This War Of Mine: The Little Ones

This War Of Mine: The Little Ones

Publisher: Koch Media
Entwicklerstudio: 11 Bit Studios
Genre: Simulation
Sub-Genre: Survival
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 14.11.2014
USK 16

This War Of Mine: The Little Ones   11.05.2016 von Assimilator

Vor kurzem hat Koch Media This War of Mine via Download sowie als Boxed Produkt veröffentlicht. Wir haben uns das Spiel angeschaut und sagen Euch, ob sich die Anschaffung lohnt und können Euch direkt sagen, dass das Spiel etwas ganz Besonderes ist ...
 

Meine Name ist … Eigentlich spielt das gar keine Rolle. Ich habe bereits mein ganzes Leben in dieser Stadt verbracht. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, habe studiert und meine Frau kennengelernt. Zusammen war unser Leben eigentlich nahezu perfekt. Wenn da nicht dieser furchtbare Krieg gekommen wäre. Keiner weiß mehr, wer eigentlich angefangen hat. Genauso wenig wissen wir, wofür die Rebellen kämpfen. Es interessiert uns eigentlich auch nicht. Nur das Resultat ist, was jeder hier Tag für Tag spüren kann. Die Regierungstruppen haben uns umzingelt und die Rebellen versuchen, dieser Belagerung Stand zu halten. Kurz bevor die Armee den Ring um die Stadt geschlossen hat, konnte ich meine Frau überreden, zu fliehen. Ob sie es geschafft hat, das weiß niemand. Ich wollte ihr mit dem nächsten Konvoi folgen, jedoch hat dieser es nicht mehr aus der Stadt hinaus geschafft. Daher bin ich wieder zurück, um mich in einem Haus zu verstecken. Unterwegs traf ich auf Pavel, Marko und Bruno. Bruno ist eigentlich ein bekannter Koch in unserer Stadt, Pavel war Sturmspieler in unserem Fußballverein und Marko war Feuerwehrmann. Heute sind wir Flüchtlinge und versuchen gemeinsam, die Tage zu überstehen. Mit viel Glück können wir alle unsere Familien wiedersehen werden, wenn all dies vorbei ist.
 
Bei Tageslicht ist unsere Hauptaufgabe das Haus in Schuss zu halten. Wir durchsuchen jeden Klumpen Dreck nach verwertbaren Gegenständen. Ein gefundener Dietrich hier kann dort einen Kleiderschrank oder die Tür zum Keller öffnen. Aus Materialien wie Holz, Elektroschrott und ein wenig Metall können wir uns eine Werkbank bauen. Anschließend brauchen wir unbedingt Betten, damit wir uns ausruhen können, da wir im Haus nur einen alten Holzstuhl haben. Die Betten können wir jedoch nur am Tag nutzen, weil wir bei Tageslicht sowieso nicht raus können. Die Gefahr von Heckenschützen oder Dieben ist viel zu groß. Nachts versucht einer von uns, in der Nachbarschaft weitere Kostbarkeiten zu finden während die anderen unser Haus bewachen. Wichtig ist vor allem, dass wir Nahrung finden. Konservendosen sind in diesen Tagen Gold wert, aber im schlimmsten Fall essen wir auch Rattenfleisch. Ab und zu schafft es auch ein einsamer Händler zu uns, sodass wir unsere Kostbarkeiten gegen einige andere Dinge eintauschen können. 
 

Bei einem dieser Geschäfte ertauschen wir uns die Materialien für eine Pistole. Diese geben wir Pavel. Als ehemaliger Fußballspieler kann er am schnellsten von uns rennen, weshalb er nachts auf die Suche nach Materialien geht. Da immer mehr Diebesbanden auf den Straßen ihr Unwesen treiben, braucht Pavel eine Möglichkeit, sich zu schützen. Leider werden die wenigen Ressourcen, die sich in dieser Stadt noch auftreiben lassen, immer knapper. Während wir in der ersten Woche ein paar Kindern noch etwas Nahrung abgeben konnten, haben wir bereits ab Tag 11 nichts mehr für uns. Hinzu kommt, dass Bruno bei einem Angriff von Dieben auf unser Haus schwer verletzt wurde. Er braucht dringend Medizin, jedoch haben wir nicht genug Kräuter, um die Medizin selbst herzustellen. In dieser Not wird Pavel in der 14. Nacht vor die Wahl gestellt, ein älteres Ehepaar zu bestehlen, um Medizin für Bruno und Nahrung für alle zu bekommen oder nicht. Falls er selbst zum Dieb wird, nimmt er diesen älteren Leuten jede Chance, selbst zu überleben. In seiner Verzweiflung beschließt sich Pavel, einige Dinge vom Ehepaar zu stehlen. Dies rettet zwar Bruno das Leben, löst jedoch bei Marko schwere Depressionen aus. Immer wieder fragt er, was uns nun von den gewaltsamen Banden auf der Straße unterscheidet. In der 16. Nacht verschwindet Marko plötzlich und wir finden nur einen Zettel, auf dem er schreibt, dass er nicht mehr mit uns leben kann.
 
