World of Zoo

World of Zoo

Genre: Simulation
Erscheinungsdatum: 06.11.2009
USK 0

World of Zoo   16.12.2009 von derstefan

Seid ihr Fans von Tierparkdoku-Soaps wie „Leopard, Seebär & Co.“ oder wolltet schon immer mal einen Zoo euer Eigen nennen?  Dann schaut mal bei „World of Zoo“ auf dem Nintendo DS vorbei. In dieser Tierparksimulation dürft ihr euch um jede  Menge Geschöpfe kümmern und euch einen Zoo ganz nach eurem Geschmack erschaffen. Wie sich die Mischung aus Tierpfleger- und Zoodirektor-Simulation so spielt, erfahrt ihr hier.

Gleich mal vorweg, bevor ihr weiterlest: „World of Zoo“ ist keine Zoo-Simulation, wie man sie bisher kennt. Spiele wie „Zoo Tycoon“ aus dem Jahr 2001 und seine zahlreichen Add-Ons und Nachfolger waren eher eine Wirtschaftssimulation, wo es darum ging einem Tiergarten das Überleben zu ermöglichen. Hier geht es um etwas anderes: Das Ziel liegt darin, sich möglichst gut um die Tiere zu kümmern, sie zu unterhalten und ihnen ein schönes Leben zu ermöglichen.

Der Start in das Spiel ist in meinen Augen etwas ungewöhnlich. Die Entwickler dachten sich wohl, dass ein Tutorial oder eine kurze Einführung nicht zum Spiel passen würde. Eurem Zoo dürft ihr zu Beginn erst einmal einen Namen geben und dann seid ihr auch schon mittendrin. Zuerst muss man sich einen Überblick über sein Reich verschaffen, denn es ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Zuerst fallen viele Bereiche mit grauen Tiersymbolen auf, diese repräsentieren die verschiedenen Gattungen, die ihr im Spiel betreuen könnt.

Das Hauptaugenmerk im Spiel liegt natürlich auf den Tieren. 11 Gattungen, zwischen denen ihr euch entscheiden müsst, stehen euch am Anfang zur Auswahl bereit. So habt ihr die Qual der Wahl, ob ihr ein Zuhause für Koalas, Großkatzen, Giraffen, Pinguine, Elefanten oder Wildhunden erschaffen wollt.  Man kann sich zu Beginn erst einmal nur eine Gattung aussuchen, mit der man den Zoo aufbaut. Ich entscheide mich für ein Koala-Gehege, find ich irgendwie interessanter als ein Wildhund-Gehege (aber nix gegen Wildhunde!!).  Hier hat man nun die Auswahl  zwischen einem real in der Natur vorkommenden Queensland-Koala oder einer Eigenkreation. So kann man dem Tier äusserlich teuflische Dinge antun. Bei einem Koala lassen sich zum Beispiel typische Körpereigenschaften wie Größe, Farbe oder die Kopfform verändern.  Ich entscheide mich zum Beispiel ein lila Fell (nein, ich bekomme kein Geld von Milka) und bei der anschließenden Namensgebung  bin ich mit dem Namen Oleg-Malte auch mal „furchtbar“ kreativ.  Nachdem jeder Jeck anders ist (glaubt man den Kölnern), muss man sich auch eine Charaktereigenschaft seines Tierchens aussuchen. Soll mein Koala verspielt, verschmust oder grummelig sein? Och, ich gestalte ihn mal nach mir: Verfressen!

Ähnlich wie Animal Crossing verzichtet „World of Zoo“ auf klassische Spielelemente wie eine konkrete Handlung oder spezielle Missionen und Aufgaben. Auch gibt es kein fixes Spielende.  Im Mittelpunkt steht das Interagieren mit den Tieren. Das Ziel ist es, deren Vertrauen zu bekommen und einen Weg zu finden, damit es ihnen im Zoo gut geht. Wie das geht, wird nach der der Erschaffung in einem sehr kurzen Tutorial erklärt. Nachdem mein selbst erschaffener lilaner Koala-Bär eine verfressene Eigenschaft bekommen hat, schwebt über seinem Kopf eine Abbildung von Eukalyptusblättern. Diese kann man dann aus dem Tierpflegerinventar auswählen und den Tieren per Drag-and-Drop zuwerfen. Aber seid vorsichtig: Wenn ihr das Essen oder andere Items aus dem Inventar zu nah an die Tiere werft, dann erschreckt ihr sie. Das sieht zwar anfangs witzig aus, aber wir wollen die armen Kreaturen ja nicht überstrapazieren...

