Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall

Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall

Publisher: Ravenscourt
Entwicklerstudio: Revolution Software
Genre: Adventure
Sub-Genre: Point and Click
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 21.09.2018
USK 12

Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall   06.10.2018 von LorD Avenger

Bei der Eröffnung einer Gemäldeausstellung treffen sich die alten Bekannten Nicole und George wieder, die sogleich Zeugen eines Raubmordes werden, der weite Kreise zieht...

 

Baphomets Fluch, bzw. Broken Sword im Original, ist eine etablierte Adventure-Games-Reihe, die 1996 ihren Auftakt fand. Selbst nie gespielt waren mir aber doch zumindest immer Name und Spiele-Cover ein Begriff, die sich seit Teil 2 auf der ersten PlayStation auch über die Heimkonsolen bewegen. Protagonisten sämtlicher Teile sind der Amerikaner George Stobbart und die französische Journalistin Nicole Collard, die im Stile von Indiana Jones und anderen Abenteurern auf den Spuren der Tempelritter, der Mayas und religiösen Kults.

 

Der fünfte Teil der Reihe, Der Sündenfall, wurde primär durch ein Kickstarter-Projekt finanziert, das sein Ziel mit rund 800.000 Dollar verdoppelte. Nach weniger erfolgreichen 3D-Ablegern, kehrt man zur den Wurzeln der Reihe zurück und beschränkt sich wieder auf eine handgemalte 2D-Umgebung.

 

Inhalt

 

1937 wird eine Familie in Katalonien überfallen. Frau und Kind können entkommen, der Vater allerdings wird von den plündernden Faschisten niedergeschossen. Im heutigen Paris trifft George Stobbart derweil seine alte Bekannte Nico bei einer Gallerieeröffnung wieder, die seine Firma versichert. Herzstück der Ausstellung, zumindest nach dessen Raub bei dem der Galleriebesitzer erschossen wird, ist das Gemälde "la Maledicció" - laut einem ebenfalls anwesenden Priester ein verfluchtes Werkzeug des Teufels. Bei seinen Ermittlungen entdeckt George, dass an der Alarmanlage herumgefuscht wurde und dass der Galleriebesitzer nicht die Sicherheitsfirma beauftragt hat, die seine Versicherung empfohlen hatte. Die Indizien führen ihn und die befreundete Journalistin nicht nur zu der dubiosen Sicherheitsfirma, sondern auch nach London und Spanien, wo sich die blutige, weit zurückreichende Geschichte des Gemäldes zunehmend offenbart.

 

Gameplay

 

Nachdem man es im dritten Teil der Reihe noch actionlastiger versucht hatte, kehrt man nun vollends zum 2D-Point and Click-Stil zurück. Mithilfe des Cursors bewegt man sich durch den gegebenen Raum und untersucht dafür vorgesehene Objekte, die man entweder nur betrachten oder mit denen man interagieren kann. Das Spielgeschehen wechselt zwischen den beiden Protagonisten, von denen keiner außergewöhnliche Fähigkeiten, aber jeder für sich ein eigenes und durch das Spiel hindurch konstantes Inventar besitzt. Ein Hauptelement des Spiels sind die Kommentare von George und Nico, mit denen sie untersuchte Gegenstände beschreiben und bewerten, ein weiterer die Dialoge mit anderen Figuren. Mithilfe von Symbolen kann man das gewünschte Thema ansprechen oder einen Gegenstand aus dem Inventar vorzeigen, auf den der Gegenüber reagieren soll. Wie für Point and Clicks üblich müssen Gegenstände außerdem nicht nur benutzt, sondern auch kombiniert werden, um die Geschichte voranzutreiben.

 

Einige Rätsel gestalten sich in kleineren Minispielen, in denen Drehscheiben, Schaltkästen oder Karten in Nahaufnahme nach einer Lösung verlangen. Besonders knifflig wird es bei den gelegentlichen Buchstabenrätseln, die es erfordern, die vorgegebenen Lettern in eine sinnvolle Reihenfolge zu setzen oder mit ihnen einen Code zu knacken.

