Virtua Tennis 2009

Virtua Tennis 2009

Publisher: SEGA
Entwicklerstudio: Criware
Genre: Sportspiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 29.05.2009
USK 0

Virtua Tennis 2009  16.06.2009 von DeWerni

Den Schläger in die Hand und ab auf den Platz. Egal ob in Wimbledon auf Rasen, in Paris auf Sand, schnappt euch euren Controller und rauf auf den Platz. Mit Virtua Tennis 2009 werden euch viele Möglichkeiten offen gelassen. Was das Spiel an Neuerungen bietet und ob diese etwas taugen, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

Mit Virtua Tennis 2009 bringt SEGA den vierten Teil der Serie auf den Markt und stellt sich gleichzeitig der harten Konkurrenz der Top Spin-Serie, die vor ca. einem Jahr den letzten Ableger mit Top Spin 3 releaste. Um Virtua Tennis 2009 genießen zu dürfen, müsst ihr zunächst einmal stolzer Besitzer einer Xbox 360, Playstation 3, Nintendo Wii oder eines entsprechend ausgerüsteten PCs mit DVD-Laufwerk sein. In dieser Ausgabe habt ihr die Möglichkeit die Kontrolle über einen von über 20 integrierten Weltklassespielern und –Spielerinnen zu übernehmen. Dabei so klangvolle Namen wie beispielsweise Rafael Nadal, Roger Federer, Maria Sherapova und Venus Williams. Außerdem stehen euch weitere sechs Tennislegenden zum Freispielen zur Verfügung. Um welche es sich hierbei genau handelt, wird nicht verraten, euch soll ja der Spaß am intensiven Zockerlebnis nicht schon vorweg genommen werden. Die Spielorte, an denen Turniere stattfinden, sind über den kompletten Globus zerstreut.
Da gibt es natürlich die großen vier Turniere: Die Australien Open in Melbourne, die French Open in Paris, die All England Championship in Wimbledon und die US Open in New York. Außerdem sind weitere zahllose kleine Turniere integriert, deren Aufzählung den Umfang des Artikels aber sprengen würde.

Zusätzlich dazu bleibt zu den Spielorten noch zu sagen, dass zusätzlich die offizielle Lizenz für den Davis Cup integriert wurde. So habt ihr nun auch die Möglichkeit, Euch in „Länderspielen“ mit anderen Nationen zu messen

Gameplay
Das Wichtigste, was es zum Gameplay zu sagen gibt ist, dass es sich bei Virtua Tennis 2009 voll und ganz um ein Arcadegame handelt. Es ist während des kompletten Spiels fast unmöglich, die gelbe Filzkugel ins Seiten- oder hintere Aus zu spielen, bis auf ganz wenige Ausnahmen. Die Hauptaufgabe besteht also darin, die richtige Taktik gegen den entsprechenden Gegner zu wählen, um den notwendigen Schlag in der Situation zu spielen. Leider wurde die Simulationskomponente komplett außer Acht gelassen, was es allerdings gerade für Einsteiger in die Serie sehr einfach macht, sich in dem Spiel zurecht zu finden und sich mit der Steuerung vertraut zu machen. Was allerdings vielleicht an Realismus und Simulation bei Top Spin 3 zu viel geraten ist, ist hier wiederum deutlich zu kurz gekommen, was den Spielspaß an sich aber nicht unbedingt bremst. Man hat trotz allem, wie schon fast in gewohnter Manier, die Möglichkeit via entsprechendem Knopfdruck die richtige Schlagtechnik zu wählen: Top Spin, Slice, Lob, Stopball oder einfach nur auf den Ball draufhauen.

