Zerstören Amazon, Netflix und Co. die Kinokultur?

Zerstören Amazon, Netflix und Co. die Kinokultur?

Genre: Film- und Fernsehen
FSK 0

Zerstören Amazon, Netflix und Co. die Kinokultur?   03.08.2016 von Fakeaccount

Gehen wir heute ins Kino oder chillen wir lieber mit Netflix zu Hause? Diese Frage stelle sich viele Medien-Konsumenten. Obwohl das Kinoerlebnis mit großer Leinwand, Popcorn und modernster Soundanlage einzigartig ist, bleibt die Kinobranche von den Entwicklungen auf dem Video-on-Demand (VoD) Markt nicht unberührt. Nach einem schwachen Kinojahr 2014 glaubten viele bereits an den langsamen Untergang der Kinokultur. Gelangweilte und übersättigte Zuschauer, zu hohe Eintrittspreise und illegales Streaming würden es der Kinobranche schwer machen. Hinzu komme die steigende Beliebtheit von VoD-Portalen wie Amazon Prime Video, Netflix und deutschen Anbietern wie Sky und Maxdome.

 

Video-on-Demand Dienste immer beliebter

 

Und tatsächlich: Rund 43 Prozent der Onliner in Deutschland – etwa 24 Millionen Menschen – nutzen bereits kostenpflichtige VoD-Angebote, wie die aktuelle Goldmedia-Studie "Pay-VoD in Deutschland 2016-2021" zeigt. Das sind fast doppelt so viele wie Ende 2014. Dabei ist Amazon mit 32 Prozent der am häufigsten genutzte Anbieter, gefolgt von Netflix mit 17 Prozent. Die deutschen Anbieter Sky und maxdome erreichen 12 bzw. 11 Prozent. Die Streaming-Dienste verfolgen ganz unterschiedliche Strategien, um neue Nutzer zu erreichen. Während Amazon mit der Prime-Mitgliedschaft auf eine Bundling-Strategie aus Premium-Lieferservice und Prime Video setzt, stellt der Anbieter maxdome seinen Dienst auch als Feature in manchen DSL-Paketen zur Verfügung. Filme online zu gucken wird so also immer unkomplizierter gemacht. Sowohl Netflix als auch Amazon geben zudem große Budgets für exklusive Eigenproduktionen aus, die mit den großen Kino- und Serienblockbustern mithalten sollen.

 

Kino-Rekordjahr 2015

 

Auch wenn sich VoD-Dienste also nicht über mangelnden Zuspruch beklagen dürfen, wurde das Jahr 2015 zu einem Kino-Rekordjahr. Mit über 139 Millionen Besuchern gingen in Deutschland so viele Menschen wie seit sechs Jahren nicht mehr in die Kinos, so die aktuelle Studie der Filmförderungsanstalt FFA. Jeder Bundesbürger ging letztes Jahr im Schnitt 1,7 Mal ins Kino und zahlte dabei 8,39 Euro pro Ticket. Die Kinobetreiber nahmen insgesamt 1,17 Milliarden Euro ein – 19 Prozent mehr als noch 2014. Publikumsliebling war "Fack ju Göthe 2" mit knapp 7,7 Millionen Zuschauern, gefolgt vom US-Animationsfilm "Minions" und dem Bond-Streifen "Spectre". Solange weiterhin sehenswerte Blockbuster für das Kino produziert werden, brauchen Kinofans also keine Angst vor dem Untergang der Kinokultur haben. Das Streamen zu Hause auf dem Sofa verdrängt vielmehr das klassische Fernsehen als den Kinobesuch.

 

Kinofilme bald zu Hause streamen?

 

Als echte Revolution hingegen könnte sich die Idee des Start-ups "Screening Room" erweisen: Filme könnten zum Kinostart über eine kleine Box für 150 Dollar und 50 Dollar pro Film ins Wohnzimmer gestreamt werden. In Hollywood gibt es hierzu bislang gespaltene Meinungen. Die Zukunft wird zeigen, ob sich diese Idee durchsetzen kann.

 

Bildrechte: Flickr red cinema sits reynermedia CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten




Kommentar verfassen

Schreibe hier einen Kommentar. Du musst einfach alle Felder, die mit einem *-markiert sind, ausfüllen.

Noch 1000 Zeichen übrig

Meine Eingaben merken?

Ich akzeptiere die AGBs


Kommentare[X]

[X] schließen