UFO

UFO

Originaltitel: UFO
Genre: Horror • Found-Footage
Regie: Daniele Grieco
Hauptdarsteller: Leonard Hohm
Laufzeit: DVD (83 Min) • BD (87 Min)
Label: daredo
FSK 16

UFO   28.10.2016 von Mario von Czapiewski

Mit UFO veröffentlicht Regisseur Daniele Grieco (Die Präsenz) nach seinem Found-Footage-Erstling ein neues Found-Footage-Werk passend zu Halloween. Wieder handelt es sich um eine überschaubare Independentproduktion, die aber diesmal mit einem „frischeren“ Setting und frischen Gesichtern locken möchte...

 

Eine Gruppe Studenten wird während einer Dokumentarproduktion von einer vermeintlichen UFO-Landung überrascht. Als sie dieser nachgehen, geraten sie ins Visier einer unbekannten außerirdischen Rasse, die sich ein kleines deutsches Wäldchen als neue Brutstätte ausgesucht hat.

 

Mit Die Präsenz lieferte Regisseur Daniele Grieco vor einem Jahr den bis dato überzeugendsten deutschen Found-Footage-Beitrag ab und konnte dort mit guter Technik und funktionierenden Schreckszenen punkten. Nun ein Jahr danach meldet sich plötzlich ein zweiter Found-Footage-Streich mit dem Titel UFO aus gleicher Feder zu Wort. Diesmal begibt man sich jedoch in die deutschen Wälder und legt sich dort mit einem Alien und seinen Abkömmlingen an.

 

Leider kämpft Griecos zweiter Found-Footage-Streich mit deutlich mehr Problemen als der geistige Vorgänger Die Präsenz. Das größte Problem von UFO ist die Darstellung von Motivation und Glaubwürdigkeit. Vor allem im ersten Drittel des Films wird die Motivation verschiedener Kameraaufnahmen weder erklärt noch irgendwie anders deutlich gemacht. Belanglosigkeiten werden dokumentiert, obwohl weder die Charaktere noch die Situation dafür irgendeinen Anlass geben. Auch im späteren Verlauf werden nur marginale Erklärungsversuche angeführt. So möchte man nach einigen Vorkommnissen natürlich sämtliche Erscheinungen für kommende Polizeiarbeit festhalten, filmt dann jedoch weiterhin deutlich präsenter verschreckte Frauengesichter als die tatsächlichen Angriffe oder Funde. Vor allem ein Umstand im Film dokumentiert das Thema „Unglaubwürdigkeit“ entstehend aus der Künstlichkeit einer Filmproduktion wie UFO sehr deutlich. Während man in keiner Situation des Films den großen außerirdischen Gegenspieler vor die Kamera bekommt, gelingt es dem Kameramann des Films mit einer unmenschlichen Leichtigkeit zahlreiche winzige Aliens zu filmen und in schneller Bewegung zu verfolgen, die in einem überraschenden Moment aus zahlreichen Eiern schlüpfen und in der Folge in verschiedenste Richtungen zischen. Doch UFO hat nicht nur Glaubwürdigkeits-Probleme, auch die Dramaturgie verfehlt eine nachhaltige Wirkung beim Zuschauer. So feuert man den „Showdown“ im Grunde bereits in der Mitte des Films ab und kreiert damit eine Fallhöhe, die das zerfledderte Ende mit einem angekündigten Endschrecker nicht mehr zu überwinden vermag.

 

Generell gesehen kann die Technik des Films jedoch sehr überzeugen und bietet passende Bilder und ansehnliche Spezialeffekte. Man versteht es um das niedrige Budget herumzuarbeiten und driftet in keiner Situation in sichtbare Defizite ab. Auch die Besetzung gibt ihr bestes und bietet zumindest in der Darstellung glaubhafte Charaktere, die nur selten mit Klischeephrasen agieren müssen. Inszenatorisch gibt es abseits der bereits genannten Unglaubwürdigkeit jedoch noch ein paar lobenswerte Ideen zu vermelden. So wird unter anderem mit ungewöhnlichen Tierphänomenen gearbeitet, was sehr zur Atmosphäre des Films beiträgt und überaus ansehbar inszeniert wird.

 

Bildergalerie von UFO (8 Bilder)

UFO ist nach Die Präsenz leider ein klarer Rückschritt. Während man diesmal in größeren Dimensionen agieren wollte, blieb die Glaubwürdigkeit an einigen Stellen arg auf der Strecke, was für einen Found-Footage-Film fatal sein kann. So bietet der Film zwar eine überzeugende Technik und vereinzelte inszenatorische Spitzen, jedoch verhindern einige extrem künstliche Szenen und eine schwierige Dramaturgie ein Eintauchen in die dargestellten Situationen. Damit ist UFO zwar weiterhin für Interessenten des Genres sicherlich ein Blick wert, eine umfangreiche Empfehlung für Horrorfans kann an dieser Stelle jedoch nicht ausgesprochen werden.

 

Die DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen bieten den Film in guter Qualität mit einem soliden deutschen Ton. Zusätzlich finden sich englische Untertitel auf den Medienträgern. Im Bonusmaterial befinden sich ein Audiokommentar, ein umfangreiches Interview und einige Werbetrailer. Für Interessenten des Films ein gutes Paket.


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

 

UFO bietet solide Technik und überzeugende Schauspieler, krankt jedoch an fehlender Glaubwürdigkeit und einer problematischen Verteilung von Höhepunkten. Wer sich als Fan des Found-Footage-Genres begreift, darf bzw. sollte diese deutsche Variante durchaus unterstützen, bloße Horrorfans greifen lieber nochmal zum überzeugenderen Vorgänger Die Präsenz.


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