Juhuu, endlich gibt´s Trackmania auch für den Nintendo DS! Jetzt dürfen, wie schon bei der PC-Umsetzung, nach Herzenslust Rennen gegen reale und Computer-Gegner gefahren werden. Das Besondere an diesem Spiel: Ihr könnt Euch zusätzlich zu den vorhandenen Stecken mit einem 3D-Editor eigene Wege bauen und befahren. Spielspaß pur?
So oder so ähnlich muss es vor ein paar Monaten in der Spiele-Industrie zugegangen sein:
Angestellter: „Chef, was machen wir denn nur mit der Spiel-Lizenz für Trackmania?“
Chef: „Hmm, ich habe gehört, dass sich Spiele für den DS gut verkaufen“
Angestellter: „Und wer soll das machen?
Chef: „Ich hab da so ne Idee, gehen wir auf Nummer sicher...“
Und so kam es, dass die Spieleschmiede „Firebrand Games“ bereits das fünfte Rennspiel für den DS in diesem Jahr macht. Und man kann sagen: Sie haben einen guten Job gemacht.
In Trackmania DS erwarten Euch drei Einzelspielermodi: Rennen, Plattform und Puzzle. Das Spielprinzip ist dabei recht einfach: Ihr fahrt in der Regel gegen drei Computergegner und müsst versuchen schneller zu sein. Für die ersten drei Plätze bekommt ihr als Belohnung sogenannte „Coppers“, mit denen man sich später neue Strecken, Skins für Eure Fahrzeuge oder Goodies für den 3D-Streckeneditor kaufen kann. Die Steuerung ist dabei (zum Glück) nicht realistisch gehalten, so dass auch mal kleine Fahrfehler verziehen werden. Es geht durch Loopings, Turbofelder und mit gewagten Sprüngen durch verschiedene Umgebungen wie z.B. Wüste, Rallyestrecken und Stadien. Der Umfang der Strecken ist dabei sehr groß, über 100 Kurse stehen zur Verfügung.
Zuerst dürft Ihr mit einem Rennwagen auf die Piste gehen. Im Modus „Rennen“ müsst Ihr Euch durch 5 verschiedene Schwierigkeitsgrade kämpfen und Punkte und Medaillen sammeln. Die Kurse sind dabei meist recht kurz gehalten. In den Anfangslevels kann man Rekorde unter 17 Sekunden aufstellen, später muss man mehrere Runden fahren und mehr Zeit investieren. Angenehm dabei: Mit der Y-Taste kann man den Wagen schnell auf den Startpunkt zurücksetzen, wenn man (mal wieder) den Start oder eine der ersten Kurven vergeigt hat. Die Computergegner werden übrigens als „Geister“ angezeigt, das heißt ihr könnt nicht in Sie hineinfahren und wertvolle Zeit verlieren.
Im zweiten Spielmodus „Plattform“ müsst ihr auf fiesen Strecken „einfach“ nur versuchen, das Ziel zu erreichen. Naja, von wegen einfach. Auf den Strecken tun sich hinter nicht einsehbaren Kuppen auf einmal Löcher in der Straße auf oder ihr müsst Sprungschanzen überwinden, damit ihr nicht abstürzt. Je seltener die Strecke unabsichtlich verlassen wird, desto besser die Platzierung.
Ein Tipp von mir: Spielt diesen Modus nicht, wenn Ihr gerade gefrustet seid oder der Hamster grad Eure Socken angeknabbert hat. Es gibt nix, was einen mehr aufbaut als im letzten Streckenabschnitt in das letzte Loch der Strecke zu fallen und die ganze Chose nochmal zu fahren.
Richtig gut gelungen ist der Modus „Puzzle“, in dem der Streckeneditor mit ins Spiel kommt. Ihr erhaltet einen vorgegebenen Startpunkt und müsst möglichst schnell zum Zielpunkt. Dabei dürft ihr nur die vorgegebenen Streckenteile verwenden. Die Bedienung mit Touchpen funktioniert dabei prima. Man schafft es schnell, eine Strecke zusammen zu klicken, es sieht anfangs schwieriger aus als es ist. Durch die 3-D Perspektive muss man manchmal aber nachbessern, da man sich doch schon mal verschätzt und das Gefährt ins Nirwana springen lässt.
Im zusätzlichen Editor-Modus kann man nach Herzenslust neue Strecken zusammenbasteln und auch mit Kumpels teilen (leider nicht über das Internet). Die Anzahl der verschiedenen Teile, die ihr euch kaufen könnt, ist meiner Meinung nach sinnvoll ausgefallen. Man wird nicht von der Komplexität erschlagen, findet aber immer wieder neue Deko-Ideen für die Einrichtung von neuen Strecken. Schumi bekommt bestimmt feuchte Augen, wenn er das sieht. Wer es gerne verspielt mag, der darf sich seine Strecke mit Statuen, Zeppelinen oder Windmühlen verschönern. Wenn es lieber ein bisschen natürlich zugehen soll, lassen sich „grüne“ Kurse mit verschieden Baumgruppen oder Kakteen erschaffen.
Grafisch bietet das Spiel flüssige 3-D-Kost. Es erwartet euch zwar kein Grafikspektakel, aber wenigstens ruckelt es zu keiner Zeit. Kleines Manko: Ich habe es 2-3x geschafft auf der Strecke an einer Ecke hängenzubleiben oder in den Boden reinzufahren, wenn es mal „offroad“ ging. Hier müsste die Engine nochmal optimiert werden. Der Sound ist rennspieltypisch und unterstreicht die Stimmung sehr gut.
Der Multiplayer-Part bleibt leider auf bis zu vier Leute lokal beschränkt. Wenn andere Mitspieler das Spiel auch besitzen, lassen sich alle verfügbaren Modi spielen. Aber dank Datenübertragung dürfen auch noch nicht ganz vom Kauf überzeugte NDS Besitzer zumindest mal in den Multiplayerpart reinschnuppern. Liebe Entwickler: BITTE, BITTE packt beim nächsten Mal noch einen richtigen Online-Modus mit rein, ich schick euch dann auch ein paar Weihnachtskekse, ja?
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