Train to Busan

Train to Busan

Originaltitel: Boosanhaeng
Genre: Horror
Regie: Yeon Sang-ho
Hauptdarsteller: Yoo Gong
Laufzeit: DVD (114 Min) • BD (118 Min)
Label: Splendidfilm
FSK 16

Train to Busan   30.11.2016 von Beef Supreme

Braucht die Welt wirklich noch einen Zombiestreifen? Wurde die Menschheit nicht schon oft genug mal trashig, mal lustig, mal ironisch, mal brutal unter die Erde und wieder zurück gebracht? Im Falle von Train to Busan muss man sagen: Ja! In der ganzen Flutwelle von Gammelfleisch-Releases fällt es schwer sich hervorzuheben und dann bestenfalls auch noch beachtet zu werden. Ersteres schafft der Film ganz allein, bei letzterem kann der nachfolgende Text hoffentlich ein wenig helfen...

 

Seok Woo der Vollzeit-Workaholic hat ein Problem: Seine Tochter. Die kleine Nervensäge erdreistet sich tatsächlich Geburtstag zu haben und will dann auch noch ihre Mutter sehen, die am anderen Ende Südkoreas in Busan wohnt. Schweren Herzens und genervt entschließt sich Seok Woo, seine Tochter auf der Zugfahrt zu begleiten. Dumm nur, dass gerade zu diesem Zeitpunkt die Zombie-Apokalypse ausbricht und große Teile Südkoreas während der Fahrt von Untoten überrannt werden. Selbstverständlich hat es einer der Hirnfresser noch geschafft, kurz vor Abfahrt ein Ticket zu lösen und befindet sich nun mit einem Haufen Frischfleisch auf engstem Raum in einem fahrenden Stahlrohr. Top-Voraussetzungen also für Seok Woo, seine Tochter und alle weiteren Mitreisenden, Busan mit schlagendem Herzen zu erreichen. Es beginnt eine Fahrt auf Leben und Tod bei knapp 300 Sachen…

 

Der Zug nach Busan braucht eine Weile, bis er an Fahrt aufgenommen hat. Das Vorgeplänkel mit der schwierigen Vater-Tochter-Beziehung nimmt einige Zeit in Anspruch und auch im Zug selbst gönnt sich der Film die Zeit, einige weitere Nebencharaktere einzuführen, bevor das große Fressen beginnt. Quer durch die Bank serviert der Film potentielle tragische Opfer in Form einer jungen Liebe, einer schwangeren Frau mit Ehemann, einem älteren Geschwisterpaar und natürlich die klassischen Arschloch-Egomanen. Die Charakterzeichnungen fallen aufgrund der schieren Menge an Nebendarstellern, zwar nicht so ausgearbeitet, aber immer noch überzeugender aus, als es die allermeisten Zombiefilme am Markt schaffen. Länger hätten sie allerdings auch nicht sein dürfen, denn wir wollen schließlich Blut sehen. Das merkt der Film zum Glück rechtzeitig und beginnt quasi punktgenau mit dem Schlachtfest. Train to Busan schafft es überdies, harte, exzellent in Szene gesetzte Zombie-Action mit genau der richtigen Menge an Emotionen und ruhigeren Szenen zu verknüpfen. Hier wird nicht übermäßig auf die Tränendrüse gestiefelt, aber der Tod gewisser Personen verfehlt seine Wirkung nicht. Auch die zwischenmenschlichen Interaktionen kommen nicht zu kurz und vermitteln glaubhaft die Gemütszustände von Menschen, die mit der Vorstellung des Weltuntergangs zu kämpfen haben. Insgesamt macht der Film sehr vieles richtig und auch richtig gut, gerade die Bedrohung durch übermotivierte, höchst agile und zudem noch einigermaßen intelligente Untote wird sehr überzeugend dargestellt. Doch einige Dialoge und Handlungen wirken unglaubwürdig, was aber dem kulturellen Unterschied geschuldet sein kann.

 

Bildergalerie von Train to Busan (15 Bilder)

Auf technischer Ebene wartet Train to Busan mit so einigen Schmankerln für die Augen auf. Massenzombie-Szenen, wie man sie bisher nur aus World War Z kannte, kommen in engen Zugabteilen einfach richtig geil rüber. Eine Flutwelle aus hungrigen, blutgierigen Leibern weiß durchaus zu beeindrucken. Auch abseits der sehr gut gemachten Hirnfresser sind die Effekte weitestgehend gelungen. Die in Maßen eingesetzten Computer-Effekte sind zwar sofort als solche auszumachen, schaden aber nie der Atmosphäre des Films. Zumal man das schon schlechter gesehen hat. Zum Sound und der Bildqualität kann derzeit noch nicht abschließend berichtet werden, da uns eine Vorabfassung als Stream zur Verfügung gestellt wurde. Das bisher Gesehene und Gehörte hinterließ aber schon einen ziemlich guten Eindruck. Train to Busan kommt seitens Splendid Film am 02. und 03. Dezember als Event ins Kino, der Blu-ray- und DVD-Start dauert noch bis 03. Februar 2017. Mehr Infos gibt es unter: http://traintobusan.de/


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Spannend, brutal, originell, actionreich und emotional: Mit diesen Schlagworten lässt sich Train to Busan ganz passabel umreißen. Der Film hat mir richtig Spaß gemacht und mich über die für einen Zombie-Actioner recht lange Laufzeit von knapp zwei Stunden überzeugt. Der Splatter-Anteil hält sich zwar zurück, zerfetzte Leichen oder abgetrennte Gliedmaßen gibt’s hier nicht zu sehen, aber keine Sorge, auch der Gorehound kommt nicht zu kurz. Doch auch darüber hinaus hat der Film einiges zu bieten, das ihn von der Masse des hirnlosen Zombie-Trashs abhebt. Gerade die zwischenmenschliche Komponente und die überzeugenden Darsteller gestalten den Film sehenswert. Zusammen mit den eindrucksvollen und auch wirklich mal bedrohlich wirkenden Zombiehorden ergibt das einen mehr als gelungenen Film, den ich jedem Zombie-Liebhaber nur ans Herz legen kann.


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