Ubisoft Christmas Tour 2012

Ubisoft Christmas Tour 2012

Genre: Spiele-Präsentation

Ubisoft Christmas Tour 2012   29.09.2012 von Benji

Bei diesem Event kann man durchaus von einem festen Termin im Kalender der Sofahelden sprechen. Wenn die Blätter anfangen zu fallen, ruft Ubisoft regelmäßig zum Fantastic-Christmas-Event um die Titel für das Weihnachtsgeschäft der Presse vorzustellen. Dieses Jahr musste Benji leider alleine hin, aber bereut hat er das sicherlich nicht. Neben den ohnehin heiß gehandelten Titeln hat nämlich der große Publisher durchaus noch einige andere interessante Spiele auf Lager. Unser Event-Reporter hat bei Rocksmith eine erste Gitarrenstunde genommen und ließ bei Just Dance eine bekannte Sängerin für sich tanzen …

 

Es ist ein regnerischer Septemberabend, als ich aus dem Hotel im Zentrum von München komme und über die vergangenen vier Stunden sinniere. Ubisoft hat mit dem diesjährigen Christmas-Event wieder eine hervorragende Präsentation abgeliefert und trotzdem bin ich mir noch nicht ganz sicher, wie ich diesen Nachmittag einordnen soll. Als mich mein Chef-Redakteur nach dem Event fragt, kommt mir spontan nur eine Antwort in den Sinn: „Natürlich wieder total cool." Dabei wird diese Bewertung dem Event nicht mal ansatzweise gerecht. Für mich persönlich war das Event sicherlich zum einen sehr lehrreich, zum anderen aber auch immer wieder verdammt peinlich. Betrachtet man überdies hinaus allerdings nur die präsentierten Spiele, so kann man eigentlich mit einem sehr positiven Eindruck den Tag schließen. Ubisoft hat dieses Jahr im Weihnachtsgeschäft, vor allem auch mit den vorgestellten Wii U Titeln, eine beeindruckende Reihe an Spielen zu bieten.

 

Vom Urlaub in den Horror

Angefangen hat der Nachmittag mit einer sehr interessanten Präsentation zum kommenden Far Cry 3. Die Entwickler von Ubisoft Montreal haben uns die Intro-Sequenz präsentiert, in der die Geschichte des Protagonisten erläutert wird. Was dort noch mit einer lustigen Rucksack-Tour durch Südasien anfängt, endet relativ schnell in den Fängen skrupelloser Kidnapper. Das Spiel führt uns filmreif in die Hintergründe einer schieren Lösegeld-Industrie ein, in der das Leben jedes Menschen in Dollarscheinen aufgewertet wird. Während der Spieler versucht sich aus seiner Gefangenschaft zu befreien, sieht man immer wieder schaurige Szenen von Exekutionen und Folterungen. Die Stimmung des Intros ist deutlich intensiver, als man es von den Trailern gewohnt ist, was den positiven Eindruck vom Spiel aber umso mehr unterstreicht.

 

Mit dem Bogen in die Wildnis

Die nächste Station galt unserem derzeitigen Lieblingsfranchise von Ubisoft. In Assassin’s Creed 3 wird der Spieler bekannterweise in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg geschickt. Auf dem Event war es nun möglich einen ganzen Abschnitt des Spiels anzutesten und da lässt sich ein wissbegieriger Redakteur wie ich natürlich nicht bitten. Das neue Setting an der Ostküste Nordamerikas ist wirklich atemberaubend umgesetzt. Nach staubigen Schluchten und den Dächern von Rom wirkt dieser Teil deutlich abwechslungsreicher. Die Wälder wurden wunderbar in Szene gesetzt und bieten immer wieder natürlich wirkende Möglichkeiten um die Fähigkeiten des Assassinen auszuprobieren. Am Hafen in der Nähe gibt es dann die Möglichkeit vom Schiffsmeister einige See-Quests anzunehmen. Diese drehen sich im Prinzip immer wieder darum, dass Ihr mit dem Schiff in eine der wirklich grandios inszenierten Seeschlachten ziehen müsst.

