Beerfriends – Zwei Prolos für ein Halleluja

Beerfriends – Zwei Prolos für ein Halleluja

Originaltitel: Fubar II
Genre: Komödie
Regie: Michael Dowse
Hauptdarsteller: David Lawrence
Laufzeit: 85 Minuten
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 16

Beerfriends – Zwei Prolos für ein Halleluja   31.07.2012 von Torsten

Wer arbeitslos ist, der hat mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Das wären dann wohl nächtliche Besuche der Strip-Bar, tagelange Saufgelage und Hodenkrebs. Wer die pietätlose Aneinanderreihung von Klischees und schweren Schicksalsschlägen geschmacklos findet, der sollte auch besser um Beerfriends – Zwei Prolos für ein Halleluja einen Bogen schlagen. Wer Spaß am Voyeurismus der absoluten Asozialität hat, der sollte dagegen weiterlesen ...

Dean hat den Hodenkrebs besiegt. Dieser hat ihm zwar einen seiner beiden „Freunde“ genommen, doch dem Tod sprang er von der Schippe. Das sollte gehörig gefeiert werden und wenn sein bester Kumpel Terry die Planung übernimmt, dann werden keine halben Sachen gemacht. Seine größte Sorge ist, dass der Vorrat an Bier zur Neige gehen könnte. Also wird gleich eine ganze Palette des blonden Gebräus in Dosen besorgt. Die Party läuft gut. Geparkt wird gleich auf der Vorwiese des Hauses, die Gäste zerlegen mit Kettensäge und Vorschlaghammer die Wohnungseinrichtung und der Gastgeber schiebt einen schlimmen Trip auf LSD, wobei er im Zuge der Panik auch gleich das Haus anzündet. Nur gut, dass die Möbel sowieso nicht mehr zu retten waren, d. h., es war eine gelungene Party. Und weil man bekanntlich immer gehen sollte, wenn es gerade am schönsten ist, beschließen die beiden arbeitslosen Vokuhila-Prolls das Job-Angebot Trons anzunehmen. Der arbeitet im kalten Norden Kanadas bei einem Bauunternehmen für Öl-Pipelines.

Der Job ist hart, wird dafür jedoch auch entsprechend gut bezahlt. Im eisigen Norden fassen die beiden Freunde schnell Fuß. Sie haben einen Job, feiern nach Arbeitsschluss in der Strip-Bar und haben jede Menge Spaß. Doch als Terry sich in die unersättliche Bardame Trish verliebt, lässt Terry nichts unversucht, ihn aus ihren Fängen zu befreien. Die Freundschaft entzweit sich und die Vergangenheit holt Dean mit einem Schlag wieder ein. Nun wird sich zeigen, wie viel eine Freundschaft wert ist.

Die gebotene Qualität von Bild und Ton ist ausgesprochen gut. Hier wird das Medium Blu-ray tatsächlich auch genutzt, um ein gestochen scharfes Bild in hoher Auflösung auf die Mattscheibe zu bringen und nicht, um einfach nur einen anderen Aufkleber auf dem Cover tragen zu dürfen, wie das bei einigen Billig-Produktionen schon einmal üblich ist. Die Kameraführung und der Schnitt sind dann nicht immer hochklassig, wirklich negativ fällt dies bei so einem Film aber auch nicht auf. Die Synchronisation ist mit einer oder zwei Ausnahmen sehr ordentlich gelungen. Eine davon ist die etwas piepsig und unpassend wirkende Stimme von Tron.

Bildergalerie von Beerfriends – Zwei Prolos für ein Halleluja (9 Bilder)

Anfangs etwas befremdlich wirken die aus der Hand gefilmten Vorstellungen der Charaktere. Sie bringen mit ihrem sachlich geschilderten Stil persönlicher Eindrücke den Film auf eine andere Schiene, als beim Anblick des Covers noch zu erwarten war. Die beiden Hauptdarsteller Dean und Terry, gespielt von Paul Spence und David Lawrence, füllen dabei ihre Rollen beängstigend gut mit „asozialem Leben“. Fast möchte man glauben, dass sie keine fiktive Personen, sondern lediglich sich selbst darstellen. Durch die Behandlung sozialkritischer Themen wie Krebs, Unfruchtbarkeit und Suizid wird dem Film eine ernsthafte Komponente beigefügt, die nicht jedem Zuschauer schmecken dürfte. Die Rahmenhandlung folgt dabei einem manchmal etwas schwer zu greifenden Faden, bleibt zum Ende hin aber durch die Vaterrolle Deans schlüssig. Hier wird dann in einer Szene sogar auf die Tränendrüse gedrückt, wenn es um Selbstmordgedanken und die Verantwortung als Vater geht.


Das Fazit von: Torsten

Torsten

Beerfriends – Zwei Prolos für ein Halleluja erzählt die Geschichte zweier Freunde, die nicht nur Alkohol und Drogen konsumieren, sondern auch Verantwortung in ihren Leben übernehmen müssen. So wird aus der Erzählung über ein Proleten-Duo, das sich einem Leben voller Ausschweifungen in völliger Missachtung jeglicher Reglementierungen ihres Verhaltens hingibt, am Ende sogar ein Film, der ernsthafte sozialkritische Themen behandelt. Das macht aus dem Film mehr, als anfangs zu erwarten war, birgt aber nun einmal auch die Gefahr am Zielpublikum vorbeizuschießen und sich genretechnisch gehörig zwischen die Stühle zu setzen. Denn so stumpfsinnig der Film beginnt, so ernsthaft wird die Erzählung stellenweise im Laufe der Geschichte. Und das funktioniert am Ende gar nicht mal so schlecht, daher verdient der Film durchaus eine Chance.


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