Torment: Tides of Numenera (Early Access)

Torment: Tides of Numenera (Early Access)

Publisher: inXile Entertainment
Entwicklerstudio: inXile Entertainment
Genre: Rollenspiel
Sub-Genre: Abenteuer, Strategie
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 26.01.2016

Torment: Tides of Numenera (Early Access)   21.07.2016 von VanTom

Reptilien werfen ihre Haut ab, wenn sie zu klein für das Tier geworden ist. Nun macht eine solche Haut nach dem Abwerfen nicht viel. Anders die Hauptfigur im Early Access Titel Torment: Tides of Numenera. Häutungs-Experte VanTom hat sich das Rollenspiel in der derzeit aktuellen Version 0.1.2 angesehen und teilt hier seine ersten Eindrücke mit...

 

Nun handelt es sich bei dem Hauptcharakter des Spiels nicht um eine Reptilienhaut, sondern um die Hinterlassenschaft eines Gottes. Dieser Gott (Changing God) war einmal ein Mensch und hat nach einem Weg gesucht, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Bei diesem Prozess wird sein Bewusstsein auf ein anderes Wesen übertragen. Somit wechselt er immer wieder die „Gefäße“ seines Geistes und zurück bleiben die bisherigen Träger, welche als Castoffs bezeichnet werden. Diese Wesen sterben nach dem Verlassen des „göttlichen“ Bewusstseins nicht, sondern können ein eigenes Leben führen. Sie sind aber anhand einer Tätowierung zu erkennen. In Torment: Tides of Numenera übernimmt der Spieler die Rolle des neusten Castoffs und will mehr über sich und seinen Schöpfer erfahren.

 

Direkt nach Spielbeginn weiß der Spieler dies aber noch nicht. So legt er zunächst das Geschlecht der Spielfigur fest. Anschließend wacht er aus einer tiefen Schwärze auf und findet sich in einem Körper wieder, den er nicht direkt kennt und mit dem Gefühl, dass er etwas sehr Wichtiges vergessen hat. Er stellt fest, dass er fünf Finger und fünf Zehen hat bei einer leicht gebräunten Haut und starker Muskeln. Dummerweise verflüchtigt sich der Kokon, welcher ihn bisher geschützt hat und er oder sie findet sich im freien Fall wieder. Der Spieler stürzt aus dem All auf einen riesigen Kontinent zu... immer tiefer in Richtung einer Bucht an der sich eine Stadt befindet. In den noch vorhandenen Erinnerungen fühlt er sich von etwas verfolgt, kann sich aber nicht erinnern von wem oder was. Kurz vor dem Aufprall bleibt nur die Frage wer könnte diesen aus einer solchen Höhe überleben. Dann erfolgt der Aufprall...

 

...und der Spieler befindet sich in der Charaktergenerierung. Hier wacht der Castoff in einer dunklen Umgebung wieder auf. Als Spieler finde ich mich in einer unwirklichen Umgebung wieder. Hinter mir kann ich eine Schüssel oder ein Gefäß erkennen. Von der Decke fallen immer wieder leuchtende Tropfen deren Ursprung mir unbekannt sind. Ich stelle fest, dass ich die riesige Schüssel bewegen kann, dafür aber Kraft benötige. Ich drücke die Schüssel also unter den leuchtenden Tropfen und sorge dafür, dass er aufgefangen wird. Dies sorgt dafür, dass meine Umgebung erhellt wird. Ich kann jetzt mehr erkennen. Gleichzeitig höre ich Stimmen, welche wissen wollen, ob ich noch am Leben bin und mir gleichzeitig sagen, dass ich mich auf den Weg nach oben machen soll. Meine nähere Umgebung besteht aus grauen sechseckigen Elementen. Diese Elemente scheinen beweglich zu sein, denn sie bilden einen Weg vor mir, welche mich von der Schüssel weg führt. Ich finde eine leuchtende Kugel, welche mich vor eine weitere Entscheidung stellt. Mir wird beschrieben, dass ich einen kleinen Schwimmer sehe, welcher irgendwie seinem Verhängnis in die Augen sieht. Ich wähle die Geschwindigkeit und greife in die Kugel um den winzigen Schwimmer zu retten. Dies führt dazu, dass sich mein Vorrat an Geschwindigkeit dauerhaft erhöht. Immer wieder werde ich vor neue Situationen gestellt und reagiere darauf. Teilweise erhöhen sich meine Werte darauf, teilweise stellt das Spiel fest, welche Art von Entscheidungen ich treffe. So setze ich meinen Weg immer weiter fort und erreiche einen Spiegel, welcher verschiedene Doppelgänger von mir zeigt. Ich wähle den, welcher sich versteckt bewegt und erhalte damit den Deskriptor Stealthy. Außerdem ist das Spiel der Meinung, dass meine bisherigen Entscheidungen für einen Jack sprechen. Anschließend kann ich dies bestätigen und finde ich mich mit meinem neuen Charakter konfrontiert.