 

Ein Glück! Es wird kein Farmville-Klon

Nach fast einer Stunde wurde es Zeit für ein wenig Abwechslung. Im Badezimmer der Hotelsuite hat es sich BlueByte mal wieder mit einigen Neuheiten bequem gemacht. Mein Auge fällt direkt auf das kommende Free2Play-Spiel Anno Online. An dessen Grundprinzip hat sich zum Glück nichts verändert. Nach wie vor muss der Spieler auf einer Insel die Produktionsketten einrichten, damit die Bedürfnisse der eigenen Bürger gestillt werden. Obwohl alles per Flash im Browser läuft, ist von dem einzigartigen Aquarium-Effekt nichts verloren gegangen. Überall wuseln wieder kleine Figuren herum und gehen ihrer Arbeit nach. Der Marktkarren fährt über die gebauten Straßen und die Händler holen sich aus dem Kontor ihre benötigten Ressourcen. Der größte Unterschied ist allerdings das Tempo, denn die Produktion der Ressourcen dauert deutlich länger, sodass es unter Umständen Wochen dauern kann, bis man alles zusammenhat, um z. B. eine meisterliche Kathedrale aufzubauen. Bezahlinhalte werden im Spiel vermutlich Deko-Elemente sowie Ressourcen sein. Den fliegenden Händler wird es dafür dann wohl nicht mehr geben. BlueByte hat uns aber felsenfest versprochen, dass man kein Pay2Win einführen wolle. Spieler, die kein Geld bezahlen wollen, werden zwar unter Umständen länger brauchen, aber dennoch das volle Spielvergnügen bekommen.

 

„Im nächsten Jahr sehe ich dich dann auf der Bühne!“

Kaum bin ich aus dem Badezimmer heraus, fällt mein Blick auf die Präsentation des neuen Musikspiels Rocksmith. Mir fällt direkt auf, dass hier im Gegensatz zu Guitar Hero und Rockband ein entscheidender Unterschied besteht. Denn bei Rocksmith wird tatsächlich mit echten Instrumenten gespielt. Als man mir die Gitarre in die Hand drückt, bin ich zunächst verwirrt. Ich bin nämlich absolut unmusikalisch, auch wenn ich mich selber dafür immer wieder verfluche. Doch die Sorge ist bei Rocksmith unbegründet. Das Spiel zielt nämlich auf Interessenten wie mich genau ab. Im Grunde versteckt sich hinter diesem Spiel eine waschechte Lernsoftware. In kleinen Tutorials wird der Umgang mit dem Instrument beigebracht und in kleinen Minispielen kann man die gelernten Tricks dann ausgiebig üben. Das Herzstück ist aber der Karrieremodus, der ähnlich wie Guitar Hero funktioniert. Die Saiten werden einzelnen Farben zugeordnet und am Gitarrenhals aufgeklebte Nummern zeigen mir, wo ich die angesprochenen Saiten halten muss. Ich spiele keine imaginären Tastenfolgen, sondern die tatsächlichen Noten des Liedes. Nach ein wenig Übung komme ich schnell in Fahrt. Der Schwierigkeitsgrad der Lieder passt sich dem Spieler dynamisch an. Schaffe ich einige Noten in Folge, so fordert mich das Spiel direkt mit einer größeren Häufung. Komme ich einmal aus dem Tritt, gehen diese wieder zurück. Profis können die präsentierten Lieder bis in die kleinste Note nachspielen und Anfänger werden ans Gitarrenspiel mit 1-2 Noten pro Takt vorsichtig herangeführt. Dieses Spiel hat mich zutiefst fasziniert! Auch wenn ich absolut keine Ahnung habe, schlage ich mich ganz gut. Nach der Präsentation werde ich noch mit warmen Worten verabschiedet: „Im nächsten Jahr sehe ich dich dann auf der Bühne!“ – auch wenn das dann doch sehr übertrieben scheint, ich hätte nichts dagegen.

 

Bildergalerie von Ubisoft Christmas Tour 2012 (29 Bilder)

Vorsicht auf der London Bridge – die Zombies sind unterwegs

Sollte der Release der neuen Nintendo-Konsole Wii U tatsächlich ein Erfolg werden, so können sich die Japaner wohl ordentlich bei Ubisoft bedanken. Schaut man sich deren Lineup für den Start an, so kann man dem Publisher schon fast die Züge der einstigen Legende „Rare“ ansehen. Mit ZombieU hat Ubisoft nämlich auf den ersten Blick ein grandioses Stück Software geschaffen. Die Nutzung des Tablet-Controllers sieht nicht nur einmalig aus, sie funktioniert auch umwerfend gut. Hinzu kommt, dass das Setting im postapokalyptischen London schlichtweg überragend ist. So kommt die Tower-Bridge im Hintergrund nahezu epochal herüber, während man mit einer Holzlatte dem hirnlüsternen Gegenüber den Schädel einschlägt. ZombieU dürfte nicht zuletzt deswegen einer der großen Systemseller zum Start der Konsole werden.

