Was waren das damals doch für herrliche Zeiten: Als wir noch als gestandene Mutanten neben Professor Charles Xavier gegen das Böse kämpfen durften. Doch das ist alles Geschichte. Professor Xavier ist tot und die bekannten Mutanten haben etwas Besseres zu tun, als sich für einen steuerbaren Charakter in einem Videospiel herzugeben. Was bleibt uns anderes übrig, wir ziehen als frische Mutanten-Azubis in die Schlacht. Ob das wenigstens so viel Spaß bringt wie früher? Lassen wir uns überraschen...
Wir befinden uns in San Francisco, aufgrund einiger Reibereien wurde die Stadt in Bereiche für normal Sterbliche und Mutanten aufgeteilt. Heute findet eine öffentliche Feierstunde zu Ehren des Verstorbenen Professor X statt. Der Spieler übernimmt die Rolle eines von drei
vorgegebenen Charakteren und beobachtet die Show. Doch wir wären nicht in einem Action-Videospiel, wenn nicht etwas Schreckliches passieren würde: Explosionen, Autos fliegen durch die Luft, Menschen rennen schreiend und orientierungslos über den, vormals so friedlichen, Platz. Aus einer Notsituation heraus entdeckt Ihr plötzlich Mutantenkräfte in Euch, die Ihr umgehend zu Eurer eigenen Verteidigung einsetzen müsst. Blitzschnell ist das ganze Gebiet über und über mit Purifiers, einer extremen Anti-Mutanten-Organisation gefüllt. Ihre Bewaffnung deutet nicht auf große Gesprächsbereitschaft hin.
Nun beginnt für den Spieler das eigentliche Spiel. In gewohnter Hack`n Slay Manier verprügelt Ihr die anstürmenden Massen, sammelt Gegenstände auf und lernt Schritt für Schritt den Einsatz der neu entdeckten Kräfte. Auch steht es Euch im späteren Spiel frei, auf welcher Seite Ihr gegen die neue Bedrohung kämpfen wollt. Ihr könnt euch Xaviers Nachfolger Cyclops anschließen, oder auf der dunklen Seite der Macht, mit Magnetos Bruderschaft, dem Gegner gegenübertreten. Leider ist es völlig unerheblich, für welche Seite Ihr Euch entscheidet. Einzig im Finale wird Euch ein anderes Ende vorgespielt. Die uninspirierte Story ist so starr wie die schlauchförmigen Level, in denen Euch Scharen von langweilig einheitlichen Gegnern entgegenkommen.

Für welchen der drei unbekannten Charaktere Ihr Euch entscheidet, ist, wen wird es noch wundern, auch vollkommen egal. Es sei denn, Ihr identifiziert Euch mit dem Geschlecht oder der Herkunft des Frisch-Mutanten. Immerhin könnt ihr den Charakter ein wenig formen, indem Ihr die Mutanten-Kraft auswählt. Auch ein kleines Level-System hat Silicon Knights uns gegönnt. Was sich jetzt nach einem Hauch Spieltiefe anhören könnte, ist leider auch enttäuschend. Im Spiel selbst bleibt es beim uninspirierten Zwei-Button-Mashing.
Da kann man schon froh sein, dass das Spiel in maximal fünf Stunden durchgezockt ist. Positiv zu erwähnen ist die gute, englische, Synchronisation. Hier wurden bekannte Stimmen verpflichtet. Der Publisher hat auf eine deutsche Version gleich verzichtet. Wem die englische Sprache nicht so geläufig ist, dem bleiben noch die deutschen Untertitel.

Technisch wird das Niveau des Spiels gehalten. Die Texturen sind grob und farb-arm, die Charaktere bestehen nur aus wenigen Polygonen und die Kampfgeräusche hören sich an, als würde der Spieler eine Plastiktüte verprügeln. Alles erinnert an einen, auf HD getrimmten, Klassiker aus vergangenen Konsolentagen.
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