Karriere
Der Karrieremodus von Virtua Tennis 2009 beginnt wie so häufig mit der Erstellung des eigenen Spielers. Dabei hat man sehr viele Einstellungsmöglichkeiten, um dem Spieler das angestrebte Aussehen zu verpassen. Die Detaileinstellungen reichen so weit, dass man sogar Entfernungen zwischen Augen, den Lippen und der Nase oder die Höhe der Ohren millimetergenau justieren kann. So kann man schon Stunden vor dem Game verbringen. Was allerdings im Nachhinein herauskommt, stimmt einen schon ein wenig traurig. Man bekommt das Gefühl nicht los, dass alle Spieler trotzdem alle irgendwie sehr ähnlich aussehen, was einem erst richtig auf dem Ladebildschirm zum einem Tennismatch auffällt, auf dem die beiden (oder vier) Kontrahenten immer angezeigt werden. Hat man also den Spieler fertig gestellt, startet man auf der Amateur-Weltranglistenposition 100. Erstes Ziel: Natürlich so weit wie möglich nach oben kämpfen und schließlich Platz 1 erreichen. Dazu stehen euch qualitativ verschiedene Turniertypen zur Verfügung, die ihr dann spielen könnt, wenn ihr den entsprechenden Platz in der Weltrangliste erreicht habt. Die Spiele innerhalb der Turniere erstrecken sich jeweils über 3 Gewinnspiele. Was nicht verständlich ist, ist der Schwierigkeitsgrad zu Beginn. Die Spiele sind viel zu einfach zu gewinnen. Es gibt auf der Xbox 360 den Erfolg, 25 Spiele zu gewinnen, ohne dass der Gegner einen Punkt macht. Diesen habt ihr wahrscheinlich nach spätestens 26 oder 27 Gesamtspielen erreicht (im ersten Match dauert es ungefähr 1-2 Ballwechsel bis ihr wisst, was los ist). Trainieren könnt ihr natürlich auch. Entweder ihr versucht einzelne Trainings in verschiedenen Schwierigkeitsstufen im Trainingscamp zu meistern, oder ihr versucht euch an den 12
Minispielen, die ihr jeweils in 9 Schwierigkeitsstufen spielen könnt. Wenn ihr jetzt aber dachtet, das Training würde euren Spieler verbessern, habt ihr euch getäuscht. Ihr könnt zwar eine Art Erfahrungsbalken in einem der drei Fähigkeitsgebiete Beinarbeit, Serve & Volley oder Grundschläge auffüllen, nur solltet ihr diesen gefüllt haben, dann schaltet sich lediglich eine der möglichen und aus den Vorgängern bekannte Spielstile frei, die ihr dann für euch als Spieler einstellen könnt. Dies verändert eure Fähigkeiten ein wenig in die eine oder andere Richtung, stellt aber keine wirkliche Verbesserung dar. Die Motivation für einen kontinuierlichen Ausbau der Fähigkeiten fehlt also komplett. Auch die Motivation, in der Weltrangliste aufzusteigen, um schließlich das Gleiche noch einmal im Profi-Bereich durchzumachen, hält sich in Grenzen. Ihr bekommt für einen Sieg eines Turniers ein wenig Geld, mit dem ihr euch Kleidung, Schläger und ähnliches in einem Shop kaufen könnt. Außerdem steigt ihr in der Rangliste ca. 1-2 Plätze auf. Nun könnt ihr euch selber überlegen, wie lange es dauert bis ihr euch hochgekämpft habt. In Kombination mit dem gerade am Anfang einfachen Schwierigkeitsgrad ist die Karriere an sich leider doch eher als langweilig und –wierig abzustempeln.

Multiplayer-/Online-Modus
Zum Multiplayermodus muss man SEGA dagegen richtig gratulieren. Man steigt in das Spiel ein, geht online und kann sofort mithalten. Naja klar, ein wenig Übung gehört natürlich schon dazu, um die ersten Gewinne einzuheimsen, aber man findet sofort Spaß an den Onlinespielen. Dies liegt vor allem daran, dass man bei diesem Spiel auch erstmals die Möglichkeit hat, ein Doppel praktisch vor vier Konsolen online zu spielen. Bisher war es immer so, das nur einer von zwei Spielern von einem menschlichen Spieler übernommen werden konnte. Diese Funktion macht so richtig Spaß. Außer diesen Showmatches habt ihr außerdem die Möglichkeit Turniere und Ranglistenspiele im Rahmen eurer Karriere gegen menschliche Gegner zu spielen. Dafür erhält man Punkte oder man kann sogar Medaillen abstauben.
Was dabei gut gemacht ist, ist die Aufteilung in drei Fähigkeitsklassen vom Amateur bis zum Champion. So ist sichergestellt, dass man keine zu übermächtigen Gegner besiegen muss. Alles in allem muss man auch für den Spielablauf über das Internet nochmal den Hut ziehen. Die Games laufen zum größten Teil immer sehr flüssig ab, man stellt kaum Verzögerungen, Lags oder sonstige Verbindungschwierigkeiten, wie das beispielsweise bei Top Spin 3 teilweise der Fall war, fest. Der Multiplayermodus ist somit also der beste Teil des Games und stellt, für den Fall dass man Freunde hat, die das Game auch zocken, auf jeden Fall einen Kaufgrund dar.

Grafik und Sound
Die Grafik von Virtua Tennis 2009 wurde im Vergleich zu seinem Vorgänger ein wenig verbessert. Gerade die Detailtexturen der Umgebung und die Details der Gesichter sind deutlich verbessert worden. Sonst gibt es leider auch nur kleinere weitere Verbesserungen, so dass das Game technisch gesehen auf jeden Fall nicht besser ist als das Konkurrenzprodukt Top Spin 3, was bereits vor circa einem Jahr erschien. Zum Sound gibt es keine besonderen Anmerkungen zu machen. Er ist stimmig, die Spiele werden mit passenden Rocksongs untermalt, bei einem Matchball wird dieser nochmals intensiviert und ein wenig lauter. Das Einzige, was ein wenig negativ anzumerken ist, ist die Sprachausgabe während des Spiels.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Ich bin ein absoluter Sportspielefan und liebe auch Tennisspiele. Virtua Tennis 2009 sehe ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Zum einen ist es nicht mehr als ein Update der Vorgängerversion und bietet nur einen frustrierenden langweiligen Karrieremodus, zum anderen integriert es aber endlich volle Freiheiten beim Onlinemodus, was wiederum für einen Heidenspaß sorgt. Außerdem sind Grafik und Sound rundum gelungen. Für alle, die das Game hauptsächlich online mit Freunden spielen wollen eine echte Alternative. Der typische Karriere-Singleplayer sollte allerdings lieber die Finger davon lassen!


positiv negativ
  • Gute Grafik
  • Einsteigerfreundlich
  • Viele Minispiele
  • Gute Multiplayermodi (vor allem Doppel an 4 Konsolen)
  • Teilweise zu einfach
  • Langweiliger Karrieremodus
  • Zu Arcadelastig





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