Wild in Blue

Wild in Blue

Originaltitel: Wild in Blue
Genre: Thriller • Drama
Regie: Matthew Berkowitz
Hauptdarsteller: Frank Cermak Jr. • Steve Railsback
Laufzeit: DVD (82 Min) • BD (85 Min)
Label: Alive
FSK 18

Wild in Blue   03.06.2015 von MarS

Low-Budget-Streifen gibt es viele, vor allem im Independentbereich. Zu dieser Kategorie zählt auch Wild in Blue, der den Zuschauer in die Gedankenwelt eines Psychopathen zu entführen versucht - allerdings mit welchem Erfolg? Eine Antwort auf diese Frage gibt es in unserem Review ... 

 

Charlie (Frank Cermak) hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, einen "echten" Film zu drehen. Für ihn als sexuellen Sadisten ist es dabei selbstverständlich, hierfür immer wieder Frauen auf grausame Weise zu ermorden und das ganze mit Hilfe eines Freundes auf Video aufzunehmen. Als er jedoch eines Tages Ashley kennenlernt findet er längst verloren geglaubte Gefühle wieder ...

 

Wild in Blue ist ganz klar kein Film für Freunde des Mainstream-Kinos. Die Art der Inszenierung erinnert viel eher an Experimentalkino, denn diese ist geprägt von extremer Stilmittelnutzung, diversen Kameratechniken, die den Film schon beinahe in einen Found-Footage-Film verwandeln und einem teilweise nur aus einzelnen Tönen bestehenden, elektronischen Score. 

 

Leider fehlt es dem Film sowohl an einem nachvollziehbaren Erzählfluss als auch an Dramaturgie und Spannung. Die Charaktere sind genauso wie die Story selbst sehr flach und deren Hintergründe sind viel zu klischeehaft, so dass es Wild in Blue auf ganzer Linie verpasst, dem Genre etwas Neues beizutragen. Selbst die vorhandenen Sex- und Gore-Szenen sind nicht der Rede wert, hier hätte auch eine Freigabe ab 16 Jahren ausgereicht. Nur selten schaffen es vereinzelte Szenen, beim Zuschauer unangenehme Gefühle auszulösen.

 

Frank Cermak macht seine Sache als psychopathischer Sadist sehr gut und vermittelt dem Zuschauer glaubwürdig seine Obsession. Alle anderen Schauspieler fallen nicht groß ins Gewicht, denn Wild in Blue arbeitet auf weiten Strecken lediglich mit Monologen des Hauptdarstellers.

 

Bildergalerie von Wild in Blue (7 Bilder)

Die Bildqualität ist auf Grund der genutzten Stilmittel mit einem Mix aus Super-8 und verwackelten Handkameraaufnahmen sehr wechselhaft und bietet nur selten wirklich gute Schärfe. Die meisten Szenen sind stark verwaschen, unscharf oder von ordentlich Filmkorn durchzogen. Der Ton kann auch nicht wirklich überzeugen und spielt sich dank der vorhandenen 2.0 Tonspur lediglich im Frontbereich ab.


Das Fazit von: MarS

MarS

Wild in Blue ist ein Film, der sich nicht so Recht für ein Genre entscheiden kann. Er lässt sich als Homage an das Serienkiller-Genre sehen, der durch seine dünnes Drehbuch und klischeehaften Charaktere hauptsächlich von seiner experimentellen, stilmittelgeprägten Inszenierung lebt. Diese schafft es allerdings nur in ganz wenigen Momenten, den Zuschauer tatsächlich zu erreichen. Insgesamt ist Wild in Blue wirklich schwere Kost weitab vom Mainstream, die einem anspruchsvolles Kino vorgaukelt, diesen Anspruch aber in der Realität nie erreicht und somit auch keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. 


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentar verfassen

Schreibe hier einen Kommentar. Du musst einfach alle Felder, die mit einem *-markiert sind, ausfüllen.

Noch 1000 Zeichen übrig

Meine Eingaben merken?

Ich akzeptiere die AGBs


Kommentare[X]

[X] schließen