. Der erste Akt ist ein interessanter Einstieg und der Spieler wird wissen wollen, wie es mit dem Antihelden Emerson im Lauf der weiteren Handlung weitergehen wird. Das Spiel ist ordentlich umgesetzt, aber die Pixelgrafik wird vielleicht nicht jedem Spieler gefallen, sodass die Demo vor dem Kauf gespielt werden sollten. Toll, dass es so etwas wie eine Demo auch heutzutage noch gibt. Hinzu kommt, dass der Autor Alexander Francois fast sämtliche Aspekte des Spiels selbst umgesetzt hat. Am Minispiel Shove Ha'Penny werden sich vielleicht die Geister scheiden. Klassische Adventure-Spieler könnten die erzwungene Geschicklichkeitseinlage als störend empfinden. Viele der Rätsel und deren Lösung hätten eher in ein Comedy-Spiel, wie Monkey Island gepasst. Ich bin aber jedenfalls gespannt auf den nächsten Akt und wie es mit den Rätseln weitergeht.


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positiv negativ
  • Unverbrauchtes Szenario
  • Interessanter Held der Geschichte
  • Glaubwürdige Charaktere
  • Klassisches Point & Click
  • Shove Ha'Penny
  • Teilweise fragwürdige Rätsel und Lösungen
  • Shove Ha'Penny zwingend um weiterzukommen
  • Keine Sprachausgabe





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