 

Das Regelsystem von Torment: Tides of Numenera unterscheidet sich von dem System aus Pillars of Eternity oder den klassischen Dungeons und Dragons-Titel, wie Baldur's Gate und Icewind Dale. Anders als der geistige Vorgänger Planescape: Torment spielt dieses Torment nicht im D&D-Universum, sondern in der Welt von Numenera. Numenera spielt auf der Erde, aber etwa eine Milliarde Jahre in der Zukunft. Innerhalb dieser langen Zeit wurden Zivilisationen aufgebaut und sind wieder in sich zusammengebrochen. Insgesamt waren es acht Zivilisationen, da das Spiel in der neunten Welt spielt. Überreste von vorangegangenen Zivilisationen lassen sich überall in der Spielwelt finden. Solche Hinterlassenschaften hat sich auch der Changing God bedient um seine Lebenszeitspanne zu verlängern. Technologisch und gesellschaftlich befindet sich die neunte Welt etwa auf dem Stand des Mittelalters. Allerdings wird fortschrittliche Technologie als Magie betrachtet, aber auch genutzt, allerdings oft ohne sie selbst zu verstehen. Dies führt dazu, dass es Schwerter gibt, aber eben auch fortschrittliche Schusswaffen.

 

Insgesamt kann zwischen drei Charakterklassen ausgewählt werden. Da gibt es den Krieger-Typus, welcher als Glaive bezeichnet. Es gibt weiterhin den Nano, welcher als Magier/Technikanwender daherkommt und zu guter Letzt gibt es noch den Jack, welcher einer Art Schurke und Alleskönner darstellt. Durch meine Entscheidungen im Vorfeld, meint das Spiel, dass ein Jack zu meiner Spielweise passt. Wer bin ich, dass ich dem Spiel da widersprechen könnte. Zu jeder Klasse gibt es eine Beschreibung, welche den Charakter näher beschreibt seine Skills verändert. In meinem Fall ist der Deskriptor Stealthy. Weiterhin gibt es die drei Pools Macht (Might), Geschwindigkeit (Speed) und Intellekt (Intellect). Hier gibt es Punkte zu vergeben. Innerhalb der Spielwelt findet der Spieler immer wieder Proben, welche gegen einen dieser drei Pools geht. Bei Proben können wir angeben, wie viel Anstrengung (Effort) wir investieren wollen. Dabei sind ist der Spieler aber auf ein Maximum beschränkt und können auch nur so viel aufbringen, wie noch im Pool vorhanden ist. Wenn nichts mehr da ist, muss die Anstrengung reichen zu der der Charakter noch fähig sind. Nach den Pools gibt es noch einen Edge zu vergeben, welcher einen Bonus auf Proben oder Tätigkeiten des betreffenden Pools darstellt. Ansonsten gibt es noch, die schon erwähnten Skills zu vergeben, welche sich in Erforschungs- und Kampfskills unterteilen. So gibt es beispielsweise den Skill Schnelle Finger (Quick Fingers), bei dem es um die Fähigkeit geht die Finger schnell und geschickt einzusetzen, beispielsweise um eine altertümliche Maschine in Gang zu setzen. Ansonsten finden sich weiterhin noch Fähigkeiten, welche uns Spezialaktionen m Kampf erlauben. Kämpfe heißen im Spiel Krisen (Crisis). Einen Namen kann nicht vergeben werden, der Spieler ist in jedem Fall der Last Castoff. Damit ist die Charaktererstellung zunächst abgeschlossen. Den noch fehlenden Fokus werden wird später im Spiel vergeben.

 

Anschließend komme ich in einer Art von Labyrinth an. Hier werde ich von einem Specter empfangen und ich lerne, dass es sich bei dieser Umgebung um einen Teil meines Verstandes handelt. Unschönerweise wird die Unterhaltung in meinem Kopf von einem Angriff unterbrochen, welches ein fieses Monster auf meinen Verstand ausübt. Es verankert sich in Reflektionen. Ich greife die Reflektionen beherzt an und sorge damit dafür, dass die Kreatur sich zurückzieht. Das Wesen wird als Kummer (Sorrow) bezeichnet. Über das Tidal Portal mache ich mich daran aus dem Labyrinth zurückzukehren und das Bewusstsein in der realen Welt zu erlangen. Ich erwache und bin von zwei Gestalten umringt, welche unsere ersten beiden Begleiter werden. Wir uns aber nach einem Kampf von einem der Beiden verabschieden müssen. Zusammen mit meinem Begleiter betrete ich diese faszinierende Welt.

