Cult of Chucky

Cult of Chucky

Originaltitel: Cult of Chucky
Genre: Horror • Thriller
Regie: Don Mancini
Hauptdarsteller: Fiona Dourif
Laufzeit: DVD (87 Min) • BD (91 Min)
Label: Universal Pictures Home Entertainment
FSK 18

Cult of Chucky   09.11.2017 von Mario von Czapiewski

Cult of Chucky heißt der neuste Eintrag in der kürzlich erst wieder reanimierten Puppenhorror-Filmreihe um den Serienkiller Charles Lee Ray (kurz, „Chucky“), der als Mörderpuppe verschiedenen Menschen blutigst nachstellt. Universal veröffentlicht den neusten Teil der Reihe nun in Deutschland auf DVD und Blu-ray...

 

Nach dem Familienmassaker in Curse of Chucky befindet sich die verurteilte, an den Rollstuhl gebundene Nica (Fiona Dourif) in einer Nervenheilanstalt und soll dort mit dem ihr zugeschriebenen Massenmord an der eigenen Familie fertig werden. Als plötzlich jedoch zahlreiche Good-Guy-Puppen in dem sterilen Gebäude auftauchen und sich ein neuer Leichenberg formt, scheint das Schicksal Nica wieder einholen zu wollen.

 

Chucky ist zurück. Schon wieder. Nachdem Erfolg der „Quasi-Neuauflage“ Curse of Chucky aus dem Jahr 2013 setzte sich Puppenvater Don Mancini an eine Fortsetzung, die auf den Stärken des Vorgängers und dem daraus resultierenden positiven Feedback der Fans aufbauen sollte. Leider merkt man relativ schnell, dass man sich diesmal – ähnlich wie schon beim ursprünglichen Franchise-Ende Chuckys Baby – gewaltig verkalkuliert hat.

 

Schon zu Beginn fällt auf, dass der Cameo-Auftritt aus dem Vorgänger, Andy Barclay, nun in der Fortsetzung zu einem wichtigen Bestandteil der Handlung geworden ist. Dies ist nicht nur problematisch, da Alex Vincent (Chucky 1+2) kein wirklich überzeugender Schauspieler ist, sondern auch deshalb, weil seine Figur völlig auf die Geschehnisse der Vergangenheit reduziert wird. Die neue masochistische Ader, die ihm angedichtet wird, passt ebenfalls nicht zum Bild, welches man mit den ersten drei Chucky-Filmen von ihm gezeichnet hat.

 

Interessant wird es erst, wenn der Film wieder dort ansetzt, wo die Hauptgeschichte des Vorgängers aufgehört hat. Nica findet sich in einer Nervenheilanstalt wieder, wo sie sich aufgrund ihrer Schizophrenie behandeln lassen muss. Sobald sich die Mörderpuppe Zutritt zu der Anstalt verschafft hat, bricht der Film jedoch buchstäblich auseinander. Nicht nur, dass auf einmal mehrere Puppen in der Anstalt aufgefunden werden, auch Chuckys Charakter geht wieder in eine sehr von One-Linern geprägte Art über und erinnert zeitweise an den zurecht kritisierten peinlichen Humor von Chuckys Baby, der zum damaligen Zeitpunkt beim Zielpublikum gnadenlos durchgefallen ist.

 

Die Tötungen sind diesmal kreativ und blutig, vermissen aber jene Grausamkeit, die noch den Vorgänger so bedrohlich gemacht haben. Der Film wird von zahlreichen comicartigen Charakteren bevölkert, die ebenfalls nicht zu einer glaubhaften Wirkung des Films beitragen. Der Twist in den letzten 15 Minuten setzt dem ganzen dann noch die Krone auf und gibt den Film inhaltlich vollends der Lächerlichkeit preis. Spätestens hier werden aber auch Neueinsteiger ohne Kenntnis der Vorgängerfilme mit einem großen Fragezeichen zurückgelassen.

 

Damit ist Cult of Chucky ein wirrer und überladener Puppenhorrorfilm, der zwar technisch einwandfrei inszeniert ist, aber inhaltlich mit seiner konfusen und zeitweise albernen Geschichte zu unpopulären Vorgängern zurückgreift und alte Fehler wiederholt.

 

Die Blu-ray-Veröffentlichung beinhaltet den Film in seiner vollständig unzensierten Fassung mit dem englischen Originalton und der gelungenen deutschen Synchronisation. Im Bonusmaterial finden sich unveröffentlichte Szenen und einige kurze Featurettes.



Cover & Bilder © www.sofahelden.de


Das Fazit von: Mario von Czapiewski

Mario von Czapiewski

 

Cult of Chucky ist ein wirrer, technisch solider und zeitweise sehr blutiger Mix aus Comedy und Horror, welcher mit seinen zahlreichen Cameos und Hintergrunderklärungen viel zu überfrachtet wirkt. Wer nach Curse of Chucky gehofft hat, dass die Tugenden der ersten drei Teile endlich wieder fortgeführt werden, wird bei diesem Sequel arg enttäuscht werden.


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