1978

1978

Originaltitel: 1978
Genre: Horror • Thriller • Mystery
Regie: Luciano Onetti • Nicolás Onetti
Hauptdarsteller: Agustín Pardella • Carlos Portaluppi
Laufzeit: DVD (77 Min) • BD (80 Min)
Label: Busch Media Group
FSK 18

1978   31.01.2026 von MarS

Auch wenn ihre Blütezeit längst vorbei ist, tauchen sie immer wieder aus der Versenkung auf: Torture-Porn Horrorfilme. Im argentinischen Horror-Streifen 1978 bleibt es jedoch nicht bei der genrebedingten Folter, weshalb wir kurzerhand einen Blick gewagt haben...

 

Inhalt

 

Argentinien, 1978. Während die Militärdiktatur in vollem Gange ist, versucht das autoritäre Regime durch die Ausrichtung der Fußball-WM von seinen Menschenrechtsverletzungen abzulenken. Selbst das Endspiel, bei dem das argentinische Team erstmals die Chance auf den Titelgewinn hat, hindert das Militär nicht daran, gnadenlos eine Gruppe von politischen Gefangenen zu foltern. Doch dieses Mal wurden die Falschen entführt und verschleppt, denn plötzlich bricht in den dunklen Gängen des Gefängnisses die Hölle los, und die Folterer werden selbst zu Opfern...

 

1978 ist ein Horrorfilm, der sich nicht so recht entscheiden kann. Er beginnt als Torture-Porn mit kleineren kritischen Anekdoten zur argentinischen Militärdiktatur und entwickelt sich später abrupt in eine übernatürliche Richtung, die sich eher als wildes Chaos entpuppt, denn von einer ausgearbeiteten Handlung getragen wird, während die thematische Verbindung zur Weltmeisterschaft sowie dem brutalen Regime im Verlauf immer belangloser wird. Er versucht, eine Vielzahl an Figuren einzuführen, vergisst dabei aber, diesen Charaktertiefe oder überhaupt eine Persönlichkeit zu verleihen, was dafür sorgt, dass einem das Schicksal der Beteiligten - egal auf welcher Seite sie nun stehen - reichlich gleichgültig ist, und jegliche Bindung oder emotionales Polster verhindert wird. Auch am Spannungsaufbau scheitert 1978, denn um wirklich zu fesseln fehlt es der Inszenierung an den dringend benötigten Erklärungen zu den gerade im späteren Verlauf auftretenden Ereignissen. Warum der argentinische Genremischling dennoch ganz ordentlich zu unterhalten weiß, das hat er zum einen der kurzen und knackigen Laufzeit zu verdanken, die gar keine Zeit lässt, um über das Geschehen nachzudenken, zum anderen den überzeugenden Masken und praktischen Effekten, die mit gelungenen Goremomenten ihren Höhepunkt erreichen. Ebenso übt der plötzliche Gernewechsel innerhalb der Erzählung in Verbindung mit dem beinahe surreal wirkenden Finale einen ganz eigenen Reiz aus, und macht 1978 damit immerhin zu einem Genrebeitrag, über den man durchaus diskutieren kann...

 

Bildergalerie von 1978 (6 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Optisch hinterlässt die Blu-ray einen sehr guten Eindruck. Schärfe und Detailgrad sind hervorragend, und auch Kontrastumfang sowie Schwarzwert bewegen sich auf einem ansprechenden Niveau. Die Farbgestaltung ist unterdessen auf eine triste, leicht entsättigte Palette reduziert, bietet aber eine ordentliche Farbtiefe. Weniger überzeugend ist dagegen die Tonspur ausgefallen, die sich überwiegend auf den vorderen Boxenbereich konzentriert und dadurch kaum Raumwirkung entfalten kann. Im Übrigen ist der Ton jedoch gut ausbalanciert und liefert eine stets klare, gut verständliche Sprachwiedergabe.



Cover & Bilder © Busch Media Group GmbH


Das Fazit von: MarS

MarS

1978 hat ein paar durchaus ansehnliche Schauwerte mit an Bord, und liefert innerhalb seiner kurzen Laufzeit einen wilden, gerade dadurch aber recht unterhaltsamen Genremix, der bei der ersten Sichtung auf jeden Fall eine gelungene Überraschung liefert. Im Übrigen allerdings ist die Handlung deutlich zu konfus und frei von nötigen Erklärungen, die Figuren bleiben allesamt austauschbar und sind dem Publikum reichlich egal, und auch die thematische Verbindung zur brutalen argentinischen Militärdiktatur verliert sich im Verlauf in Belanglosigkeit. Was uns 1978 am Ende eigentlich sagen will, das bleibt unklar. Was wirklich bleibt, ist ein netter Genrebeitrag mit einigen ordentlichen Gewaltspitzen, der jedoch nichts mitbringt, was im Gedächtnis haftet.


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