Wochenendkrieger - Die LARP Doku

Wochenendkrieger - Die LARP Doku

Originaltitel: Wochenendkrieger
Genre: Dokumentation
Regie: Andreas Geiger
Laufzeit: DVD (90 Min)
FSK 6

Wochenendkrieger - Die LARP Doku   15.05.2014 von Täx

Mitten in unseren Wäldern führen zauberhafte Elfen und andere Fabelwesen einen berauschenden Kampf gegen die dunkle Seite: gegen Orks, bösartige Dämonen und Untote. Gut gegen Böse, ein Kampf auf Leben und Tod – und das jedes Wochenende. Daher haben sie auch ihren Namen. Sie sind die Wochenendkrieger. Denn das Auental liegt mitten in Niedersachsen ...

 

Live Action Role Play, kurz LARP oder auch Liverollenspiel ist das Hobby tausender, im Alltag völlig alltäglicher  Menschen. Und jedes Jahr treffen sich auf dem Conquest of Mythodea, kurz CoM, tausende Menschen, um als Orks, Untote, Ritter oder andere Fantasiewesen das Schicksal des Kontinents Mythodea zu bestimmen. Mit Wochenendkrieger zeigt Regisseur Andreas Geiger das Hobby LARP und besonders auch die Menschen, die hinter den Rollen stehen. Denn im Alltag haben bekennende LARPer nach wie vor mit verschiedenen Vorurteilen zu kämpfen. Von Realitätsverleumdung bis Schizophrenie ist da alles vertreten - das weiß ich aus eigener Erfahrung.

 

In dieser Dokumentation werden fünf Personen begleitet, die zwischen ihrem Alltag und ihrer Rolle wechseln. Eingerahmt wird dies durch die Hintergrundgeschichte, in der die bösen Fraktionen des untoten Fleisches gemeinsam mit der Herrscherin der Leere versuchen, das Auental zu erobern. Ihnen gegenüber stehen die Elfen, angeführt von ihrer Königin, die gemeinsam mit einem mächtigen Magier nach Wegen sucht, die Bedrohung zu beenden und die Herrscherin der Leere zu besiegen.

 

Im einzelnen porträtiert werden:

 

  • Chris, Lehrerin und Herrscherin der Leere,
  • Sven, Montagearbeiter und Gärtner der öligen Pestilenz,
  • Nicole, Modedesignstudentin und Elfenkönigin Lenora,
  • Gregor, Maskenbildner und Erzmagier Lamathiel und
  • Dirk, Sekretär bei den Grünen und Fürst des untoten Fleisches.

 

Regisseur Andreas Geiger zeigt alle Beteiligten sowohl in ihren häuslichen Umgebungen und ihren Berufen, als auch in ihren Rollen auf der LARP Convention, kurz Com, Conquest of Mythodea. Jeder der fünf erzählt, was das Rollenspiel für eine Bedeutung für sie hat und wie sehr sie das Hobby im täglichen Leben beeinflusst.

 

Die gesamte Dokumentation ist als Dialog produziert worden, jedoch kommen nur die Protagonisten zu Wort, Fragen werden keine gestellt. So kann es schon einmal passieren, dass der Zuschauer am Anfang einer Szene ein wenig Zeit braucht, um den Handlungsfaden zu erkennen. Das stört allerdings sehr wenig, denn meist sind die Situationen gut erklärt oder die Bilder zeigen was gemeint ist.

 

Wochenendkrieger richtet sich vor allem an aktive Liverollenspieler, Grundlagen, wie etwa die einzelnen Genres, werden nicht erklärt. Das ist schade, denn das Hobby LARP ist sehr vielfältig und von Fantasie bis Horror oder Endzeit gibt es kaum ein Thema oder eine Epoche, die nicht bespielt werden kann. Durch die fehlenden Fragen an die Darsteller ist es für Laien schwer alles zu verstehen. Wenn Chris beispielsweise eine umgebaute Nerf Gun zeigt, ist es für Außenstehende nicht direkt klar, wie eine Pistole mit ihrem Charakter als Herrin der Leere zusammen hängt. Der LARPer dagegen erkennt sofort das Zubehör eines Charakters aus dem Endzeitspiel alá Mad Max.

 

Bildergalerie von Wochenendkrieger - Die LARP Doku (17 Bilder)

Auch wird wenig Bezug auf die Veranstaltung genommen, in der sich die Hintergrundgeschichte abspielt. Da ich selbst auch auf die Conquest of Mythodea fahre, denke ich, dass ein wenig mehr Hintergrundwissen über dieses Event erzählt werden sollte. Und nach zehn Jahren ist die Geschichte von Mythodea sehr ausführlich und kann mit bekannten Fantasiegeschichten locker mithalten.

 

Die Laufzeit der DVD beträgt 90 Minuten, die vollgepackt mit tollen Bildern und einer einzigartigen Atmosphäre schnell vergehen. Zu keiner Zeit zieht sich die Dokumentation oder wird gar langweilig. Es gibt zwei deutsche Tonspuren, 2.0 und 5.1 Dolby Digital. Als Extra befinden sich noch nicht enthaltene Szenen und 21 Minuten Filmmusik auf der Scheibe.


Das Fazit von: Täx

Täx

Wochenendkrieger ist für mich als begeisterter Rollenspieler natürlich ein Juwel unter den Dokumentationen. Obwohl in Deutschland mehr als 400 Veranstaltungen im Jahr stattfinden, ist das Hobby doch eher unbekannt. Andreas Geiger schafft es in seiner Dokumentation nicht nur, die Faszination und die Fantasie herauszustellen, sondern zeigt das hinter den Masken ganz normale Menschen leben, die in ihrem täglichen Leben ihren Berufen nachgehen und weder schizophren noch Realitätsverweigerer sind. Leider richtet sich Wochenendkrieger an aktive LARPer, der Laie wird sich nur schwer zurecht finden und auch nicht alles verstehen können. Auch wird wenig auf die vielfältigen Facetten des Liverollenspiels eingegangen. Bei den Bildern der Veranstaltung dagegen wird erkennbar, mit wie viel Engagement und Liebe die Kostüme gefertigt wurden und wie viel Herzblut die  Spieler in ihr Hobby stecken. Alles in allem eine gute Dokumentation und ein Film, der sich für jeden Rollenspieler lohnt. 


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positiv negativ
  • Tolle Bilder
  • Stimmiger Soundtrack, tolle Atmosphäre
  • Schöner Wechsel zwischen Wirklichkeit und Fantasiewelten
  • Die Darsteller sind authentisch
  • Hintergrundgeschichte führt alles zusammen
  • Larp wird nur oberflächlich vorgestellt
  • Für Laien zu kompliziert
  • Monologe zum Teil unverständlich





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