Battle Royale 2

Battle Royale 2

Originaltitel: Batoru Rowaiaru II: Rekuiemu
Genre: Thriller • Drama
Regie: Kinji Fukasaku • Kenta Fukasaku
Hauptdarsteller: Tatsuya Fujiwara • Ai Maeda
Laufzeit: BD (132 / 151 Min)
Label: Capelight Pictures
FSK 18

Battle Royale 2   08.01.2020 von Xthonios

2017 veröffentlichte Capelight Pictures den lang auf dem Index vermerkten Film Battle Royale von Kinji Fukasaku. 2003 erschien ein zweiter Teil unter der Federführung des Sohnes Kenta Fukasaku, den Capelight noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft erstmals ungeschnitten auf Blu-ray und DVD veröffentlichte. Was ist nach dem Sieg von Shuya Nanahara und Noriko Nakagawa passiert?

 

Inhalt

Nach Ihrer Flucht aus Japan kehrten die beiden Sieger des letzten Battle Royale wieder zurück in Ihre Heimat und gründeten zusammen mit den anderen Siegern früherer Spiele die Widerstandsorganisation „Wild Seven“. Die jugendlichen Kämpfer haben sich geschworen, gegen all jene Erwachsene und ihre Regierung vorzugehen, die für das BR-Gesetz verantwortlich sind. Nachdem sie Japan den Kampf erklärt und in Tokyo einige Hochhäuser mit zahlreichen Zivilisten (Erwachsenen) in die Luft gesprengt haben, verschanzen sie sich in schwer bewaffnet auf einer Insel nahe dem Festland. Doch die japanische Regierung ist nicht bereit, kampflos aufzugeben und entsendet Truppen auf die Insel, jedoch erfolglos. Um die Terroristen zu beseitigen, entscheidet man sich zu einem perfiden Schritt. Ein Jahr nach den Anschlägen der „Wild Seven“ in Tokyo, verabschiedet die Regierung das neue Gesetz: BR2.

 

Die Klasse 3B der Shikanotoride Mittelschule wurde auserwählt an dem diesjährigen Battle Royale teilzunehmen. Was die Schüler zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, ist dass sich in ihrer Klasse auch die Tochter von Kitano (Takeshi Kitano) befindet und sich freiwillig gemeldet hat. Shiori (gespielt von Ai Maeda) versucht auf diesem Wege Kontakt zu Shuya Nanahara (Tatsuya Fujiwara) und Noriko Nakagawa (Aki Maeda) aufzubauen und mehr über ihren Vater und ein von ihm gemaltes Bild herauszufinden. Doch die Regeln unterscheiden sich dieses Mal von dem ursprünglichen Kampf.

 

  • 1. Sie haben 72 Stunden Zeit, um den Anführer Nanahara zu töten.
  • 2. Alle, die nicht in den Krieg ziehen wollen, werden umgehend erschossen.
  • 3. Die eingeteilten Pärchen überleben oder sterben gemeinsam. Wenn ein Partner stirbt oder wenn sich die beiden zu weit voneinander entfernen, explodieren ihre Halsbänder.

 

Den Schülern wird Eines sofort klar: Sie brauchen dringend eine Überlebensstrategie.

 

Werden die Schüler der 3B überleben und die Sieger der früheren Battle Royale besiegen können? Welchen Plan verfolgt der Lehrer der 3B Riki Takeuchi? Wie reagieren die Wild Seven auf die Situation gegen Mitschüler statt Erwachsene kämpfen zu müssen?

 

Bildergalerie von Battle Royale 2 (17 Bilder)

Battle Royale 2 mag nur im groben Sinne als eine Fortsetzung herhalten. Nachdem Kinji Fukasaku verstorben ist, sind die Erlebnisse und schwere Zeit des Sohnes und womöglich auch zahlreiche äußere Einflüsse unweigerlich mit in den Film eingeflossen. Der Film geizt ganz im Gegensatz zum ersten Teil nicht mit zerfetzten Körpern oder schier endlosen Kugelschlachten und auch die offensichtliche Kritik an die globale Einmischung Amerikas in der Welt wird deutlich dargestellt. Die mehrmals deutlichen Aufzählungen vieler Staaten, die Alle unter dem Verfall der Moral und von Amerika angegriffen wurden, zeigt dies doch recht auffällig. Die Story selbst wirkt ein wenig zusammengeworfen und weist zum Teil diverse Logiklöcher auf. In der Standardfassung bleiben die Charaktere zum großen Teil inhaltsleer und nur in der 20-minütigen längeren Revenge-Fassung bekommt der Zuschauer wesentlich mehr Fülle. Auch die Rolle des anfangs offensichtlich depressiven und dann halb durchdrehenden und medikamentensüchtigen Lehrer Riki Takeuchi (gespielt von Riki Takeuchi) endet in einem so irrwitzigen Showdown, der manchen Zuschauer völlig verwirrt zurücklassen wird. Nichtsdestotrotz ist der Film ein durchaus mutiger Film, der die politische Lage (bezogen auf die USA) in der Zeit kritisiert. Aber auch die die eigene Stellung der Jugendlichen, die während ihres Kampfes gegen die japanische Regierung eben auch Jene töten, für die sie eigentlich kämpfen, bringt gewaltige Emotionen in den Film, die den Zuschauer auch überlegen lässt und den Krieg von beiden Seiten betrachtet. Wer ist gut und wer ist böse?

 

Details der Blu-ray

Sowohl der Reqiuem Cut wie auch der Revenge Cut kommen mit einer vollständigen deutschen und japanischen DTS-HD MA 5.1 Tonspur daher. Die Dialoge sind gut verständlich, in den Actionszenen haben auch Surround und Bassboxen was zu tun. Störgeräusche und Tonabbrüche konnten nicht festgestellt werden. Bildtechnisch finden wir durchgehend ein deutliches Bildrauschen vor, was unter Umständen dem Ausgangsmaterial geschuldet sein kann. Capelight war bereits früher stets bemüht, Filme durch zu viele Filter nicht zu überstrapazieren. Nur wer wirklich nah am Fernseher sitzt, mag bei den heutigen durchschnittlichen 55“ das Rauschen als störend empfinden. Die Farben hingegen sind dafür absolut gelungen. Gerade in den Gebäudekämpfen finden wir die Farben authentisch und gut auf die Blu-ray gebracht. 

 

Details des Mediabooks

Das Mediaboook präsentiert sich wie der Vorgänger in einem schlichten Schwarz mit einem bedruckten BRII Cover. Auf dem Mediabook findet sich kein störendes FSK Logo. Innen finden wir neben den beiden Fassungen auch eine Blu-ray mit den ganzen Extras sowie ein sehr schönes vielseitiges Booklet vor. Wir sagen Daumen hoch an dieser Stelle.



Cover & Bilder © 2019 Capelight Pictures


Das Fazit von: Xthonios

Xthonios

Mit Battle Royale 2 erscheint ein durchaus zum Teil verstörender Streifen als „Fortsetzung“. Die offen dargestellte Kritik der politischen Einmischungen der USA als Weltpolizei, die Anspielungen auf 9/11 und die Sicht auf beide Parteien des Krieges treten dem Zuschauer auch mal unliebsam in die Magengrube. Die Story wirkt zum Teil zusammengewürfelt, um möglichst viele Themen zu behandeln. Am Ende bleibt die Frage, ob Kinji Fukasaku zufrieden mit dem Ergebnis seines Sohnes gewesen wäre.


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