Time and Eternity

Time and Eternity

Publisher: Flashpoint
Entwicklerstudio: NIS
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Japano-Rollenspiel
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 28.06.2013
USK 16

Time and Eternity   10.08.2013 von Benji

Japanische Spieler haben definitiv eine Vorliebe für verrückte Rollenspiele. Schaut man sich die Veröffentlichungen an, könnte man meinen, diese werden dort am Fließband produziert. Nach Europa und Amerika schaffen es später aber nur ein Bruchteil dieser Werke. Für die Playstation 3 trifft dies nun auch auf Time and Eternity zu, wo Zeitreisende Prinzessinnen auf Ninjas und Drachen treffen ...

 

Es sollte ein glorreicher Tag für das Königreich werden. Die junge Prinzessin Toki heiratete ihren Prinzen und sollte sich anschließend zum ersten Mal den Bewohnern des Königreiches zeigen. Doch soweit kommt es gar nicht erst. Noch während der Trauungszeremonie greift ein Trupp von Ninjas die Hochzeit an und verwundet Tokis Verlobten tödlich. Die zeigt daraufhin eine ganz ungewöhnliche Reaktion und offenbart ihre zweite Persönlichkeit, die sich „Towa“ nennt und mit fiesen Ninja-Angreifern kein Erbarmen hat. Es dauert entsprechend nicht lange, bis die Gefahr gebannt ist und der sterbende Verlobte das nächste verrückte Geheimnis der Prinzessin zu sehen bekommt. Toki kann die Zeit zurückdrehen und plant den Angriff zu verhindern.

 

Ganze sechs Monate reißt sie in die Vergangenheit zurück, um erneut eine Wahrsagerin zu treffen, die diesen Angriff exakt vorhergesagt hat. Der unglückliche Verlobte gerät dabei zusätzlich in den Zeitstrom und landet mit seiner Seele in dem Körper von Tokis Hausdrachen „Drake“. Da der natürlich nicht sprechen kann, erfährt die Prinzessin zunächst erst mal nichts davon und so teilt er seine Gedanken nur mit sich und den Spielern.

 

Time and Eternity ist ein durch und durch verrücktes Japano-Rollenspiel. Die Geschichte gibt sich als Ansammlung von Kuriositäten und der Grafikstil legt bewusst Wert auf ein klassisches Anime-Feeling. In der Hinsicht bringt das Spiel daher Fans japanischer Verrücktheiten viel Spaß. Problematisch wird es allerdings beim Gameplay. Das Kampfsystem gehört mit Abstand zu den schlechtesten, die es in den letzten Jahren der Rollenspiele gegeben hat. Als Spieler hat man die volle Kontrolle über die Fähigkeiten der Prinzessin, die wahlweise mit Gewehr aus der Entfernung und einem Dolch im Nahkampf kämpfen kann. Ausweichen, angreifen und die einzelnen Spezialattacken benötigen jeweils nur einen Knopfdruck bzw. ein leichtes Antippen auf den Analogstick. Doch nach wirklicher Freiheit fühlt sich das Ganze nicht an. Die Positionen der Kämpfer sind stets fest, und wenn man eine Aktion ausführt, dann kann diese nicht unterbrochen werden. Entsprechend resultiert das Kampfsystem anfangs schnell in chaotischem „Buttonmashing“, was zusätzlich nur wenig Spaß bringt.

 

Erst wenn man gezielt versucht Ausweichmanöver und Angriffe zu koordinieren, kommt ein wenig Übersicht rein. Die einzelnen Aktionen der Gegner werden angezeigt und als Spieler ist man recht schnell vorgewarnt. So kann man ohne Probleme für jeden Gegner eine kleine Taktik zusammenschustern, die dann regelmäßig zum Erfolg führt. Anspruchsvoll ist Time and Eternity damit schon mal nicht.

 

Die schizophrene Veranlagung der Prinzessin führt zu einem weiteren Spielelement. Mit jedem Level-Aufstieg sowie durch den Einsatz spezieller Items, wechselt die Persönlichkeit zwischen Toki und Towa. Unterscheiden tun sich die Beiden allerdings so gut wie gar nicht. Toki kann besser mit Gewehren umgehen und Towa etwas besser mit dem Dolch. Die Fähigkeiten und Zauber sind bei beiden fast identisch.

 

Bildergalerie von Time and Eternity (13 Bilder)

Die Welt von Time and Eternity fühlt sich insgesamt relativ leer an. Während man die einzelnen Gebiete über eine Art Spielbrett anwählt, kann man diese dann in einer 3rd-Person Perspektive durchwandern. Dabei werden die Gebiete in 3D dargestellt, während Toki und Drake in schönem 2D glänzen. Andere Menschen oder Gegenstände fehlen in den Gebieten allerdings komplett und so fühlt man sich schnell ziemlich einsam. Stattdessen werden Questgeber in Form kleiner Symbole angezeigt. Ebenso enttäuschend sind im Anschluss die Aufgaben selber, die über ein „sammle X von Y“ oder „töte X Gegner“ nicht hinausgehen.

 

Was bei einem verrückten japanischen Spiel nicht fehlen darf, ist die Dating-Sim. Natürlich haben sowohl Toki wie auch Towa einen eigenen Wert, der die „Liebe“ zum Verlobten ausdrücken soll und sich dann später in unterschiedlichen Enden niederschlägt. Um den Wert anzupassen, muss man nur mit den entsprechenden Frauen spielen und in den Gebieten bestimmte Dialoge freischalten. Am Ende solcher Dialoge befinden sich übrigens auch noch kleine Bilder, die wohl eher als „Fanservice“ betrachtet werden können.


Das Fazit von: Benji

Benji

 

Eine seltsame Geschichte trifft auf langweiliges Gameplay. Wer sich nicht als Vollblut-Fan von verrückten Japan-Spielen sieht, sollte von Time and Eternity wohl lieber die Finger lassen. Denn die Geschichte und der immer wieder nett eingestreute Anime-Stil sind wohl die einzigen Argumente, die wirklich überzeugen können. Das Gameplay liegt irgendwo zwischen langweilig und chaotisch und bringt meistens eher Kopfschmerzen. Die vielen Zufallskämpfe laufen nach dem gleichen Schema ab und der niedrige Schwierigkeitsgrad verhindert so etwas wie Spannung.


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positiv negativ
  • Netter Anime-Stil
  • Abgedrehte Geschichte
  • Sehr viel Fanservice!!!!
  • Langweiliges Gameplay
  • Leere Gebiete ohne Leben





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