 

Ist man mit einem Rätsel überfordert, so lassen sich ganz einfach über das Pausenmenü schrittweise Tipps aufdecken, die einen hilfreich in die richtige Richtung weisen oder - sollten alle Stricke reißen - auch die Lösung verraten. Eine Option, sich alle untersuchbaren Objekte in der Umgebung anzeigen zu lassen, konnte ich nicht entdecken. Schade, da vieles optisch in der detaillierten Umgebung völlig untergeht oder so nah zusammenliegt, dass man es vollkommen übersieht.

 

Die Switch-Version ermöglicht ein nahtloses Gameplay-Switchen (höhö) zwischen Tasten und Touchscreen, die beide für sich nicht perfekt sind, zusammengenommen aber für ein äußerst angenehmes Spielerlebnis sorgen.

 

Bildergalerie von Baphomets Fluch 5: Der Sündenfall (5 Bilder)

Grafik

 

Grafisch besticht Der Sündenfall mit wunderschönen handgezeichneten Hintergründen, die nur so vor gesättigten Farben strotzen. Die Liebe zum Detail ist zwar etwas kontraproduktiv beim Finden von Punkten zum Interagieren, dafür aber traumhaft anzusehen. Die Charaktere im Spiel hingegen wurden in 3D entworfen, stechen aber u.a. aufgrund ihrer comichaften Gestalt nicht übermäßig hervor. Andererseits sind sie auch nicht so lupenrein wie die Hintergründe, bewegen sich stellenweise etwas roboterhaft, wirken aufgrund weniger Oberflächendetails ziemlich "glatt" und ein/zwei Glitches sind mir ebenfalls untergekommen. Davon abgesehen war man aber erstaunlich bemüht viele Bewegungen - gerade auch bei Gegenständen - einzuprogrammieren, die man gar nicht erwartet hätte. Andererseits sparte man sich auch die Mühe für aufwändigere Zwischensequenzen, indem man sie durch schwarze Bildschirme mit dem Titel "Einige Momente später..." ersetzte.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Der fünfte Ableger der Baphomets Fluch Reihe (Remakes nicht eingerechnet) ist ein grundsolides Point and Click-Adventure mit spannender Abenteuer-Story auf Indiana Jones-Niveau. Für Fans gibt es zahlreiche Anspielungen und bekannte Gesichert aus alten Teilen und exklusiv in der Switch-Version während der Story freigeschaltete Bonus-Videos mit Interviews des Teams und Making Ofs. Obgleich der trockene Humor angepriesen wird, kommt er mir im Spiel aber deutlich zu kurz - die meisten Bemerkungen zu untersuchten Gegenständen oder Dialogoptionen sind doch eher sachlich als sarkastisch und den größten Witz bringt eine in einer Streichholzschachtel gefangene Kakerlake mit sich, die das ganze Spiel über im Inventar bleibt und beim vergeblichen Benutzen wollen mit anderen Objekten tatsächlich amüsante Bemerkungen von George auslöst. Grafisch ist das Spiel wunderschön, auch wenn ich mir ein bisschen mehr Natürlichkeit bei den Figuren gewünscht hätte und die Rätsel sind nahezu alle mit etwas Nachdenken und Ausprobieren gut lösbar, da sie weitaus logischer und weniger abstrakt sind als in berühmten Genre-Kollegen wie Monkey Island oder Discworld.


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positiv negativ
  • Wunderschöne, handgemalte Hintergründe
  • Gut kombinierbare Steuerungsmöglichkeiten auf der Switch
  • Schönes Schritt-für-Schritt-Tipps-System
  • Faire Rätsel und Puzzle
  • Sympathische, größtenteils comichafte Charaktere
  • Spannende Abenteuergeschichte
  • Bewegungen der Figuren wirken eher unnatürlich
  • Gerade die beiden deutschen Synchronsprecher der Protagonisten wirken sehr emotionsarm
  • Viele untersuchbare Objekte sind leicht zu übersehen





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