Dies ist nur ein Beispiel für die Entwicklung der Handlung im Spiel This War of Mine. Da die Bausteine der Handlung zufallsgeneriert sind, kann sich das Spiel für Euch auch komplett anders entwickeln. So gibt es verschiedene Charaktere, verschiedene dringend benötigte Rohstoffe und so weiter. Kaum ein Versuch das Überleben der Gruppe zu sichern gleicht dem anderen.

Bildergalerie von This War Of Mine: The Little Ones (15 Bilder)

So erhöht sich der Wiederspielwert von This War of Mine enorm. Hinzu kommt eine gewisse Entscheidungsfreiheit was die Beschaffung der Rohstoffe angeht. So kann man das Spiel komplett friedlich spielen und versuchen, die Tage nur mit gefundenen Materialien zu meistern, ohne dabei jemanden zu bestehlen. Im Gegensatz dazu besteht auch die Möglichkeit, alles mit Waffengewalt zu meistern. Wichtig ist hierbei jedoch, dass das Spiel auf einen permanenten Tod setzt. Sollte also ein Charakter aus welchen Gründen auch immer das Zeitliche segnen, ist dies nicht mehr rückgängig zu machen. Auch eine Möglichkeit des Speicherns vermisst der Spieler. Zwar speichert das Spiel zu Beginn eines jeden Tages automatisch, jedoch kann man auf dieses Savegame nur zugreifen, wenn man das Spiel verlässt. Gezielt laden kann man den Speicherstand nicht. Das Setting dieses Anti-Kriegs-Spiels wird perfekt durch die Grafik in Szene gesetzt. Die Grafik ist Schwarz-Weiß gehalten, wobei der Hintergrund in einem “Bleistift-Stil” gezeichnet ist. Hinzu kommt eine ausgezeichnete Musikuntermalung, welche sich trotz der wenigen Tracks sehr gut der jeweiligen Situation anpasst. Gesteuert werden die Charaktere mit der Maus, wobei das Interface sehr spartanisch ausfällt. So ergibt sich ein sehr erdrückendes, fast schon deprimierendes Spiel.
 
Im Unterschied zum Original ist This War Of Mine: The Little Ones eine Version für Next-Gen Konsolen. Hierbei wurde die Grafik entsprechend aufgemöbelt, sodass das Spiel auch hier klasse aussieht. Darüber hinaus ist ein entscheidender Faktor hinzugekommen: Kinder. So ist es jetzt möglich, dass im Spiel Kinder auftauchen, welche den Krieg ganz anders erleben und entsprechend ganz andere Bedürfnisse haben als Erwachsene. Darüber hinaus können Kinder nicht auf Streifzug gehen oder mit Erwachsenen Handeln. Auch bei den jungen  erfährt man die Hintergrundstory auf Informationszetteln, welche Tag um Tag mehr Informationen erzählen. 

Das Fazit von: Assimilator

Assimilator

11 Bit Studios hat mit This War of Mine ein ganz besonderes Spiel abgeliefert. Nicht nur, dass mehr oder weniger Neuland mit dem Thema betreten wurde, das Studio es auch geschafft, dieses Thema wirklich gut umzusetzen. Highlights sind dabei zum Beispiel, wenn es mir gelingt, eine junge Frau vor einem betrunkenen Soldaten zu retten, welcher Gott weiß was mit ihr vor hatte. Auf der andere Seite gibt es aber auch einige kleine Kritikpunkte. So fällt es schwer, nur mit einigen Sprechblasen und ein wenig Text eine Tiefe Beziehung zu meinen Charakteren aufzubauen. Daher interessiere ich mich eher für Pavels großen Rucksack anstatt seiner Person, und trauere auch eher um diesen, als den Charakter selbst, nachdem er aus welchen Gründen auch immer das Zeitliche segnet. Zu sagen, dass das Spiel Spaß macht, erscheint auf Grund der deprimierenden Stimmung und des Settings falsch. Daher sage ich einfach, dass das Spiel jenseits eines Mainstream-AAA Titels definitiv eine Empfehlung für interessierte Spieler ist und vergebe 7/10 Punkte.


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positiv negativ
  • Tolle Grafik
  • Grandiose Hintergrundmusik
  • Gering Systemanforderungen
  • Fairer Preis
  • Sehr gute Inszenierung
  • Extrem hoher Wiederspielwert
  • Geringe emotionale Bindung zu Charakteren
  • Manchmal sehr schwer





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