Monster Hunter

Monster Hunter

Originaltitel: Monster Hunter
Genre: Action • Fantasy
Regie: Paul W. S. Anderson
Hauptdarsteller: Milla Jovovich
Laufzeit: DVD (99 Min) • BD (103 Min)
Label: Constantin / Highlight Film
FSK 16

Monster Hunter    12.10.2021 von Beef Supreme

Riesige Schwerter, noch riesigere Viecher monumentale Kämpfe und fette Steaks. Wenn man wollte, ließe sich Capcoms Monster-Hunter-Reihe darauf reduzieren. Ob man daraus einen unterhaltsamen Film machen kann fragte sich der Regisseur der gemischt aufgenommenen Resident-Evil-Reihe Paul W. S. Anderson. Mal wieder mit seiner Holden Milla Jovovich als Hauptdarstellerin widmet sich der zockende Engländer erneut einer Spielverfilmung. Ob dieses Mal mehr daraus geworden ist?

 

Inhalt

 

Gemeinsam mit ihrem Ranger-Trupp rattert Lieutenant Artemis durch eine unrelevante Wüste, auf der Suche nach ein paar verschollenen Kameraden. Anstatt Spuren oder Leichen zu finden, stoßen die Soldaten auf einen riesigen Gewittersturm, der sich wie aus dem Nichts am Horizont erhebt. Kurze Zeit später finden sie sich in einer völlig anderen Wüste wieder. Bevor die Truppe herausfinden kann, was gerade passiert ist oder wo sie sich befinden, werden sie von einem gigantischen Monster mit Hörnern angegriffen. Mit Bestürzung stellen Artemis und der unwichtige Ret fest, dass ihre Flinten das Vieh nicht interessiert und so beißt einer nach dem anderen ihres Trupps in den Sand, bis nur noch der Lieutenant übrigbleibt. Artemis wird von einem namenlosen Einwohner dieser fremden Welt gerettet und gemeinsam wollen sie das gehörnte Biest erledigen. Da mondäne panzerbrechende Schusswaffen nicht helfen, greifen die beiden selbstredend auf fast schon lächerlich große Schwerter und Bögen zurück.

 

Nach einer kurzen und actionreichen Einleitung in der Welt der Monster strickt sich der Film einen Bezug zu unserer Welt zusammen. Stürme, irgendein Turm und Dimensionstore halten hier als traurige Entschuldigung für eine Erklärung her, warum plötzlich Soldaten aus unserer Welt durch die Monster-Hunter-Welt stolpern. Wer auf mehr Substanz wartet, wird enttäuscht werden. Über die Hälfte des Films findet keinerlei Handlungsfortschritt statt, denn diejenigen die eine verständliche Sprache sprechen, sind bis auf Artemis alle schon hinüber. Besagter Einwohner, zelebriert von Tony Jaa, spricht nämlich nur Kauderwelsch, was der Handlung nicht zuträglich ist. In der Mitte hängt der Film dann ein bisschen durch, dafür darf Herr Jaa sein Kung Fu zeigen. Danach, wenn endlich wieder neue Charaktere eingeführt werden, wird’s aber nicht viel substantieller. Wendungen, Überraschungen, Tiefgang, Fehlanzeige. Hier gibt’s nur episch auf die Fresse. Nach einer erfrischend kurzen Trainingsmontage, in der Artemis in kürzester Zeit blitzschlagende Feuerschwerter und Enterhaken meistert, geht’s gegen das Riesenvieh namens Diabolos. Danach folgen noch einige sauber inszenierte Kämpfe gegen weitere Fan-Favorites aus dem Spiel. Und wenn man sich damit zufriedengeben kann, dass hier eigentlich nix erzählt wird, bekommt man handwerklich anständige und fette CGI-Action garniert mit einer satten Portion Fan-Service. Die Monster sind allesamt sehr detailliert und eindrucksvoll animiert und wirken allein schon durch ihre monumentale Größe bedrohlich. Monster Hunter kleckert nicht, hier wird alles aufgefahren, was die Epik-Kiste zu bieten hat. Schade ist allerdings, wie hier Ron Perlman verheizt wird. Dass der Mann Action kann, hat er in unzweifelhaft in Hellboy gezeigt. Hier darf er nur ein paar Minuten lang eine überdimensionierte Axt schultern. Traurig. In den wenigen ruhigen Sequenzen kocht dann auch mal eine Katze oder man weidet seine Augen an den wunderschönen Landschaften, doch vornehmlich serviert Monster Hunter ein Actionbrett ohne Anspruch, dafür mit einem fettigen Eimer voll Popcorn.

 

Bildergalerie von Monster Hunter (5 Bilder)

Details zur Blu-ray

 

Und wie es sich für eine derartige Produktion gehört, gibt’s aus technischer Sicht rein gar nix zu meckern. Das Bild erstrahlt knackscharf, sodass man jede Zahnunreinheit der gigantischen Monster zählen kann. In satten Farben fliegen Kugeln, explodieren Panzer oder brutzeln Steaks. Ebenso gehört der gute Ton zum Guten Ton. Wenn hier was in die Luft fliegt, wackeln die Boxen. Die Abmischung stimmt also schon mal und unterstreicht nochmal die blei- und stahlhaltige Ausrichtung des Films. Der fette Score liefert ebenfalls passende musikalische Untermalung und weiß positiv zu überraschen. Die Blu-ray bietet auch die 3D-Fassung des Films, die hier aber aufgrund mangelndem 3D-Wiedergabegerät nicht besprochen werden kann



Cover & Bilder © Constantin Film AG / Universal Pictures Germany. Alle Rechte vorbehalten.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Hirn aus, Gemetzel an. Ich war zwar überrascht, wie wenig Handlung man in knapp zwei Stunden packen kann. Monster Hunter bietet genau das, was der Name verspricht. Monster, die gejagt werden. Und hier kann der Film punkten. Die Action ist wahrlich gelungen und macht Spaß. Gerade im letzten Viertel dreht der Streifen nochmal ordentlich auf, nachdem er im Mittelteil stark an der Grenze zur Ödnis kratzt. Monster Hunter ist reines Popcornkino. Dafür fett gemacht, mit sehr guten Effekten und gelungener Inszenierung. Fans der Spiele bekommen hier auch eine satte Portion Fanservice geliefert in Form von detailgetreu nachgebildeten Monstern, ikonischen Waffen und kochenden Palicos. Und wenn was aus dem angeteasten Nachfolger wird, kann dann vielleicht auch ein bisschen was erzählt und nicht nur Monster gehunted werden.


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