Ab durch die Mauer

Ab durch die Mauer

Genre: Brettspiel • Kinderspiel • Familienspiel
Autor: Jürgen Adams
Illustrator: Victor Boden
Spieleverlag: Zoch Verlag
Empfohlenes Alter: 7
Anzahl Spieler: 2-4

Ab durch die Mauer   05.10.2019 von Born2bewild

Klassiker wie Das Verrückte Labyrinth gehen eigentlich immer. Mit Ab durch die Mauer bringt Zoch dieses Spielprinzip auf eine andere Ebene. Mit Hilfe von Magneten, Schiebern und Drehmechanismen wird das Spiel um vier Geister, die sich maskieren wollen, zu einer magischen Angelegenheit. Ob uns das Spielprinzip zugesagt hat oder wir lieber gegen als durch die Mauer gerannt wären, erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Spielmaterial und Aufbau

 

Das Auspacken von Ab durch die Mauer ist (leider?) etwas ernüchternd. Es gibt keine großartigen Pappbögen, aus denen man viel herausdrücken muss. Das Einzige, was man herausdrücken darf, ist das Loch in der Mitte des Spielplans. Dieser besteht allerdings nicht nur aus Karton, sondern wird aus mehreren Elementen zusammengesetzt. Direkt unter dem bereits erwähnten Karton befindet sich ein ebenso großer Plastikteil, in dessen Mitte ein Stift entfernt werden muss, um dann seinen Platz im herausgedrückten Loch zu finden. Dann werden die drei Magnetleisten in dafür vorgesehenen Aussparungen geschoben und der Spielplan in die Mitte des Tisches gelegt. Sowohl die Leisten als auch die Geisterfiguren sind in einem eigentlich überflüssigen, wiederverschließbaren Plastikbeutel untergebracht. Besonders positiv kann man die Verpackung dennoch hervorheben, denn unter dem zweiteiligen Spielbrett finden die Magnetleisten, die Figuren und auch die Karten sehr gut Platz.  Letztere werden vor jedem Spiel auf vier Stapel zu je fünf verschiedenen Körperregionen aufgeteilt und neben dem Spielplan bereitgelegt. Dann sucht sich jeder Spieler eine der sehr soliden und nett gestalteten Geisterfiguren aus und stellt sie in die entsprechende Ecke. Passend zum drehbaren Spielbrett darf der Spieler, der sich zuletzt am schnellsten gedreht hat, die Partie beginnen.

 

Das Ziel des Spiels

 

Ähnlich wie bei Das Verrückten Labyrinth versuchen die Spieler mit den Geistern durch die Gänge zu huschen und Gegenstände zu sammeln. Dabei dürfen sie jedes Mal, wenn sie auf einem Gegenstand zu einer Körperregion, die sie noch nicht gesammelt haben, landen, einen der vier Stapel nach diesem Gegenstand durchsuchen. Ist er dabei, dürfen sie ihn behalten. So sammeln die Spieler sich ihre fünf Verkleidungsgegenstände zusammen und der Spieler, der das als erstes schafft, hat gewonnen.

 

Die Anleitung

 

Wie mittlerweile üblich ist die Anleitung zu Ab durch die Mauer mehrsprachig. Neben Deutsch kann man sich die Regeln noch auf … zu Gemüte führen. Die Regeln sind fast schneller gelesen als das Spielmaterial aufgebaut ist. Sie sind sehr einfach gehalten und gut beschrieben. Natürlich gibt es auch wieder einige Bilder und Beispiele.

