7 Tage in Entebbe

7 Tage in Entebbe

Originaltitel: 7 Days in Entebbe
Genre: Thriller
Regie: José Padilha
Hauptdarsteller: Rosamund Pike • Daniel Brühl
Laufzeit: DVD (102 Min) • BD (106 Min)
Label: Twentieth Century Fox
FSK 12

7 Tage in Entebbe   12.09.2018 von MarS

Der internationale Terrorismus hat eine lange Geschichte, und immer wieder erschüttern terroristische Akte die ganze Welt. Ausgelöst durch den Israelisch-Palästinensischen Konflikt kam es so im Jahre 1976 zu einer Flugzeugentführung durch zwei Mitglieder der "Volksfront zur Befreiung Palästinas" sowie zwei deutschen Revolutionären. Diese wurde bereits mehrfach verfilmt, und nun erscheint mit 7 Tage in Entebbe eine weitere Adaption der Ereignisse...

 

Inhalt

 

27. Juni 1976: Der Air France Flug 139 macht sich nach einem Zwischenstopp in Athen auf den Rückweg nach Paris, doch während dem Flug wird der Airbus A300 plötzlich von vier Terroristen entführt. Unter den Entführern befinden sich zwei Mitglieder der "Volksfront zur Befreiung Palästinas", die mit Hilfe der Geiseln einen Austausch mit inhaftierten Mitstreitern erreichen wollen, sowie beiden deutschen Revolutionäre Wilfried Böse (Daniel Brühl) und Brigitte Kuhlmann (Rosamund Pike), die auf diese Weise nach dem Tod der RAF-Gründerin Ulrike Meinhof darauf aufmerksam machen wollen, dass ihre Bewegung noch immer aktiv ist. Die mit 258 Passagieren besetzte Maschine landet in Entebbe, Uganda, doch vor Ort spitzt sich die Situation immer mehr zu und eine diplomatische Lösung scheint immer unwahrscheinlicher. Während die Geiseln um ihr Leben fürchten entscheidet sich Israel dazu, das Militär einzuschalten...

 

Im Gegensatz zu den bisherigen Verfilmungen der spektakulären Flugzeugentführung im Jahr 1976 versucht sich der brasilianische Regisseur José Padilha daran, die Ereignisse aus einer etwas anderen Sicht zu erzählen. Dabei scheitert er jedoch, indem er etwas zu engagiert versucht, zu kunstvoll vorzugehen und der gesamten Inszenierung damit jegliche Brisanz und Atmosphäre nimmt. Die entstandene Mixtur aus Thrillerelementen, dialoglastigem Politikgeschehen und Charakterstudien sowie einer sehr künstlerischen Komponente kommt letztendlich sehr zäh und langatmig daher, wodurch der Zuschauer nicht durchwegs gefesselt wird. Kaum wurde durch eine spannende oder intensive Szene die für die Thematik nötige Atmosphäre geschaffen, reißt die Inszenierung diese im nächsten Moment durch stilistische Experimente oder unwichtige Nebenhandlungen mit dem Arsch wieder ein. So zieht sich beispielsweise eine Theaterinszenierung aus dem Bereich Ausdruckstanz wie ein roter Faden als metaphorisches Beiwerk durch den Film, was zunächst noch interessant erscheint, einen im weiteren Verlauf jedoch immer wieder aus der Geschichte reißt und damit ihr Ziel völlig verfehlt. Begleitet dieser Tanz dann den eigentlichen Showdown des Films, um dann vor laufendem Abspann seinen Höhepunkt zu erreichen, schüttelt der Zuschauer längst nur noch mit dem Kopf. Dabei hätte 7 Tage in Entebbe grundsätzlich die richtigen Zutaten für einen brisanten, politischen Thriller mit zeitloser Thematik, denn die Figuren sind vielversprechend besetzt, die Ausstattung und die Settings authentisch und sogar der Look des Films versetzt einen direkt zurück in die 70er Jahre, ebenso wie vereinzelt eingestreute originale Medienaufnahmen. Hätte sich Padilha darauf konzentriert, die spannende Geschichte samt Geiselbefreiung etwas einfacher und dafür bedrückender zu gestalten, anstatt sich zu sehr auf Metaphern, unbestätigte Charakterentwicklungen sowie klare Stellungnahmen zu stürzen, wäre hier mit Sicherheit einiges mehr drin gewesen. Der Versuch, sowohl den Entführern als auch den politischen Hintergründen mehr Facettenreichtum zu verschaffen und damit der für Thriller üblichen Zeichnung von Gut und Böse zu entgehen gelingt jedenfalls leider nur bedingt. 

 

Bildergalerie von 7 Tage in Entebbe (10 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Schärfe und Detailgrad der Blu-ray sind auf sehr hohem Niveau, und auch das Kontrastverhältnis ist sehr ausgewogen und gut ausbalanciert. Die Farbgebung ist der jeweiligen Location beziehungsweise dem Setting angepasst und unterstützt damit den Look des Films. Auch der Schwarzwert liefert überzeugende Werte ab. Die Tonspur bietet eine dynamische Abmischung mit gezielter Kanaleinbindung und sauberer Signalortung. Vereinzelte Effekte sowie der ungewöhnliche, aber ansprechende Score verteilen sich angenehm und weitläufig auf alle Boxenbereiche. Die Sprachausgabe ist dabei stets klar verständlich. 


Das Fazit von: MarS

MarS

 

So brisant und spektakulär die Ereignisse der "Operation Entebbe" auch gewesen sind, so uninteressant gestaltet sich die filmische Variante von Regisseur José Padilha. Hier wird einfach zu viel Wert auf metaphorische Weisheiten und kunstvoll arrangierte Momentaufnahmen gelegt, als dass 7 Tage in Entebbe seine Möglichkeiten tatsächlich ausschöpfen könnte. Da helfen auch keine sehr gut agierenden Darsteller, denn die Inszenierung ist insgesamt einfach viel zu zäh und sprunghaft, um den Zuschauer zu fesseln. 


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