7 Below - Haus der dunklen Seelen

7 Below - Haus der dunklen Seelen

Originaltitel: 7 Below
Genre: Horror
Regie: Kevin Carraway
Hauptdarsteller: Val Kilmer
Laufzeit: Ca. 92 Minuten
Label: Mr. Banker Films
FSK 16

7 Below - Haus der dunklen Seelen   10.07.2012 von Torsten

Horrorfilme sollen nicht nur unterhalten, sie sollen vor allem schocken. Nervenkitzel, gruselige Szenen und überraschende Momente gehören zum Pflichtprogramm eines jeden guten Films dieser Sparte. Der Film 7 Below - Haus der dunklen Seelen möchte ein „übernatürlicher Thriller“ im Stile eines The Ring oder The Grudge sein, die ihrerseits für gehörige Gänsehaut gesorgt haben. Große Worte, die da auf der Rückseite des Covers geschrieben stehen, aber kann der Film dem Versprechen Gewicht verleihen?

Der Jahrhundert-Sturm

An einem zunächst unbedeutend wirkenden Wochentag im Jahre 1910 gab es in einer abgelegenen Ortschaft umgeben von dichten Wäldern ein wahres Jahrhundert-Unwetter. Der gewaltige Sturm sollte jedoch nicht das einzige Ereignis dieses verhängnisvollen Tages bleiben. Ein 10jähriger Adoptivsohn nimmt aus unerklärlichen Gründen ein Jagdmesser zur Hand und tötet damit kaltblütig seine Eltern und Geschwister. Der Junge wirkt ruhig und emotionslos und wird der Polizei später mitteilen, dass er sich an die Morde nicht erinnern kann. Der Sprung in das Jahr 2010 bringt eine Gruppe von Fremden auf den Plan, die es aufgrund eines Unfalls in eben genau das Haus verschlägt, in dem sich 100 Jahre zuvor die furchtbaren Ereignisse abgespielt haben. Schnell wird klar, dass mit dem Haus und dem eigenartigen Eigentümer etwas nicht stimmt. Es geschehen mysteriöse Dinge und Albträume plagen die unfreiwilligen Besucher. An eine Flucht ist aber nicht zu denken, denn an diesem einhundertsten Jahrestag der schrecklichen Ereignisse setzt auch ein ebenso starkes Gewitter ein, das alle möglichen Fluchtwege versperrt.

Zutaten eines Horror-Films
Für eine übliche Vorlage eines Horror-Thrillers bedienen wir uns an klassischen Elementen. Als erstes wählen wir die Abgeschiedenheit: tief im Wald in einem Haus ohne direkte Nachbarn. Zufällig werden natürlich auch alle Fluchtmöglichkeiten durch Blockaden und umgestürzte Bäume versperrt. Weiter geht es mit der Hilflosigkeit: Heutzutage hat ja ausnahmslos jeder ein Mobiltelefon dabei, aber es wäre ja langweilig, wenn sich mit dem dann auch Hilfe holen lassen würde. Also gibt es in dem gesamten Gebiet keinen Empfang, welch Zufall. Unnötig zu erwähnen, dass es in dem abgeschiedenen Haus natürlich keinen Festnetz-Anschluss gibt. Horror und schöne Frauen gehören unwiderruflich zusammen: Rebecca Costa zeigt nicht viel, aber alleine die Ausstrahlung der Latino-Schönheit ist Grund genug, genauer hinzuschauen. Außerdem müssen die Charaktere isoliert werden: Es wäre doch langweilig, wenn sie sich gegenseitig helfen würden, so würde ja auch der geheimnisvolle Mittäter entlarvt. Also wird sich trotz entstehender Panik bereits nach wenigen Momenten aus fadenscheinigen Gründen getrennt, damit sich der oder die Täter den ahnungs- und hilflosen Einzelgänger schnappen können.

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Umsetzung des Konzepts
Die Zutaten hätten wir schon einmal, aber leider wird bei der Umsetzung derart geschludert, dass der Film nach kurzer Zeit bereits wenig authentisch wirkt. Ein Autounfall, bei dem der Fahrer eines furchtbaren Todes stirbt? Kein Grund zur Panik, dem ist wohl nicht zu helfen. Also wird er flugs liegen gelassen und die weiteren Insassen fahren ohne großes Entsetzen mit dem fremden Mann ins abgeschiedene Haus. Einen Arzt, die Polizei oder wenigstens einen Abschleppdienst verständigen? Kann man ja im abgeschiedenen Haus erledigen, wozu auch zur nahegelegenen Tankstelle fahren? Das wirkt so durchgängig und lückenlos lächerlich, dass die schwachen Dialogzeilen fast schon beabsichtigt schlecht scheinen. Wieso sollten sich da die Schauspieler noch anstrengen? Keine Sorge, das tun sie dann am Ende auch nicht wirklich und gerade Val Kilmer hätte mit seiner Erfahrung mehr aus der Rolle machen können. Stattdessen mimt er einen gealterten und außer Form geratenen Möchtegern-Macho. Wenigstens das kauft der Zuschauer ihm ab, von großer Schauspielkunst allerdings keine Spur.


Das Fazit von: Torsten

Torsten

7 Below - Haus der dunklen Seelen setzt auf klassische Zutaten des Horror-Genres und dieses Konzept scheint auch anfangs aufzugehen. Am Ende entstehen aber vor allem durch die akustische Untermalung und die verwendeten Dialoge „gruselige“ Momente. Die entstandene Gänsehaut bezieht sich allerdings eher auf die schlechte Abmischung des Tons – Hintergrundgeräusche sind zu laut, wodurch es schwer wird, den Gesprächen zu folgen - und die absolute Belanglosigkeit der meisten Gespräche. Die Story flacht bereits ab dem ersten Drittel so stark ab, dass von der anfänglichen Hoffnung auf einen wohligen Schauer nur beklemmender Druck auf der Seele des Film-Fans zurück bleibt. Diesen Film muss kein Horror-Fan unbedingt in seiner Sammlung haben.


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