Hadara

Hadara

Genre: Strategie • Taktik
Autor: Benjamin Schwer
Illustrator: Dominik Mayer
Spieleverlag: Hans im Gl├╝ck
Empfohlenes Alter: 10
Spieldauer: 45-60 Minuten
Anzahl Spieler: 2-5

Hadara   04.04.2021 von Born2bewild

Betrachtet man den Pressetext zu Hadara auf der Asmodee Homepage: „Einen Staat aufzubauen und zu regieren […] ist eine große Aufgabe“, so könnte das Spiel eigentlich nicht besser zu dieser schweren Zeit passen. Glücklicherweise ist es aber kein Pandemie-Spiel, sondern ein Aufbauspiel, in dem es gilt Ressourcen zu sammeln, Kolonien einzunehmen, Büsten zu errichten und so die meisten Siegpunkte zu ergattern. Ob dieses Spiel unterschätzt wurde, wie man uns sagte, erfahrt Ihr in unserem Review…

 

Spielmaterial und Aufbau

 

Um eines vorwegzunehmen: Welches Genie hat die Verpackung dieses Spiels gestaltet? Unser innerer Monk ist am ausrasten bei diesem Inlay, bei dem es einen Sortierkasten für die Spielkarten gibt und zusätzlich noch (zu viele?) Zipp-Beutel, um die übrigen Materialien unterzubringen. So, nachdem wir erst einmal eine Runde mit der Schachtel gespielt und diese leise in den Schlaf gewiegt haben, widmen wir uns dem Inhalt. Dieser besteht aus insgesamt fünf Spielplanteilen, einigen Stanzbögen, zwei eingeschweißten Kartenstapeln (die man im Schachtelinlay einsortieren kann!!!) eine Epochenübersicht für jeden Spieler und Holzmarkern. Ihr werdet überrascht sein, aber auch hier muss man das Spielmaterial erst aus den Stanzbögen herausdrücken. Anschließend nimmt man das herausgetrennte Rad mit den Spielersymbolen und befestigt es mit den beigelegten Kunststoffpins an der dafür vorgesehenen Stelle des größten Spielplanteils.

 

Für den regulären Spielaufbau puzzelt man alle fünf Teile des Spielplanes beliebig zusammen. Anschließend nimmt man (aus der wohl sortierten Schachtel) alle Epochenkarten der ersten Epoche und mischt sie ihren Farben nach getrennt. Nun nimmt man zwei Karten je Spieler und bildet so im inneren Bereich des Spielplans verdeckte Stapel. Die 25 Kolonien werden mit den Geldwerten (somit verdeckt) nach oben auf Stapeln nach ihren Wertigkeiten sortiert und bereitgelegt. Anschließend erhält jeder Spieler ein Spielertableau mit dem Wappentier seiner Wahl und eine zufällige Startkarte. Außerdem gibt es noch einige Plättchen und die Epochenübersicht, die den Spielverlauf kurz und bündig darstellt. Jeder Spieler erhält den Geldwert, der auf seiner Startkarte aufgedruckt ist und stellt seine vier Holzfiguren auf die dort angegebenen Werte. Anschließend kann es auch schon losgehen. Ok, vielleicht sollte man noch den Startspieler definieren… Moment, auch das übernimmt das Spiel. Der Spieler mit der niedrigsten Zahl auf der Startkarte beginnt in der ersten Epoche, in der Zweiten der mit dem nächsthöheren Wert, in der Dritten der mit der… naja, ihr wisst schon. Dabei fällt eins auf: Das Spiel hat drei Epochen, warum werden der vierte und fünfte Spieler (sofern vorhanden) diskriminiert? Das Problem ist dem Autor auch aufgefallen, daher werden diese beiden angehenden Staatsregenten mit einer Goldmünze bestochen. So, nun kann es aber losgehen…

 

Ziel des Spiels

 

