Vampire Girl vs. Frankenstein Girl

Vampire Girl vs. Frankenstein Girl

Originaltitel: Kyûketsu Shôjo tai Shôjo Furanken
Genre: Horror/Splatter
Regie: Yoshihiro Nishimura • Naoyuki Tomomatsu
Hauptdarsteller: Yukie Kawamura • Takumi Saitô
Laufzeit: Ca. 81 Minuten
Label: Splendid
FSK 18

Vampire Girl vs. Frankenstein Girl   03.11.2010 von Beef Supreme

Man reiche dem durchgeknallten Küchenchef einen ganzen Sack voller Ideen, 500g bekannte Horrorgestalten, fünf hübsche asiatische Mädels, ein Ensemble bestehend aus allen Musikrichtungen der Welt, eine Prise japanisches Savoir-Vivre und drei bis vier Tanklasterchen Blut. All dies stopfe man guten Glaubens in einen gigantischen, kugelsicheren Bottich und vermische es mit Hilfe von gut geschliffenen Streitäxten zu einer homogenen Masse. Dann lasse man dieses Gemisch 81 Minuten bei heißer Flamme garen, herauskommt: Die „New Wave of Japanese Heavy Splatter“!

Wir schreiben den 14.2. irgendeines Jahres. Der Valentinstag steht vor der Tür. Der japanische Landesbrauch schreibt vor, dass balzfreudige Weiblein mit Paarungsbedarf dem Männlein der Wahl ihre Zuneigung mittels eines Konfektpakets zu verstehen geben. Genau das ist das Problem von Mitzushima. Er, das einzig wirklich konkurrenzfähige männliche Wesen in geschlechtsreifem Alter, umgeben von minderbemittelten Waldschraten, wird von gleich zwei Schokoschenkerinnen in Schach gehalten. Mitzushima ist nämlich ins Interessensfeld der herzallerliebsten Keiko, der lokalen Lollicon-Ikone und Tochter des schuleigenen Giftmischers, geraten. Doch Monami, eine unbekannte, zugezogene Mitschülerin, ebenfalls mit gewissen Argumenten auftretend, kommt dieser zuvor, überreicht als erste Mitzushima einen glasierten Kalorienträger und lässt ihren Schwarm daraufhin verwirrt zurück. Wie sich herausstellt, war das kein normales Lindt-Produkt, sondern eine Eigenkreation Monamis, welche ihr Blut enthält, da sie Mitzushima in einen Vampir verwandeln und somit ewig an sich binden will. Natürlich nur echt mit 52 Blutgruppen.

Um Mitzushima zu einem vollwertigen Blutkatalysator zu machen, fehlt noch, dass er Monamis Blut konsumiert. Also fängt sie ihn in der Krankenstation ab und versucht, ihm einen blutigen Kuss aufzudrücken. Leider funkt Keiko dazwischen und der bereitgebissene Blutstropfen stürzt zu Boden. Über Umwege gelangt dieser zu Keikos Vater, welcher gerade seiner entspannenden Freizeitbeschäftigung nachgeht und Menschen zerstückelt, um sie hinterher wieder zusammenzuflicken und zum Leben zu erwecken. Bisher mit mäßigem Erfolg. Dr. Dissection stellt fest, dass der entdeckte Tropfen Lebenssaft revitalisierende Wirkungen besitzt und er total scharf auf Blut ist. Dies kann er auch direkt im Felde erproben, als seine Tochter von Monami dazu überredet wurde vom Dach zu springen, nachdem sie gesehen hatte wie die beiden den Blutbund vollendeten. Ein paar saftige Morde später besitzt der Doc genug Einzelteile, um Fräulein Ersatzteillager in den Kampf gegen die Brut Vlad Draculs zu schicken.