 

Ein Weltbild stürzt ein. Kann Rayman wirklich besser sein als Mario?

Einige tote Zombies später marschiere ich weiter zur spaßigen Ecke, in der Rayman Legends gespielt wird. Ich kann mich noch daran erinnern, wie Rayman Origins im letzten Jahr bei den Pressekollegen zu den beliebtesten Spielen vor Ort gehört hat. Auch in diesem Jahr ist das Interesse wieder groß, aber ich mogele mich auf einen der Sessel. Ähnlich wie bei New Super Mario Bros. U ist es bei diesem Spiel möglich, mit ganzen fünf Leuten zu spielen. Dabei spielen vier Leute die ulkigen Charaktere und einer nutzt den Tablet-Controller der Wii U. Anders allerdings als bei Nintendos großem Primus ist hier die Einbindung des fünften Spielers überraschend aktiv. Wo man beim Klempner nur einfache Blöcke setzen kann, bindet Ubisoft in speziellen Karten den Tablet-Spieler perfekt ein. Ich darf einzelne Plattformen drehen und den anderen Spielern ganze Wege öffnen. Außerdem sehe ich auf meinem Bildschirm teilweise wichtige zusätzliche Informationen und kann meine Mitspieler somit z. B. auf gefährliche Fallen aufmerksam machen. Wer keine Mitstreiter zur Verfügung hat, der soll diesen Spielmodus sogar mit KI-gesteuerten Partnern spielen können. Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt auf die finale Version. Die Gründe für den Kauf einer Wii U werden von Spiel zu Spiel denkbar größer.

 

Sofahelden lässt die Puppen tanzen!

Ich werde nicht müde zu betonen, dass ich mit Tanzspielen auf dem Kriegsfuß stehe. Ich kann durchaus verstehen, dass Menschen daran ihren Spaß finden, aber schlechte Kindheitserinnerungen aus Schulmusicals haben sich so tief in mein Hirn gebrannt, dass ich solchen Spielen nur schwer etwas abgewinnen kann. Wenn man mir allerdings weiterhin so interessante Spielmodi wie den „Puppetmaster“ in Just Dance 4 vorstellt, bin ich evtl. geneigt, meine Einstellung neu zu überdenken. Zumindest haben es sich die Jungs und Mädels von Ubisoft nicht nehmen lassen, mir die Idee dieses Modus auf eine sehr ungewöhnliche Art und Weise nahezubringen. Auf den Hinweis, dass man mich sicherlich nicht zum Tanzen bringen werde, entgegnete man mir, dass ich ja auch viel besser andere Menschen für mich tanzen lassen könnte. Ich war neugierig und ließ mich auf den Vorschlag ein. Einen Raum weiter traf ich dann auf die bekannte Sängerin Stefanie Heinzmann sowie zwei weitere Tänzerinnen, die augenscheinlich sehr viel eher als ich in Tanzlaune waren. Entsprechend hat man mir nun den Tablet-Controller der Wii U in die Hand gedrückt und mich live während des Liedes die Choreografie zusammenstellen lassen. Sowohl mir, wie auch den Tänzerinnen (die übrigens nicht im Spiel enthalten sind) ist direkt aufgefallen, dass ich mich als zweiter Detlef D. Soost nur schwer eigne. Mir fehlt dann doch die gewisse Prise „PAM PAM PAM“ um die wirklich „tighten Moves“ auszuwählen. Dennoch war das Ganze ein unglaublicher Spaß und ich möchte mich an dieser Stelle noch mal explizit bei Stefanie bedanken, die das Ganze mit einem gekonnten Lächeln über sich hat ergehen lassen.

 

Wenn man im Anschluss mit diesen Erinnerungen in der U-Bahn sitzt, wird es gar nicht so schwer, ein Lächeln auf die Backen zu bekommen. Es zeigte sich in diesem Jahr mal wieder, dass Ubisoft mit dem „Fantastic-Christmas-Event“ für die Pressevertreter eine unvergessliche Präsentation geliefert hat. Die Qualität der vorgestellten Titel war dieses Jahr aber auch einmalig. Es wird wohl schwer sein, das im nächsten Jahr zu toppen. Wir lassen uns dennoch gerne überraschen.




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