Hadara spielt sich über drei Epochen, die jeweils in zwei Phasen unterteilt sind. In diesen Phasen kauft man sich Karten, verbessert so seine Werte, erobert Kolonien und errichtet Büsten. Dadurch sammelt man Runde um Runde Siegpunkte, die am Ende auf dem beigelegten Wertungsblock zusammengezählt werden. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

 

Die Anleitung

 

Mit zwölf Seiten scheint die Anleitung erst einmal sehr umfangreich, jedoch enthält sie sehr viele Bilder und Beispiele, die die Regeln verdeutlichen. An sich ist das Spielprinzip von Hadara relativ einfach und auf der Epochenübersicht sehr gut dargestellt. Wir würden fast empfehlen, die erste Runde zu spielen ohne die komplette Anleitung zu lesen, sondern die einzelnen Phasen Schritt für Schritt durchzugehen. Das gibt auch die Anleitung her. Wenn man diese vorher liest, sollte man hierfür allerdings ein paar Minuten einplanen. Auch wenn sich nur sieben Seiten mit den eigentlichen Regeln beschäftigen und die übrigen Seiten für den Spielaufbau, die Sortieranleitung für das Inlay und die Beschreibung der lilafarbenen Karten zuständig sind.

 

Keine Streiterei um den Startspieler, dafür um das Siegerpodest…

 

Wie bereits erwähnt, spielt sich Hadara in drei Epochen ab, die jeweils in dieselben Phasen mit aufeinanderfolgenden Abschnitten aufgeteilt sind:

 

Phase A:

  • Startspieler vergeben und Rad einstellen
  • Zwei verdeckte Karten ziehen (gleichzeitig)
  • Einkommen
  • Eine Kolonie nehmen (optional)
  • Eine Büste meißeln (optional)

 

Phase B:

  • Eine offene Karte nehmen (nacheinander)
  • Einkommen
  • Eine Kolonie nehmen (optional)
  • Eine Büste meißeln (optional)
  • Ernährung
  • Siegel kaufen

 

Wie man schon sehen kann, gibt es identische Abschnitte, die sich in Phase B wiederholen. Jede Epoche beginnt damit, dass der Startspieler das Rad in der Spielfeldmitte einstellen darf. Dabei entscheidet er mit der Position der Wappen, welcher Spieler als erstes von welchem Stapel ziehen darf. Das Ziehen der Karten findet für alle Spieler gleichzeitig statt. Jeder nimmt zwei Karten der Farbe seines Symbols, sucht sich eine aus und legt die andere offen auf den äußeren Bereich der entsprechenden Farbe. Die ausgesuchte Karte kann er nun entweder für den aufgedruckten Betrag kaufen oder für den Betrag auf der Rückseite verkaufen. Bei Letzterem wird sie aus dem Spiel genommen. Kauft er die Karte, erhält er den Wertebonus, der auf der Vorderseite aufgedruckt ist. Dadurch steigen die Werte bei Einkommen, Militär, Kultur oder Ernährung, die mit Hilfe der farbigen Holzfiguren auf den Spielertableaus dargestellt werden. Die gekauften Karten werden jeweils unterhalb der Markierung des Spielertableaus offen abgelegt. Anschließend wird das Rad in der Mitte des Spielfeldes um einen Schritt weitergedreht und es zieht wieder jeder Spieler zwei Karten. Das wird so lange wiederholt, bis alle Karten aus der Mitte aufgebraucht sind und somit jeder Spieler jede Farbe einmal gezogen hat. Anschließend folgt der Abschnitt Einkommen. Hier erhält jeder Spieler so viel Geld, wie auf seiner Einkommensleiste angegeben ist. Nun können sich die Spieler, beginnend mit dem Startspieler jeweils eine Kolonie nehmen. Das allerdings nur, wenn sie den angegebenen Wert auf ihrer Militärleiste (rot) erreicht haben. Dann können sie entscheiden, ob sie sich für einen kleinen Obolus mit der Kolonie verbünden und somit den Bonus auf der Rückseite erhalten oder ob sie sie plündern und so einen Geldbetrag erhalten. Nun darf der Spieler sich, entsprechend des Wertes seiner Kulturleiste (blau) eine Büste meißeln. Die Büsten bringen entweder einen sofortigen Bonus auf einer der Farbleisten oder Siegpunkte für das Spielende. Dann folgt die Phase B. Jetzt dürfen die Spieler die obersten Karten von den äußeren Kartenstapeln kaufen oder veräußern. Das Prinzip ist dasselbe wie beim Ziehen der Karten, nur dass man den Vorrat der übrigen Karten jetzt offen sehen kann. Die nun folgenden drei Abschnitte sind identisch zur Phase A. Nach dem Meißeln der Büsten folgt dann aber die Ernährung, bei der die Spieler prüfen, ob der Wert auf der grünen Ernährungsleiste höher oder gleich der Anzahl der gekauften Karten ist. Wenn das der Fall ist, Glück gehabt, wenn nicht, muss man so viele Karten ablegen, bis die Kartenanzahl mit dem Wert der Ernährung übereinstimmt. Die Werte auf den weggelegten Karten muss der Spieler wieder auf den Leisten zurückgehen. Im Anschluss hat man noch einmal die Möglichkeit Geld loszuwerden. Das geht durch den Kauf von Siegeln, die Epoche um Epoche teurer werden. Die Siegel geben einem noch einmal Siegpunkte beim Spielende. Entweder für erreichte Punkte auf den Leisten des Spielertableaus oder für fünfer Kartensets. Im Anschluss beginnt die nächste Epoche, bei der neue Kartenstapel in der Spielfeldmitte gebildet werden und der nächste Startspieler an der Reihe ist. Nach der dritten Epoche werden die Siegpunkte mit dem Wertungsblock ermittelt und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

