Was lange währt, wird endlich gut, das dachten sich wohl die Entwickler von Trackmania. Schon seit Jahren erfreut sich der Titel für den Computer und DS großer Beliebtheit. Das Spiel ist sogar als Disziplin bei den „World Cyber Games“, der Weltmeisterschaft für Computerspieler, gesetzt. Doch endlich, muss man schon sagen, schafft es der arcadelastige Spaßracer auch auf die Wii-Konsole. Wir haben für euch den Titel natürlich ausführlich unter die Lupe genommen und stellen euch seine Stärken und Schwächen ausführlich vor.
Streckeneditor der Extraklasse
Prinzipiell habt ihr sechs verschiedene Modi zur Auswahl: Rennen, Plattform, Puzzle, schnelles Rennen, Crazy-Modus und ein frei erstellbares Rennen. Wobei hier Rennen vielleicht etwas hoch gegriffen ist, in Trackmania tretet ihr nämlich nur gegen die Uhr an, keine anderen Fahrer. Um im Spiel weiter vorzuschreiten, müsst ihr eine bestimmte Anzahl an Medaillen sammeln, diese bekommt ihr beim Erreichen einer bestimmten Streckenzeit bei einem normalen Rennen oder bei möglichst wenigen Versuchen. Zwar sind die meisten Strecken nur weniger als eine Minute lang, doch Kopf-Über-Passagen gekoppelt mit Haarnadelkurven und anderen netten Sachen gestalten die Sache durchaus schwierig.
Wenn ihr genügend Medaillen gesammelt habt, könnt ihr auch den Plattform-Modus auswählen, dieser ist eigentlich das Äquivalent zum normalen Modus, nur dass die Entwickler fiese Hindernisse wie Schlaglöcher oder Sprungschanzen auf der Strecke verteilt haben. Ihr müsst über die bereits erwähnten Schanzen von einer Plattform auf die nächste springen, eigentlich ganz einfach.
In den Puzzle-Herausforderungen warten besondere Aufgaben auf euch. Zunächst müsst ihr eure Strecke im Editor basteln, dort wird euch ein Grundgerüst und die dazu passenden Bauteile vorgegeben. Nach Vollendung müsst ihr dann auf eurer Strecke eine vorgegebene Zeit packen. Im schnellen Crazy-Modus habt ihr vier Chancen eine Bestzeit auf einem beliebigen Kurs aufzustellen, je nachdem ob es die gegnerische KI schafft diese zu schlagen, habt ihr gewonnen oder verloren. Eine wirklich nette Abwechslung zum trüben Rennalltag. Doch seid gewarnt, auf hohem Schwierigkeitsgrad sind die gegnerischen KI-Zeiten wirklich sehr anspruchsvoll.

Neben den bereits vorgestellten Modi gibt es natürlich noch den Editor. Diese ist im Grunde das Hauptargument sich dieses Spiel zu kaufen. Zwar könnt ihr für eure eigenen Strecken nur sechs grundlegende Layouts auswählen, darunter Stadium, Insel, Wüste, Schnee, Küste und Rally. Diese unterschieden sich jedoch nicht nur im Aussehen, sondern auch im Fahrgefühl. Im Stadium könnt ihr immer Vollgas geben und habt viel Grip, in der Wüste sieht das natürlich schon ganz anders aus. Je nach dem müsst ihr das passende Setup für eure Strecke finden. Abgesehen davon unterliegen die Strecken jedoch keinen Begrenzungen, außer vielleicht eurer Motivation.
Die Gestaltung eurer eigenen Rennstrecke ist dabei denkbar einfach. Ihr müsst nur mit eurem Nunchuk die Kamera positionieren, während ihr mit der Remotesteuerung die Bausteile auswählt und richtig dreht. Dabei könnt ihr auf Dinge wie Haarnadelkurven, lange Gerade, Kreuzungen und mehr zurückgreifen. Zusätzliche Gegenstände wie Rampen könnt ihr dann noch einfach per Drag and Drop der Strecke hinzufügen. Eigentlich war es das auch schon mit der Steuerung im Editor, wirklich denkbar einfach und sehr gut umgesetzt.
Wenn ihr mit eurer Strecke fertig seid, könnt ihr noch über den Testmodus eure Strecke auf Herz und Nieren testen. Ihr könnt hierbei quasi unendlich viele Strecken abspeichern, wirklich viele Strecken. Zusätzlich habt ihr natürlich noch die Strecken der Entwickler selbst. Doch diese sind ja im Grunde auch nur mit dem Editor gebastelt wurden.
Simulation war Gestern
Wie schon die PC-Version, ist auch der Konsolenableger ein reiner Funracer und äußerst arcadelastig. Doch das Gefühl beim Fahren stimmt und macht Spaß. Wann kann man schon mal mit 600kmh durch die Landschaft brettern? Wenn man sich Trackmania kauft, erwartet man ja schließlich auch keine Simulation. Strecke und Auto auswählen und voll Gas geben, das ist die Devise von Trackmania und wir finden diese Devise gut.
Besonders gelungen ist der Multiplayer. Dieser bringt so die prinzipiellen Möglichkeiten eines Online-Racers mit sich, neben dem Fahren von Rennen gegen Gegner aus der ganzen Welt, könnt ihr aber auch die selbst entworfenen Strecken der Anderen herunterladen, oder eure eigenen anbieten, eine wirklich nette Geschichte. Zusätzliche Bestenlisten sind natürlich auch mit von der Partie.
In der Präsentation weist der Funracer sowohl Stärken als auch Schwächen auf. Zwar ist die Grafik im Allgemeinen sehr gelungen und weiß zu gefallen. Dafür trüben häufige Frame-Einbrüche das Spielgefühl. Komisch, dass es heutzutage immer noch Spiele mit Rucklern gibt. Zu der Vertonung lässt sich jetzt nicht allzu viel sagen, die Sound-Effekte wie Motorengeräusche passen zum Arcade-Style von Trackmania, dafür wurde an der Hintergrundmusik deutlich gespart. Also lieber die Hintergrundvertonung deaktivieren und eigene Musik hören.
Kommentar verfassen
Schreibe hier einen Kommentar. Du musst einfach alle Felder, die mit einem *-markiert sind, ausfüllen.