Wild Creatures

Wild Creatures

Originaltitel: Wild Creatures
Genre: Experimental • Drama
Regie: Rene Zhang
Hauptdarsteller: Chara Valon • Jeffrey Pudel
Laufzeit: Streaming (20 Min)
Label: Treehauz Media

Wild Creatures   12.10.2015 von MarS

Nachdem uns erst vor kurzem der deutsche Independent-Regisseur Rene Zhang mit seinem Kurzfilm Interimere (unsere Kritik findet Ihr hier) sehr positiv überrascht hatte, konnten wir es kaum erwarten sein neuestes Werk zu begutachten. Ob der Experimental-Kurzfilm Wild Creatures unsere hohen Erwartungen erfüllen konnte soll folgende Kritik klären:

 

Eine Frau allein in den Wäldern. Sie gibt sich ihren Emotionen hin, ihren Sehnsüchten, aber auch ihren Ängsten. Sie wird übermannt von ihren Gefühlen, denn eine mysteriöse Macht, ausgehend von einer Kathedrale tief unter der Erde, scheint sie in den Wahnsinn zu treiben und etwas von ihr einzufordern. Sie gibt sich völlig hin, wird eins mit der Natur und ihrer Umwelt und opfert schließlich ihr eigenes Leben, um ein anderes zu retten. 

 

Wild Creatures ist anders. Nicht nur deutlich anders als Rene Zhangs vorheriges Werk Interimere, sondern auch anders als die meisten anderen Independent-Produktionen. Der Film erzählt auf kunstvolle Weise und ohne jeglichen Dialog oder Monolog nur mit Hilfe eines großartigen Score, bestehend aus einem Mix aus klassischen und elektronischen Klängen, und intensiver, in schwarz-weiß gehaltener Bildsprache eine atmosphärische Geschichte, die dem Zuschauer endlosen Raum für Interpretationsmöglichkeiten lässt. Dies erzeugt einen Anspruch, den man so in der heutigen Kinolandschaft kaum mehr gewohnt ist, macht es dadurch aber auch gleichzeitig schwierig, ein breites Publikum zu erreichen. Zu frei und offen ist das Geschehen und niemals wird einem klar, was man wirklich gerade gesehen hat. Man ist eingenommen von der Bildgewalt und der Soundkulisse, kann damit aber im ersten Moment nicht wirklich etwas anfangen. 

 

Nachdem es im Prinzip unmöglich ist, eine klare Kernaussage zu finden, sondern der Film bewusst Raum für eigene Interpretationen und Gedanken lässt, möchte ich Euch an dieser Stelle kurz eine mögliche Interpretation meinerseits vorstellen:

 

Wild Creatures zeigt eine alleinerziehende Mutter, deren Welt vor dem Zusammenbruch steht. Ihr Kind hat eine tödliche Krankheit und das Leben der Frau wird nach der Diagnose von Verlustängsten und Erinnerungen an glückliche Zeiten beherrscht. Die Unwissenheit über die Zukunft und die Ängste um ihre Tochter führen die Frau sogar an den Rand des Selbstmords. Doch letztendlich schafft sie es sich ihren Dämonen zu stellen und durch Selbstaufopferung und völliger Hingabe ihre Tochter zu retten und ihre Welt wieder in Einklang zu bringen.

 

Wie gesagt, dies ist nur ansatzweise eine von vielen möglichen Erklärungen für das Geschehen in Wild Creatures - Ich wünsche viel Spaß beim Finden einer eigenen Interpretation!

 

Bildergalerie von Wild Creatures (9 Bilder)

Bild- und Tonqualität bleiben auf Grund des vorliegenden Streams unbewertet.


Das Fazit von: MarS

MarS

 

Wild Creatures ist ein ungewöhnlicher Experimentalfilm, der dem Zuschauer mit seiner mutigen Aufmachung viel abverlangt. Man verliert sich in der wundervollen Bildsprache und dem hervorragenden Score und ist selbst gefordert, den Sinn oder Unsinn hinter dem Ganzen zu erkennen. Wer sich auf Wild Creatures einlässt wird mit einer berauschenden Bild- und Ton-Komposition belohnt, die einem viel Stoff zum Nachdenken mit auf den Weg gibt. Wahrlich kein Film für Jedermann, aber sehenswert allemal.


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