Zombiber

Zombiber

Originaltitel: Zombeavers
Genre: Horror • Komödie
Regie: Jordan Rubin
Hauptdarsteller: Rachel Melvin • Biber
Laufzeit: DVD (74 Min) • BD (77 Min)
Label: Splendidfilm
FSK 18

Zombiber   09.04.2015 von Beef Supreme

Darauf hat die Welt gewartet! Nach Vögeln, unzähligen Insektenarten und massiv trendigen Haien, die dem armen Menschlein ans Leder wollten, wartet nun die nächste animalische Bedrohung darauf, den fragilen Fleischsack zur Ader zu lassen: Der gewalttätige, gemeine, niederträchtige Biber! Versteckt Eure Baumstämme, schließt Eure Flüsse ein, der Zombiber geht um!

 

Nach einem herrlichen Old-School-Intro mitsamt platzendem Reh wird der jetzt schon dezent schockierte Zuschauer in den Nahkampf mit drei Vollkontaktzicken geworfen. Mary, Zoe und Jenn wollen sich ein männerfreies Wochenende in einer abgelegenen Hütte am See gönnen, da Jenn just betrogen wurde. Im See planschend finden die drei Hübschen einen nahegelegenen Biberdamm mitsamt Biber Bau, der mit seltsamem Schleim vollgesaut ist. Die Anwohner selbst lassen sich nicht blicken, sie sind ja schließlich nachtaktiv. In der Nacht stoßen dann trotz strammer Anti-Gehänge-Parole die Boys zu den Girls dazu - drei Mädels sind auch einfach zu wenig Kanonenfutter - und aufgrund des bemitleidenswerten Versuchs, sowas wie eine Story zu basteln, muss hier ein wenig gezickt, geheult und gevögelt werden. Und natürlich ist das der Auftritt für den Ehrengast: Auch der Zombiber gibt sich die Ehre und tauscht Borke und Stamm gegen Knochen und Gekröse. Ab hier ist es eigentlich wie immer: Hysterisches Gekreische, kopflose Fluchtversuche, die im typischen Griff ins Klo enden, hier ein bisschen Blut, da ein paar Tote, das Übliche eben.

 

Und trotzdem macht Zombiber über weite Strecken mehr Spaß als die vergleichbare Konkurrenz. In herrlicher Selbstironie nimmt sich der Streifen permanent selbst auf die Schippe ohne dabei allzu lächerlich zu wirken. Dabei ist sich das Drehbuch nicht zu schade, typische Horrorklischees zu bedienen, wie zum Beispiel das panische Gekreische wenn die Karre nicht anspringt, dabei tuckert die laufruhige Hybridschüssel längst. Solche fein platzierten Gags zaubern immer mal wieder ein Schmunzeln ins Gesicht, auch wenn gerade keiner ins Gras beißt. Die Biber bilden da keine Ausnahme. Der Film verzichtet im Gegensatz zu anderen Produkten dieser Budgetklasse auf schlechte CGI-Viecher und scheucht bewusst kuscheltierartige Plüschbiber auf das Grüppchen. Optisch herrscht hier ein sehr schmaler Grat zwischen „Oooh, sind die süß!“ und „Oooh mein Gott, er nagt an meinem Fuß!“. Leider kann Zombiber nicht sein volles Biberpotenzial entfalten, denn einen so richtigen Unterschied zu anderen blutrünstigen Wesen machen sie nicht. Warum kein Staudamm aus abgenagten Körperteilen? Warum keinen Flüchtenden fällen, indem seine Sprunggelenke durchgenagt werden? Abgesehen von einigen umstürzenden Bäumen, die wahlweise auf Autos oder Menschen fallen, mangelt es streckenweise an Kreativität. Schade eigentlich, denn an sich macht der Film durchaus Spaß, hätte aber schon etwas mehr Biberpower vertragen können. Zumal die kleinen Knuddelzombies fast eine halbe Stunde auf sich warten lassen, was bei einer Laufzeit von nicht ganz 80 Minuten klar zu viel ist. Diese zu lang geratene Einführung konzentriert sich auf die uninteressante und fleischlose Rahmenhandlung und hätte entsprechend abgekürzt werden können, denn außer der anfangs erwähnten Badeszene gibt es hier auch nichts fürs Auge. Das Ende hingegen ist Weltklasse und liefert noch einen richtigen Brüller zum Schluss. So muss das sein!

 

Bildergalerie von Zombiber (10 Bilder)

Technisch macht der Film alles richtig. Anständige Bildqualität und sauberer Sound erfreuen die Sinne und ein cooler Old-School-Soundtrack dudelt schön passend im Hintergrund. Klares Highlight sind aber die Biber. Die sind so trashig, dass es ein wahres Fest ist. Als ob jemand mit Teddys um sich wirft. Dabei gelingt es den Machern trotzdem nie lächerlich zu wirken und eine billigen aber nicht zu billigen Look zu erzeugen. Vielleicht interpretiere ich da zu viel rein, aber für mich ist das Biberdesign ein Kunststück. Auch die Gore-Effekte können sich sehen lassen, gerne auch öfter. Leider geizt der Film mit allzu freizügiger Gewaltdarstellung und es bleibt meist bei sich ausbreitenden Blutlachen und Andeutungen von menschlicher Pein.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Zombiber lief sogar kurzzeitig in einem der hiesigen Kinos. Leider habe ich alle Vorstellungen aufgrund persönlicher Verpeiltheit verpasst. Umso froher war ich dann, dass ich den Streifen rezensieren durfte und ich habe es nicht bereut. Zombiber ist eine herrliche, kleine Trashperle, die mich knappe anderthalb stundenlang festlich amüsiert hat. Der Film ist weit davon entfernt perfekt zu sein, aber der Humor sitzt und, abgesehen von der zu langen Einleitung, auch das Tempo. Etwas mehr explizite Gewaltdarstellung hätte auch nicht geschadet, aber unterm Strich ist ein ordentliches Filmchen mit einem ziemlich interessanten Ansatz herausgekommen. Und die putzigen kleinen Mörder muss man einfach lieb haben.


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