 

Bildergalerie von Hadara (10 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 162 Epochenkarten
  • 5 Startkarten
  • 5 Epochenübersichten
  • 20 Holzfiguren
  • 62 Münzen
  • 40 Bonusplättchen
  • 48 10er Plättchen
  • 25 Kolonien
  • 10 goldene Siegel
  • 5 Spielertableaus
  • 1 Spielplan
  • 1 Punkteblock
  • 1 Spielanleitung


Cover & Bilder © Cover: Asmodee Deutschland / Bilder im Artikel und Teaserbild: www.sofahelden.de


Das Fazit von: Born2bewild

Born2bewild

Alex:

Habe ich schon erwähnt, dass dieses Spiel ein richtig geniales Inlay hat?... Manchmal merkt man am Umfang meiner Artikel nicht nur die Komplexität der Spiele, sondern auch meine Begeisterung. Ich kenne die Verkaufszahlen nicht, aber habe noch nicht viel zu Hadara gehört und würde damit sagen: Ja, es wird unterschätzt. Die Kombination aus Taktik, einer Prise Glück und einer nach ein bis zwei Runden sehr eingängigen Spielmechanik macht einfach Laune. Und das nicht nur mir als Vater, sondern auch unserem siebenjährigen Sohn, der mit seiner bisherigen Brettspielerfahrung und ein bis zwei Runden zum Regelverständnis mit voller Begeisterung dabei ist. Für mich ist Hadara mit dem Spielgefühl, dem variablen Spielbrett, der Vielfalt an Karten und auch der durchdachten Aufbewahrung ein Geheimtipp mit einer klaren 10/10.

 

Josi:

Definitiv ein Geheimtipp, der kleinen wie großen Taktikern Spaß bringt. Aber selbst die ausgeklügelste Taktik bringt einem nichts, da man die Werte der Karten und deren Preis nicht vorher kennt. Mein „Profi“-Tipp: Geld und Nahrung sind wichtig, bringen aber keine Punkte! Ansonsten kann ich mich Alex nur anschließen. Dieses Spiel ist jedes Mal eine neue Erfahrung.


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