Ein Spiel funktioniert ja wie das richtige Leben immer nur gut durch Motivation. Was den Spieler hier motivieren kann, ist das Sammeln von Herzen. Je besser ihr den Wünschen eurer Geschöpfe nachkommt, umso mehr Herzen sammelt ihr. Mit diesen Herzen könnt ihr zum Beispiel neue Tiergehege kaufen oder die vorhandenen ausbauen. Meine Koalas können sich dadurch zum Beispiel an neuen Grasbüscheln erfreuen, Pinguinen kann man Eis-Totems ins Gehege stellen und vieles andere mehr. Auch das normales Inventar erweitert sich, je länger ihr spielt. Die Spielzeuge wie Bälle, Puppen oder Stofftiere werden immer zahlreicher und vielfältiger. Leider unterscheiden sich die Interaktionen der Tiere mit den Inventargegenständen nicht sonderlich. Was gegessen werden kann, wird gegessen, Bälle und sonstige Sachen werden durch die Gegend gepfeffert. Was anfangs noch Spaß macht, nutzt sich irgendwann ab.

Wirklich versagen könnt ihr übrigens nicht. In einem Test (der mir schwer gefallen ist) habe ich einmal versucht, wie das Spiel reagiert, wenn man sich nicht um die Zoo-Insassen kümmert oder sie ständig nur erschreckt. Man bekommt dann natürlich nur sehr wenige Herzen, aber Abzüge oder gar ein Ableben á la „Tamagotchi“ mangels Futter oder Liebesentzug passiert zum Glück nicht. Es ist schon schwer genug seinem Kind zu verkaufen, daß das Meerschweinchen schon zum dritten Mal die Fellfarbe innerhalb von 2 Jahren gewechselt hat...

Abseits vom Leben im Gehege könnt ihr im Hauptgebäude des Zoos ein Tagebuch führen, in dem man eintragen kann, was man alles an einem Tag gemacht hat. Gut, kann man machen, muss man aber nicht. Motivierend wirken die Zooabzeichen, die man im Hauptgebäude ansehen kann. Hier kann man seinen Spielfortschritt sehen wie zum Beispiel „Erstes Gehege eröffnet“ oder „Erstes Tier erschreckt“. Insgesamt gibt es 150 verschiedene Abzeichen, die erarbeitet werden möchten. Was ich nicht ganz verstehe ist, warum man während des Spiels nicht erkennt, wann man ein solches Abzeichen erhält. Es ist doch viel motivierender, wenn man nicht erst in das Hauptgebäude rennen muss, damit man das erfährt. Damit die DS-spielenden Kids auch noch was lernen, können zu den verschiedenen Tieren Sammelkarten durch die erspielten Herzen gekauft werden. Auf diesen Karten, deren Daten vom bekannten  „National Geographic“ kommen,  erfahren wir, dass das Queensland-Koala eigentlich ein Phascolarctos cinerus adustus ist, welches 60-85 cm groß ist und circa 9 Kilo wiegt. Aha, again what learned!

Grafisch gehört das Spiel in die Mittelklasse. Die 2D-Grafiken in den Menüs sind relativ liebevoll gestaltet und kindgerecht bunt. Sobald mit den Tieren gespielt wird, wechselt die Grafik in den  3D-Modus. Wenn die Koalas zum Beispiel mit einem Ball spielen, sieht es so aus, als würden sie zuerst in den Ball reinlaufen und erst dann mit ihm spielen. Grafische Wunder erwartet man auf dem DS natürlich nicht, aber ein bisschen mehr Genauigkeit und nicht ganz so eckige Polygone wären schön gewesen. Die Animationen sind allerdings recht niedlich und es ist schon süß anzusehen, wie die Tiere sich freuen, wenn man ihnen ein Spielzeug oder Essen hinwirft und sie sich dann draufstürzen. Was - wie ich finde – passend gelöst wurde, ist die Musikuntermalung. Jedes Gehege hat seine eigene passende Soundkulisse, die die Stimmung der jeweiligen Landschaft unterstreicht.

Ein Multiplayer-Modus ist auch enthalten, allerdings ist er nicht sehr umfangreich geworden. Man kann zum Beispiel Zoos und Tiere untereinander austauschen und somit sehen, wie die Tiere in dem Gehege von Freunden aussehen.


Das Fazit von: derstefan

derstefan

„World of Zoo“ kann durch den Lerneffekt und durch die nette Interaktion mit den Tieren punkten. Der Spieleinstieg ist mangels guter Tutorials zwar ziemlich holprig, aber es macht anfangs echt Spaß „seinen“ Tieren Bälle zuzuwerfen, sie zu füttern und ihnen ihr Gehege aufzuhübschen. Leider nimmt der Spielspaß dann doch recht schnell ab, da sich das Spielprinzip trotz 11 verschiedener Gattungen wiederholt. Wer seine Kids aber für eine Weile mit einem unblutigen Spiel beschäftigen lassen möchte, mit dem man sogar noch ein wenig lernen kann, der sollte sich das Spiel auf jeden Fall anschauen.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Lerneffekt durch Sammelkarten
  • Sehr kindgerecht
  • Anfängliches "Och wie süß-Gefühl"...
  • Schlechte Tutorials
  • 3D-Grafik ausbaufähig
  • ...das mit der Zeit nachlässt





Kommentare[X]

[X] schließen