Herrlich. Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Story? Wen interessiert‘s? Obwohl zugegebenermaßen, sie ist gar nicht mal so übel. Der Film erzählt eine kleine Liebesgeschichte, wie sie vielleicht einige bereits selbst erfahren durften, denn an sich ist es nichts außergewöhnliches - Ein Kerl und zwei Mädels. Dass das nicht gut gehen kann versteht jeder, der sich schon mal in die Nähe der Hollywoodfließbandmassenschnulzenproduktionen gewagt hat. Klar artet dies in einen ausgewachsenen Zickenkrieg aus, nur hier wird er endlich so zelebriert wie er sein sollte. Und zwar brutal, blutig, gleichgültig und absolut durchgestylt. Der Streifen geizt zu keiner Zeit mit Gewalt, aber dies in einer Form, dass nicht einmal verklemmteste FSK-„Spezialisten“ diese noch ernst nehmen können. Oder bei Japanern ist der Blutdruck ungefähr um 10 Bar höher als beim Rest der Menschheit, wer weiß. Natürlich enthält der Durchschnittsjapaner um die 70 Liter Blut, die nur darauf warten,sich aus der kleinsten Wunde meterweit auf die Mitmenschheit zu ergießen. Kurzum, der Gewaltgehalt ist enorm hoch, sehr gut in Szene gesetzt und sollte jeden Hobbymetzger und Freizeitschlachter zufriedenstellen. Nur schade, dass in dieser Produktion  verstärkter auf CGI-Blut gesetzt wurde, als bei anderen Genrevertretern wie Tokyo Gore Police, doch das fällt nur selten auf und ist zudem nicht so tragisch, da es sich gut ins sonstige Blut-o-Rama einfügt.

Auch wird ein hübsches Bild von Japan gezeigt, in dem scheinbar nur Irre herumlaufen. Vergewaltiger, Selbstverstümmler, Bucklige, Sadisten, Nymphomanen und noch vieles mehr, sprich die Creme de la Creme der Freaks versammeln sich in diesem Film und zaubern mit ihren überspitzten Darstellungen ein verwundertes Gesicht nach dem anderen ins Antlitz. Natürlich im amüsanten Sinn, denn zu keiner Zeit solle man sich anmaßen diesen Film ernst zu nehmen, dafür sind die Ideen viel zu abgedreht. Dies schließt die Kampfszenen, die Schlachtszenen, die normalen Szenen, ach, eigentlich alle Szenen mit ein, denn in diesem Film ist eigentlich überhaupt nichts normal. Doch genau das wird suggeriert, zum Beispiel eröffnet Monami ihrem Geliebten, was sie ist. Doch anstatt dies in Zweifel zu ziehen oder vollkommen am Rad zu drehen, macht dieser sich darüber Gedanken, ihr Angebot zusammenzuziehen, anzunehmen. Solche Einstellungen sind an jeder Ecke,zu finden und machen den Film zu einem morbiden Spaß.

Doch so toll der Streifen auch ist, ohne Schattenseiten kommt er nicht davon. Problem: Deutschland. Selbstverfreilich darf dieser Schund niemals ungeschnitten auf unsere unmündigen volljährigen Bürger losgelassen werden. Dies führt auch zu einem Punktabzug für die deutsche Version, denn ein Film wie dieser lebt von der dargestellten Gewalt, denn so comichaft überzeichnet entbehrt sie doch jeder realistischen Basis und gilt daher als stilistisches Element. Zudem wurde der Film für eine FSK 16 Freigabe zurechtgestutzt, doch die DVD ist ab 18. Warum? Aufgrund des Zusatzmaterials, denn dieses hat die Freigabe wieder nach oben gedrückt. Warum also nicht weniger oder gleich gar keine Schnitte?

Auf technischer Seite alles in Butter, das Bild ist zwar ein wenig verwaschen doch das unterstreicht nur den Trash-Flair und ist auch nicht anders gewünscht. Der Sound spritzt auch schön blutig aus den Boxen und bringt die abgedrehte Musik sehr schön zur Geltung. Sogar für zusätzliche Extras hat es dieses Mal gereicht. Neben den üblichen Trailern weidet man seine Augen an einem Making-Of und blickt hinter die Kulissen. Und wer mag, dreht die penetrante Alterskennzeichnung einfach um. Alles richtig gemacht.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Woohoo! Endlich wieder Blut in rauhen Mengen. Wie ich doch auf solche Gewaltorgien stehe. Eine recht alltägliche Story verpackt in kreativem Gemetzel und überbordender Gewalt. Genau was das Splatterherz begehrt. Die Macher von "Tokyo Gore Police" haben auch hier keine Gefangenen gemacht sondern nur ein Feld zerstückelter Leichen hinterlassen. Für alle zu empfehlen, die Gefallen an Häutungen, Ausweidungen und spanischer Folklore während des Aderlasses finden. Allen anderen wird der Film etwas zu abgedreht sein. Findet man diese Perle unverstümmelt, kann man durchaus einen Punkt hinzuzählen.


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentare[X]

[X] schließen