Sprengt der „Joker“ alle Rekorde?

Sprengt der „Joker“ alle Rekorde?

Genre: Kinofilm
FSK 16

Sprengt der „Joker“ alle Rekorde?   15.10.2019 von CommercialJoe

Für all die Fans da draußen, die schon sehnsüchtig die Tage herunterzählen, bis der Film endlich in die Kinos kommt: Haltet durch! Denn der „Joker“ ist in weniger als zwei Wochen bereit, euch zu empfangen und in seinen Kreis aufzunehmen. Und auch hier in der Redaktion gibt es kaum Themen, die mehr begeistern und Faszination hervorheben als die lang ersehnte Rückkehr des Clowns. Nur...dieses Mal scheint die Geschichte eine andere zu sein. Was macht den „Joker“ mit Joaquin Phoenix – vielleicht in seiner Paraderolle auf dem Weg zum Oscar – so außergewöhnlich? Ein Versuch der Erklärung von einem Fan...

 

Ledger’s Vermächtnis

 

Wenn man an die Rolle des Jokers denkt, dann fallen einem sofort Jack Nicholson und Heath Ledger ein – und besonders der verstorbene Ledger hat dabei ein Denkmal hinterlassen, welches in den Jahren nach seiner Rolle in „The Dark Knight“ von keinem der anderen Schauspieler auch nur im Ansatz ausgefüllt werden konnte. Daher kann man mit Recht behaupten, dass Ledger ein Vermächtnis hinterlassen hat, welches sicherlich schon den einen oder anderen Schauspieler davon abgehalten hat, sich an dieser Rolle zu versuchen. Dass Jared Leto in „Suicide Squad“ der Rolle nicht gerecht werden konnte war weniger ihm zuzuschreiben als dem furchtbaren Drehbuch.

 

In den vergangenen Jahren gab es also mehr oder weniger überzeugende Auftritte von Jokern. Das Problem allerdings ist, dass die Rolle ähnlich komplex ist wie ein Besuch um Slotty Vegas Casino. Denn genau wie beim Online Glücksspiel, wo man das Spiel erst kennenlernen muss, hat diese Rolle viele Jahrzehnte an Hintergrundgeschichte. Auch ein Phoenix musste sich daher in die Rolle erst einfinden. Ohne die richtige Herangehensweise ist sowohl beim Spiel als auch beim Film schnell das Glück aufgebraucht.

 

Einblicke in die Geschichte vom Joker

 

Was vielleicht aber am Meisten überrascht beim aktuellen „Joker“ ist die Tatsache, dass wir endlich seinen Namen kennenlernen – Arthur Fleck. Auf den ersten Blick mag es verwundern, warum so viele Fans ein Problem damit haben: bislang war nämlich die Identität vom Clown stets ein Mysterium, welches dazu beigetragen hat, sich mit dem Joker besser auseinandersetzen zu können. Immerhin war er als sozial Ausgestoßener „einer von uns“. Wir alle konnten uns in ihm sehen, als Teil einer Person die gegen den Status Quo angeht. Das scheint nun im neuen Film ein wenig abhanden zu kommen, sollte aber die Tür öffnen für viele neue Interpretationen. Denn jetzt, da die Vorvergangenheit endlich ans Licht kommt, wird der Joker für viele Fans erst so richtig spannend. Zu wissen, was ihn in der heutigen Zeit dazu veranlasst, von einem scheinbar unscheinbaren Darsteller der Nacht zum gefürchtetstem Mann Gothams zu werden, scheint vor Allem bei den Machern von DC einen zentralen Aspekt einzunehmen. Denn wenn wir den Worten jener Glauben schenken dürfen, die beim Filmfest in Venedig vor einigen Wochen bereits vorab den Film sehen durften, dann wird „Joker“ wohl als beste Darstellung des Clowns in die Filmgeschichte eingehen. Da es nur wenig Rollen gibt, die derart kontrovers verfolgt werden und die unter der Fangemeinde so viel Platz für Spekulationen lassen, hat „Joker“ also das Potenzial, die Rolle auf Jahre hinweg zu definieren.

 

Sozialkritisch

 

Was jetzt schon klar wird: Phoenix muss nicht – wie noch einst Nicholson – mit chemischem Abfall in Berührung kommen, um zum „Joker“ zu werden, nein. 2019 reicht es schon aus, sich mit der Gesellschaft auseinandersetzen zu müssen, um zu erkennen, dass diese geschädigt ist. „Joker“ verkörpert daher vielleicht genau all das, was wir in als Teil der Generation Z und der Millennials als Probleme anerkennen. „Joker“ ist daher kein Superhelden-Film mehr, sondern vielmehr ein epochales Meisterwerk darüber, was wir als Menschheit mit dem Leben anfangen.

 

So oder so, es scheint sich jetzt schon abzuzeichnen, dass „Joker“ alle Rekorde von DC brechen wird. Verdient hat er es allemal.

 

 

Bildnachweis: ErikaWittlieb - pixabay.com




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