The Void

The Void

Originaltitel: The Void
Genre: Horror
Regie: Jeremy Gillespie • Steven Kostanski
Hauptdarsteller: Aaron Poole
Laufzeit: DVD (87 Min) • BD (91 Min)
Label: Universum Film / Ascot Elite
FSK 16

The Void   18.05.2017 von Beef Supreme

Die Risikofreudigkeit der Labels nimmt gefühlt immer weiter ab, sodass hochwertiger, neuer Content immer seltener wird und die Filmlandschaft immer mehr von Fortsetzungen und bekannten Konzepten dominiert wird. Ein Glück gibt’s da ja noch dieses Crowdfunding von dem alle sprechen. The Void ist ein Beispiel dafür, dass sich auch mit Schwarmfinanzierung etwas erreichen lässt, haben sich die Kreativköpfe Jeremy Gillespie und Steven Kostanski sich ihre Monster über Indiegogo finanzieren lassen. Und, so viel kann ich vorweg nehmen, die sehen richtig schön schrecklich aus. Wenn jetzt noch der Rest des Films taugt…

 

Es hätte so ein ruhiger Abend für Officer Carter werden können, hätte ihn seine Neugier und sein Pflichtbewusstsein nicht zu diesem scheinbar vollgesoffenen Passanten am Waldrand getrieben. Doch ganz aufrechter Bulle schleppt Carter einen scheinbar verletzten und traumatisierten Passanten ins nahegelegene Krankenhaus. Und ab da geht der Abend auch schon steil den Bach runter. Plötzlich schneidet sich Schwester Beverly, die gute Seele des Krankenhauses, die Haut vom Gesicht und versenkt Scheren in fremden Patienten, seltsame Gestalten, die wie Ku-Klux-Klan-Anhänger für Arme aussehen, parken vorm Krankenhaus, 2 irre Typen mit Gewehr und Axt stürmen den Laden und insgesamt scheinen alle irgendwie durchzudrehen. Und als sich Schwester Beverly nach entspannendem Kopfschuss in ein alptraumhaftes Urotsukidōji-Gedächtnis-Tentakelmonster verwandelt, versteht Officer Carter endgültig die Welt nicht mehr. Dabei hilft es auch nicht, dass der Patient, den Carter früher am Abend angeschleppt hat, zusammenhangloses Zeug über Folter, Okkultismus und seltsame Rituale schwafelt nachdem er Dr. Powell, dem einzigen Arzt des Hauses ein zweites Luftloch in Kehlengegend verschafft hat. Aber auch dieser befindet sich nach seinem Ableben schon auf dem Weg der Besserung und jetzt geht die Party erst richtig los…

 

The Void ist wahrlich harter Tobak. Schon die Einstiegsszene, Schuss ins Kreuz einer verängstigten Frau in Kombination mit Verbrennen bei lebendigem Leib, zeigt schon, in welche Richtung sich der Film bewegen wird. Doch was Gillespie und Kostanski hier aus ihren kranken Hirnen auf die Bildschirme zaubern, ist bar jeder Rationalität. Dieser Streifen ist ein anderthalbstündiger Trip durch die Abgründe menschlicher Vorstellungskraft und strotzt nur so vor Wahnsinn, Blut und Gedärm. Schon in den ersten 20 Minuten stolpert der Zuschauer über die erste Ausgeburt der Hölle, aber das ist nichts im Vergleich zu dem, was The Void im weiteren Verlauf zum Besten zu geben gedenkt. Cronenberg oder Hellraiser lassen freundlich grüßen. Wirklich schlauer ist man nach dem Film auch nicht, dafür liefert der Film inhaltlich zu wenig Antworten auf die zehntausend Fragen, die quasi mit jeder Szene aufgeworfen werden, doch die müssen auch gar nicht beantwortet werden. Gerade diese Unerklärlichkeit des Wahnsinns macht viel vom Charme des Films aus, der es ausgezeichnet versteht, diesen Wahnsinn in verstörende Bilder zu kleiden. Zu keiner Zeit sieht man dem Film an, dass es sich um eine Low-Budget Produktion handelt, wofür ich der Effekt-Abteilung größten Respekt zolle. So überzeugend habe ich mich schon lange nicht mehr geekelt und ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, wie dieses Werk ab 16 von der USK durchgewunken wurde. Beklemmende Bilder von surrealen Landschaften wechseln sich mit überbordender Gewaltdarstellung und entstellten Bestien ab, dass man sich fragt, wie man auf so kranken Scheiß kommen kann, im positiven Sinne! Zum Schluss hin macht der Film sogar irgendwie Sinn, auch wenn viele Fragen offen bleiben, was aber auch gewollt und gut ist.

 

Bildergalerie von The Void (9 Bilder)

Wie schon angesprochen, dem Film stand kein allzu großes Budget zur Verfügung, doch was hier draus gemacht wurde, nötigt einem mehr als nur anerkennendes Nicken ab. Der Film wirkt technisch stets professionell und das Bild ist immer klar erkennbar und scharf. Die konsequent handgemachten Effekte und Monster überzeugen zu jeder Zeit und es wird sogar weitestgehend auf Trickserei wie schnelle Schnitte oder Wackelkamera verzichtet. Hier wird noch frontal draufgehalten, wenn die Ausgeburten der Hölle ihr grausames Werk verrichten. Auch der Sound ist nicht nur technisch sehr gut gelungen sondern, dezent eingesetzt, atmosphärisch stimmig eingebettet. 


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Was für Höllenritt! Die Regisseure und Autoren Gillespie und Kostanski fackeln hier ein Feuerwerk des Wahnsinns ab, das heutzutage in der Form kaum noch zu finden ist. Dabei verlassen sie sich aber nicht nur auf den Schockeffekt der gelungen-verstörenden Bilder, sondern schaffen es auch noch, eine dichte und bedrohliche Atmosphäre des Unbekannten zu erzeugen und aufrecht zu erhalten. Fantastische handgemachte Effekte treffen auf Originalität und Wahnsinn. Wer nicht zwingend Wert drauf legt, alles verstehen zu müssen und mit anständigem Horror was anfangen kann, sollte sich The Void auf keinen Fall entgehen lassen! Endlich mal wieder ein Horror-Streifen, der diese Bezeichnung zu Recht trägt!


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Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich bin nicht so begeistert wie mein Kollege Beaf, jedoch muss ich ihm in einigen Punkten Recht geben. The Void ist mega abgefahren und schon fast einzigartig, was die Macher hier abgeliefert haben ist absolut klasse. Die Schauspieler und die komplette Atmosphäre Drumherum ist überzeugend und schafft Bilder, die den Zuschauer auf dem Bildschirm fesseln. Wer Horror mag, der sollte einen Blick drauf werfen, für meinen Geschmack ist der Film allerdings zu fremd und abgedreht. Einmal schauen reicht, aber diese 1 ½ Stunden bereue ich auf keinen Fall.


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