Wo die wilden Kerle wohnen

Wo die wilden Kerle wohnen

Publisher: Warner
Genre: Action / Jump & Run
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 27.11.2009
USK 12

Wo die wilden Kerle wohnen   26.12.2009 von Panikmike

Es ist mal wieder soweit, bald startet der neue Kinofilm und davor gibt es schon die Lizenzumsetzung auf den Konsolen. Der Film basiert auf einem bekannten Kinderbuch, das in den USA schon ein kleiner Hype ist. Ob das Spiel überzeugen kann oder ob die Monster eher zu Hause bleiben sollten, seht ihr hier…

Ihr spielt Max. Max ist ein kleiner Junge in einem Katzenkostüm mit Plüschohren und einem langen Schwanz. Ihr seid mit einem Boot unterwegs und strandet an einem schönen Sandstrand. Warum das so ist? Keine Ahnung, vielleicht gibt der Film mehr Informationen raus als der Anfang des Spiels. Dem Videospieler werden viele Fragen nicht beantwortet, zum Beispiel warum Max ein Kostüm trägt oder warum er alleine mit einem Boot unterwegs ist. Aber so weit so gut, wie akzeptieren also unseren Helden und schauen mal, was auf der Insel so alles abgeht. Schon ein paar Minuten auf der Insel und wir sehen ein großes, haariges Monster vor uns laufen. Doch es greift uns nicht an, sondern haut vor uns ab.

Sehen wir denn so furchteinflößend aus? Anscheinend! Natürlich sind wir sehr unvorsichtig und neugierig und versuchen dem Monster hinterherzukommen. Am Strand finden wir dann noch ein goldenes Zepter, dass wir aufnehmen. Mit diesem können wir zuschlagen und allerlei Dinge zerrstören. Zum Beispiel befinden sich am Rand Büsche, die wir zu Kleinholz verarbeiten können. Wir laufen also am Strand entlang, klettern auf Klippen und verfolgen den komischen Kerl durch den Urwald. Mittendrin finden wir dann noch einen Schädel, den wir aufsammeln können. Im Spiel selbst gibt es 60 Stück davon, wieder einmal gibt es Gamerscore für das Aufsammeln der Objekte. Aber nicht nur das, wenn wir eine bestimmte Anzahl aufgesammelt haben, so schalten sich weitere Dinge im Verlauf des Spiels frei. Am Ende des Levels finden wir den Ort, an dem die wilden Kerle wohnen! Von nun an sind wir Teil der Familie. Einige der Monster wollen uns zwar fressen, aber generell wird unsere Anwesenheit toleriert!

Nun können wir uns erst mal im Dorf austoben. Auch hier gibt es Sammelobjekte, die wir für die Gamerscore brauchen. Jedoch kann man am Anfang nicht schon alle einsammeln, hierfür muss man in den einzelnen Levels weiter kommen und seinem Sammeltrieb fleißig nachgehen. Doch was machen wir hier eigentlich. Manche der Kerle sehen uns als ihren König an, jedoch erfahren wir, dass die Insel langsam dem Untergang geweiht ist. Nun müssen wir uns als würdig erweisen und die bösen Mächte von der Insel vertreiben. Von nun an sind bei den Levels immer ein paar Kerle mit dabei, die uns helfen, weiterzukommen. Steht man zum Beispiel vor einer Steinwand oder einem Baum und kommt nicht weiter, so schlägt man einfach gegen diesen und schon hilft uns ein Monster mit einem kräftigen Schlag. Der Baum fällt um (bzw. die Mauer wird zerstört) und schon können wir weiter gehen. Im gesamten Spiel sind, wie oben schon erwähnt, Dinge einzusammeln. Es gibt nicht nur Schädel, sondern auch Bienenwaben, Sterne oder auch Schildkröten. Aber das Einsammeln ist nicht alles, es passiert noch mehr.

