Free-to-play – Ist das noch fair?

Free-to-play – Ist das noch fair?

FSK 18

Free-to-play – Ist das noch fair?    02.09.2019 von RobertoSommer

Die Geschichte der Free-to-play-Games geht zurück bis ins Jahr 2003. Eve Online ein Weltraum-Flugsimulator aus Island eröffnete damals ein völlig neues Vermarktungssystem in der Spielebranche. Gut 16 Jahre später ist die Auswahl an kostenlosen Spielen riesig geworden. Doch was steckt eigentlich hinter dem Free-to-play-System? 

 

Das Geschäftsmodell

 

 

Grundlegenden sind alle Spielinhalte kostenlos. Die Entwickler verdienen ausschließlich an geschalteter Werbung oder kostenpflichtigen Zusatzangeboten. Diese Zusatzangebote können Vorteile gegenüber anderen Spieler geben oder die Figur/ den Helden individualisieren. Ein häufig verwendetes Modell ist hierbei der Erwerb von Ingame-Währung. Diese Währung kann anschließend benutzt werden, um verschiedene Gegenstände im Spiel eigenen Shop zu kaufen. Ein Vorteil auf Entwicklerseite: durch das Umrechnen in eine neue Währung wissen die Spieler meisten gar nicht genau, wie viel Geld sie ausgeben. Ein weiteres erfolgversprechendes Model ist das Angebot von Premium-Mitgliedschaften. Diese Mitgliedschaften schalten beispielsweise die Werbeeinblendungen ab oder bescheren euch Vorteile wie den Betsson bonus bei Online-Casinos.

 

Nicht Free-to-play und trotzdem extra Kosten?


Der Hang dazu, seine Figur zu individualisieren war schon immer vorhanden. Spätestens nach The Sims sprangen viele Entwickler auf den Zug auf. Mittlerweile sind in so gut wie jedem Spiel zukaufbare Inhalte verfügbar. Diese Inhalte stärken eure Figuren zwar nicht in dem Maße wie ein Free-to-play-Spiel. Aber sie erhalten einigen Respekt von anderen Spieler. Die Firma Electronic Arts/ DICE beispielsweise setzt in ihrem Shooter Battlefield V genau auf dieses Prinzip. Auffällig Klamotten oder ganze Spielfiguren können gegen die Ingame-Währung gekauft werden. Dabei sind diese Klamotten und Spielfiguren ausschließlich über den Kauf erlang bar und können auf keinem anderen Weg freigeschaltet werden.

 

 

Kein Geld, kein Sieg?

 

In Fachkreise wird das Format Free-to-play auch spöttisch Pay-to-win bezeichnet. Die meisten Spiele sind natürlich spielbar. Allerdings muss unheimlich viel Zeit investiert werden, um mit den Spielern die breit waren zu Zahlen mitzuhalten. Teilweise stellen Entwickler essenzielle Inhalten nur noch gegen Geld zur Verfügung. Am Beispiel des Online-Kartenspiels Hearthstone sieht man ganz deutlich, dass eine breite Front zwischen gekauften und nicht gekauften Features besteht. Um ein gut funktionierendes Deck herzustellen ist Gold und Staub (zum Kartenherstellen) bei weitem nicht ausreichend. Für 50 Kartenpackungen (fünf zufällige Karten je Packung) verlangt Blizzard satte 80 Euro. Das überschreitet bei weitem dem Kaufpreis von Titel wie FIFA 20 oder Cyberpunk 2077.

 

Zielgruppe: Kinder

 

Die Kritiker des Geschäftsmodells sehen vor allem ein großes Problem: Die kostenlosen Spiele sind grundlegend auf Kindern und Jugendlichen angelegt. Die meistens Menschen in diesem Alter können noch nicht richtig mit Geld umgehen. Bereits in der Vergangenheit kam es durch diese Situation schon zu gerichtlichen Streitigkeiten zwischen Runes of Magic und dem Bundesverband der Verbraucherzentralen. Nach einem Versäumnisurteil des Bundesgerichtshofs im Juli 2013 ist eine direkte Ingame-Werbung, die sich ausschließlich an Kinder richtet unzulässig. Kritisiert wurde vor Gericht folgende Werbeanzeige: „Schnapp Dir die günstige Gelegenheit und verpasse deiner Rüstung & Waffen das gewisse Etwas.“ Laut dem Gericht verstieß dieser Werbespruch gegen §3 UWG (Verbot unlauterer geschäftlicher Handlungen. Der Bundesverband der Computerspielindustrie wies zwar darauf hin, dass die persönliche Anrede nicht gezielt Kinder ansprechen soll, scheiterte aber in zweiter Instanz.




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