 

Mit dem Kopf… äh… Geist durch die Wand…

 

Ab durch die Mauer wird reihum gespielt. Dabei hat jeder Spieler drei Aktionen oder magische Bewegungen, wie es im Spiel genannt wird, zur Verfügung. Die einfachste davon ist, sich ein Feld horizontal oder vertikal zu bewegen. Allerdings sind da selbst Geister nicht in der Lage durch Mauern zu gehen. Das können Sie nur mit den anderen beiden Bewegungsmöglichkeiten. Die eine davon ist das Verschieben der Magnetleisten um ein Feld. Dabei werden alle Geister mitgeschoben, die sich in den magnetischen Bereichen der Leiste befinden. Die Spieler müssen dabei aber beachten, dass kein Geist vom Spielplan runtergeschoben wird. Dann darf die Leiste nicht bewegt werden. Eine weitere Möglichkeit der Bewegung besteht durch das Drehen des Spielplans um neunzig Grad. Dabei bleiben einige Geister auf ihren magnetischen Feldern stehen und andere drehen sich mit dem oberen Teil des Spielplans mit. Die letzte Möglichkeit ist es, die Leisten von einer in eine andere Reihe zu stecken. Dabei darf man zwar auswählen, wie weit man die Leiste reinschiebt, es muss aber sowohl die Reihe, in der sich die Leiste aktuell befindet als auch die, in der sie reingeschoben werden soll, frei von Geistern sein. Man darf auch auf seinem Feld stehen bleiben oder weniger als drei Aktionen durchführen. Das Ziel ist in jedem Falle auf einem Feld mit einem Verkleidungsgegenstand zu landen, den man noch anlegen kann. Man kann nämlich jede Körperregion nur einmalig verkleiden. Ist das der Fall, darf man sich einen der drei Kartenstapel aussuchen und die Karten anschauen und einprägen. Ist der Gegenstand, auf dem man gelandet ist dabei, darf man ihn offen vor sich hinlegen. Ist er nicht dabei, legt man den Stapel wieder zurück. Dadurch hat man aber den Vorteil zu wissen wo sich gewisse Gegenstände befinden. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe. Das Spiel geht so lange weiter, bis ein Spieler fünf Gegenstände für seine fünf Körperregionen gesammelt hat. Er ist der Gewinner des Spiels.

 

Bildergalerie von Ab durch die Mauer (10 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 1 Burggemäuer
  • 1 Spielplan
  • 4 Gespenster
  • 3 Bodenschieber mit eingelassenen Magneten
  • 20 Verkleidungskarten
  • 1 Stecker
  • 1 Spielregel

Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Als ich Ab durch die Mauer auf der Spielwarenmesse in Nürnberg gesehen hatte, stand für mich fest: ich muss das Spiel haben. Ich finde die Spielmechanik und die Idee dahinter einfach genial. Das Schiebeprinzip ist zwar ähnlich zu Das Verrückten Labyrinth, auch wenn man statt des Spielplans die magnetischen Felder verschiebt, das Drehen des Spielfelds ist aber neu. Für uns und unsere beiden Jungs, von denen der Dreijährige aber noch ein wenig zu jung ist, ist das Spiel eine große Bereicherung in der Sammlung. Ich kann mir die fehlende Nominierung zum Kinderspiel des Jahres nur so erklären, dass das Spiel erst für den Jahrgang 2020 rechtzeitig auf den Markt kam, denn ohne die anderen Spiele abzuwerten hat Ab durch die Mauer hier an einigen Stellen meiner Meinung nach die Nase vorne und zumindest eine Empfehlung verdient. Ich vergebe hier klare 10/10 Punkte mit dem Sofahelden Award, denn die einzigen Kritikpunkte sind für mich die in meinen Augen überflüssigen Tütchen und die Tatsache, dass man das Spielbrett bei jeder Partie auseinander bauen muss. Das wird aber durch das sehr gute Inlay der Verpackung kompensiert, in dem Platz für alle Kleinteile vorhanden ist.

Josi:

Ich muss Alex etwas relativieren. Das Abbauen bedeutet hier lediglich das Herausziehen der Magnetleisten und Wegpacken der Geisterfiguren und Karten. Also alles in Allem überschaubar und damit auch keinen Punktabzug wert, da dies ja in jedem anderen Spiel durchaus umfangreicher ausfällt. Ansonsten stimme ich zu. Dieses Spiel ist definitiv ein sehr gutes Kinderspiel, das Vorausdenken und die Merkfähigkeit fördert. Außerdem sind die Figuren und die Karten mit den Verkleidungen wirklich schön gestaltet. Auch von mir eine klare 10 für das Genre Kinderspiel.


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