Verflucht, Verdammt und Halleluja!

Verflucht, Verdammt und Halleluja!

Originaltitel: E poi lo chiamarono il magnifico
Genre: Westernkomödie
Regie: Enzo Barboni
Hauptdarsteller: Terence Hill
Laufzeit: ca. 125 Min
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 12

Verflucht, Verdammt und Halleluja!   21.08.2013 von Beef Supreme

Mario Girotti, Nobody, die Rechte Hand des Teufels oder auch Trinity. Geneigte Nostalgiker wissen mit jedem dieser Namen etwas anzufangen. Es ist vom Strahlemann mit den meerblauen Augen die Rede: Terence Hill. Abseits seiner Karriere mit seinem dicksten Kumpel Buddy hat er auch solo einige Filmchen auf die Beine gestellt, die von beachtlichem Erfolg gekrönt waren, zum Beispiel Mein Name ist Nobody. Zu den jedoch weniger bekannten gehört Verflucht, Verdammt und Halleluja, worin er auch einen weniger eingängigen Namen trägt: Sir Thomas Fitzpatrick Phillip Moore. Ein Name, den man sich merken sollte?


Monkey Smith, Holy Joe und Bull Schmidt sind drei raubeinige Gauner, die einst unter „dem Engländer“ allerlei krumme Dinger gedreht haben. Eines Tages erfahren sie, dass der Insulaner seinen letzten Tuberkulose-Röchler getan hat und nun faul in der Prärie vor sich hin rottet. Doch er tritt nicht ab, ohne seinen drei Halunken noch einen letzten Auftrag zu geben. Sie sollen aus seinem Sohn, einem adligen und zugleich naiven Greenhorn namens Tom (für den Rest, siehe oben), einen echten Mann machen. Reiten, anstatt Fahrrad fahren, spucken, anstatt Ameisen erforschen, schießen, anstatt Schmetterlinge fangen und all die Sachen, die einen so männlich wirken lassen. Gleichzeitig hat Tom, der Feingeist, ein Auge auf die Tochter des lokalen Viehmagnaten geworfen. Pech für Tom, dass auch die rechte Hand des Rindermassas hinter dem Mädel her ist.
 

Und das beschreibt auch schon die komplette Handlung des Films. Verflucht… ist alles in allem ein sehr langsamer Film, der seinen Reiz höchstens durch Situationskomik erlangt. Nachdem der grundlegende Storyrahmen geschaffen ist, entwickelt sich die Handlung kaum noch weiter. Die drei Gesetzlosen versuchen, aus Tom einen Mann zu machen, und dieser jagt einer Frau hinterher, fertig. Diese zwei Grundideen sorgen dann hin und wieder dafür, dass sich auch mal geprügelt und der ein oder andere Spruch abgelassen wird. Jedoch reichen weder die recht uninspiriert inszenierten Kloppereien, noch die meist einfallslosen One-Liner an die Qualität der „großen“ Spencer-Hill-Filme heran. So kommt es, dass der Streifen größtenteils handlungs- und ereignislos über zu lange zwei Stunden vor sich hinplätschert, ohne für Spannung oder Lacher sorgen zu können. Einige Szenen können aber dann doch erheitern, wie zum Beispiel das karitativ orientierte Zerschlagen des Saloons, damit der ortsansässige Tischler seine Kinder versorgen kann oder die, fast schon übertriebene, Naivität von Tom. Leider reichen diese Momente aber nicht aus, um den Film über die gesamte Lauflänge interessant zu halten und so erwischt man sich immer öfter dabei, zur Zeitanzeige zu schielen. Die vom Cover angepriesenen Klischees sind selbst für eine Westernkomödie der Marke Hill zu übertrieben und wollen nicht immer zünden.


Abseits von Gaukelei darf man hier kein Schauspiel erwarten. Amüsant, aber nicht viel mehr, da die meisten Rollen viel zu unglaubwürdig agieren. Tom ist zu naiv, die drei Halunken zu dumm und Toms Schmachtfetzen verliebt sich viel zu schnell, als dass man hier von Glaubwürdigkeit sprechen könnte. Das macht in erster Linie nichts, das ist auch in vielen der bekannteren Spencer-Hill-Filme nicht anders. Wenn der Film sich aber nicht entscheiden kann, ob er ein Western, eine Komödie, ein Heimatfilm oder eine Romanze sein will, dann bedarf es überzeugenderem Schauspiels. Abgesehen davon, kommt Hill nie dazu, seine Klamaukfähigkeiten wirklich unter Beweis zu stellen, da sein Rollenkorsett das nie zulässt.

 

Bildergalerie von Verflucht, Verdammt und Halleluja! (8 Bilder)

 

Technisch sieht man dem Film sein Alter ganz klar an. Auch die Neuaufarbeitung des Films kann nicht alle Digitalisierungs- und Filmfehler kaschieren. Doch das trägt durchaus zum Flair bei und schafft eine bessere staubige Westernatmosphäre, als ein glattgebügeltes Bild. Dennoch wurde das Bild merklich aufgebessert und die teilweise wirklich schönen Landschaftsaufnahmen strahlen in adäquater HD-Pracht auf dem Bildschirm. Auch beim Ton gibt es nichts zu bemängeln. Wie auch, es läuft so gut wie keine Musik in dem Film. Die Dialoge sind auch in Ordnung, man sollte sich aber darauf einstellen, nicht Hills altbekannter Synchronstimme zu lauschen.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Der Titel suggeriert mehr Action und Witz, als dann im Endeffekt zu sehen ist - sehr schade. Einige Ansätze sind wirklich gelungen, doch der Film fließt nur sehr sämig den flachen Spannungshügel hinab und bietet nur wenig interessante Momente. Die Keilereien sind im Gegensatz zu anderen Filmen ziemlich öde ausgefallen und der Humor will nicht so recht zünden. Mit seiner Lauflänge ist Verflucht, Verdammt und Halleluja ganz klar zu lang geraten, gerade in Anbetracht der sehr dünn geratenen Story und des ereignislosen Verlaufs. Wenn man dann noch bedenkt, dass der gleiche Regisseur, Enzo Barboni, für Bomben wie Vier Fäuste für ein Halleluja oder Zwei Bärenstarke Typen verantwortlich war, wundert es mich noch mehr. Er kann’s ja eigentlich. Der Film ist kein totaler Reinfall, jedoch sollte man kein Schellenepos erwarten.


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