Im Dorf selbst müssen wir zum Beispiel die Kerle zum Niesen bringen, sie mit Dreck bewerfen oder aber auch mit ihnen tanzen. In den Levels müsst ihr die nervigen Käfer töten, deren Brutstätten auslöschen oder auch Pflanzen zum Wachsen bringen. Dann entpuppt sich das Spiel noch als kleines Akrobatikspiel á la „Prince of Persia“ oder „Tomb Raider“. Man klettert Abgründe nach unten, man läuft über Gestrüpp oder aber man springt von Ast zu Ast. Es kommt nie Langeweile auf, wobei der Sammeltrieb schon ein wenig zu viel des Guten ist. Das Spiel ist generell sehr eintönig, aber man muss auch davon ausgehen, dass es nicht für Erwachsene entwickelt worden ist.

Gott sei Dank müsst ihr nicht alles per pedes machen, nein, ihr begebt euch auch mal kurzzeitig in die Lüfte oder aber ihr könnt einen wilden Kerl reiten und wie bei einem Autorennen durch die Gegend driften. Später dürft ihr dann sogar auch mal Kanu fahren. Diese Abwechslung ist schön gemacht, es wertet das Spiel ein wenig auf.

Die Grafik des Spiels ist schön gemacht, die Flora und Fauna wurde gut programmiert. Überall sieht man das Grün der Büsche und Bäume, die Käfer und die Monster geben dazu einen leuchtenden Kontrast. Auch wenn alles kein Meisterwerk wie bei Avatar ist, so ist alles sehr schön anzusehen. Lediglich in Sachen Detailtiefe wurde leider nicht viel gemacht. Alles wirkt sehr statisch, es ist kaum eine Bewegung im Bild. Wenn man die Bäume ansieht, dann sieht es nicht aus wie ein Baum, sondern eher wie ein Bild davon. Nichts bewegt sich, keine Blätter fallen nach unten oder sonst ein Effekt. Die einzigen Bewegungen sind die Tiere, unser Held und das Wasser. Hier ist sehr viel nachzubessern, um ein höheres Niveau zu erreichen.

Der Sound hingegen ist sehr gut, die Musik ist zwar ein wenig düster, passt aber sehr gut zum Geschehen. Die Effekte sind gut, jedoch in meinen Augen zu wenig. Der Bach rauscht, man hört den Charakter im Gras landen und so weiter. Jedoch passiert mir hier ein bisschen zu wenig. Die Stimmen der einzelnen Charaktere sind gut umgesetzt, jedoch sind die Gespräche ein wenig flach. Auch wenn das Spiel natürlich nicht von den Dialogen lebt, so würde man sich schon ein wenig mehr Niveau wünschen.

Mehrspielermodus gibt es leider keinen, jedoch wüsste ich selbst nicht, wie man das hätte einbauen können. Das einzige was mir dazu einfällt wären ein paar Minispiele gewesen. Doch auf der anderen Seite kann man ganz froh sein, dass es die hier nicht gibt, denn meistens floppen diese dann auf ganzer Linie.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Lizenzspiele sind ja anscheinend in diesem Jahr der Renner, doch die meisten sind im unteren Bereich anzusiedeln. Das Problem ist oft die fehlende Abwechslung oder der stupide Spielfluss. Bei „Wo die wilden Kerle wohnen“ ist es nur ein bisschen anders, doch es reicht aus, damit das Spiel kein Flop ist. Die kleinen Herausforderungen machen Spaß, sind nicht zu schwer, aber auch nicht zu einfach. Die Fantasiewelt sieht gut aus, die musikalische Untermalung passt. Auch wenn das gesamte Spiel sehr linear ist und man in den einzelnen Levels nicht mal die Kamera schwenken kann, so macht es dennoch immer wieder Laune, ein Level zu spielen. Die Unterhaltung für einen Erwachsenen hält sich in Grenzen, Kinder werden sicherlich ihren Spaß daran haben.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Schöne Sprung- und Klettersequenzen
  • Gute musikalische Untermalung
  • Gutes Menu
  • Nette kleine Rätsel
  • Drei verschiedene Schwierigkeitsgrade
  • Keine Einführung in das Spiel
  • Viele Fragen bleiben offen
  • Keine lebendige Welt
  • Kamera nicht drehbar





Kommentare[X]

[X] schließen