 

Bildergalerie von Torment: Tides of Numenera (Early Access) (16 Bilder)

Was mich in diesem Early Access-Titel erwartet macht schon einen sehr guten Eindruck. Grafisch wurde sich sehr eng an die Vorlage des geistigen Vorgängers Planescape: Torment gehalten. So gibt es eine 2,5D-Grafik, welche den Eindruck von Höhen und Tiefen vermittelt. Die Grafik sieht schon sehr gut aus und passt zu dem ausgefallenen Szenario. So treffen wir bald in der Stadt Sagus Cliffs ein, in welcher diese Beta spielt. Meine Begleiter und ich finden sehr viele NPC's, welche auch viel zu erzählen haben. Durch diese Vielzahl an Gesprächen erhalte ich sehr viele Hintergrundinformationen und natürlich auch relevante Informationen. Die Quests, welche ich annehmen kann, machen ebenfalls schon einen guten Eindruck und sehr mehr dazu ausgelegt eine Geschichte zu erzählen, als zehn Hasen irgendwo einzusammeln und abzugeben. So werden wir beispielsweise mit Sklaverei konfrontiert und sollen ein entlaufendes Sklavenmädchen suchen. Wir finden das Mädchen auch und schützen das Kind vor einem Mob von Angreifern, welche nur auf das Geld aus ist. Dabei muss es aber nicht zwangsläufig zu einem Kampf kommen. Wir haben eigentlich fast immer andere Möglichkeiten um eine Situation zu entschärfen. Wir können aber auch einfach draufhauen. Insgesamt haben wir in der Beta schon viel zu tun und finden wirklich ausgefallene Aufgaben, welche auch das Gefühl vermitteln, etwas erreicht zu haben. Mein Charakter kann ebenso in eine Mordermittlung verstrickt werden, wie in die Rekrutierung von alten Veteranen für einen Krieg. So erforsche ich nach und nach jeden Winkel der Stadt und suche nach neuen Herausforderungen, verliere aber auch die Hauptquest nicht aus den Augen. So will mein Charakter mehr über die anderen Castoffs und den Changing God erfahren, sowie klären was es mit dem Sorrow auf sich hat.

 

Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab. Angriffe gehen gegen einen der drei Pools. Wenn meine Waffe also Kraft benötigt, so kann ich sehr viel Anstrengung in einen Schlag stecken und damit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ich auch treffe. Dadurch nimmt aber auch mein Pool ab und ich muss somit auch haushalten. An Ausrüstung finde ich das, schon erwähnte, Gemisch aus neuer und alter Technologie.


Das Fazit von: VanTom

VanTom

Da es sich um einen Early Access-Titel handelt verzichte ich auf eine abschließende Bewertung und teile meinen ersten Eindruck mit. Das Spiel hat aus meiner Sicht ein hohes Potential und macht auch schon in dieser frühen Beta-Version sehr viel Spaß. Dabei ist das Spiel aber tatsächlich nicht auf den ständigen Kampf ausgelegt, sondern mehr auf die Erforschung der Welt. Das Spiel will viel Hintergrund und Handlung liefern und damit unterhalten. Wer allerdings Probleme mit Textboxen und viel Text in englischer Sprache hat, sollte sich den Kauf wirklich überlegen. Es handelt sich übrigens um einen über Kickstarter finanzierten Titel. Die Welt und das Szenario sind wirklich interessant und bieten viel Neues. Eine Entwicklung kann zwischen den Versionen auch durchaus bemerkt werden, so sind beispielsweise in der aktuellen Version neue Begleiter und Gebiete dazugekommen. Auch wurde das Userinterface überarbeitet und der Last Castoff hat ein neues Charakterbild erhalten. Es darf aber auch nicht verschwiegen werden, dass es sich um eine Early Access handelt und es teils gravierende Bugs gibt. So kann ein ganzer Bereich der Stadt nicht mehr betreten werden, wenn irgendwo innerhalb der Stadt gerastet wird. Gerade in diesem Bereich befinden sich aber wichtige Ansprechpartner für den Abschluss der Hauptquest. Wenn die positive Entwicklung allerdings so weitergeht, erwartet uns mit Torment: Tides of Numenera aber ein großes Computer-Rollenspiel im Stil der alten Klassiker.


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