Bergfried

Bergfried

Originaltitel: Bergfried
Genre: Drama
Regie: Jo Baier
Hauptdarsteller: Peter Simonischek • Gisela Schneeberger
Laufzeit: DVD (88 Min)
Label: Polyband
FSK 12

Bergfried   19.09.2016 von MarS

Bergfried. Was klingt wie ein alter Heimatfilm entpuppt sich nach der Sichtung des Klappentextes als interessantes Drama mit Thrillerelementen. Wir haben uns den Film für Euch angesehen.

 

Eine Warnung vorab:

Um sich den vollen Genuss des Filmes zu sichern sollte man sich auf keinen Fall den Klappentext oder andere Beschreibungen des Films durchlesen, da diese allesamt viel zu viel über den Inhalt verraten. In der folgenden Kritik haben wir darauf verzichtet, zu sehr ins Detail zu gehen, um genau dies zu verhindern.

 

Ein kleines Bergdorf in der Steiermark, 1983. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein und die Abgeschiedenheit der Gemeinde sorgt für ein enges Gemeinschaftsgefühl, aber auch dafür dass es keinerlei Geheimnisse untereinander gibt. Eines Tages erscheint plötzlich der junge Italiener Salvatore auf der Bildfläche, stellt merkwürdige Fragen und fotografiert die alten Männer des Ortes. Die Dorfbewohner begegnen dem Fremden mit Misstrauen und sogar Anfeindungen, doch in der hübschen Janis findet Salvatore nicht nur eine Verbündete, sondern auch die Liebe. Nur ihrem Vater ist Salvatore ein Dorn im Auge. Aber warum ist er eigentlich wirklich hier im Dorf, weit weg von seiner Heimat?

 

Bergfried bietet zwar inhaltlich nicht viel Neues, ist jedoch so spannend und atmosphärisch dicht inszeniert, dass er dennoch überzeugen kann. In jeder Filmminute ist die Anspannung der Figuren absolut greifbar und das dadurch entstehende, beklemmende Gefühl überträgt sich auch auf den Zuschauer. Lediglich die eingestreute Liebesgeschichte lockert dies ein klein wenig auf, auch wenn diese letztendlich das zu erwartende, konsequent tragische Ende nimmt. Getragen wird Bergfried zum einen von der hervorragenden Kulisse eines abgeschiedenen Bergdorfes, zum anderen von den durch die Bank großartig agierenden Darstellern, die auf ganzer Linie authentisch und glaubwürdig wirken. Insgesamt konzentriert sich die Inszenierung nicht auf große Emotionen oder schnulzige Vorhersehbarkeit, sondern setzt vor allem auf Spannung und lässt dafür die meisten Fragen bis hin ins Finale größtenteils offen, was dieses umso intensiver wirken lässt. Bergfried macht klar, dass sich die positiven Ausnahmen in der deutschen Filmlandschaft auch in Zukunft immer mehr häufen, sobald ein Regisseur den Mut beweist, weg vom Altbekannten und hin zu atmosphärischen und durchdachten Geschichten zu gehen. 

 

Bildergalerie von Bergfried (7 Bilder)

Das Bild der DVD ist scharf und detailreich und zeichnet sich durch eine natürliche Farbgebung sowie stimmigen Kontrast aus. Kleinere Unschärfen und Fokussierungsfehler können den hervorragenden Gesamteindruck nicht trüben. Der Ton ist auf Grund der vorwiegend dialoglastigen, ruhigen Inszenierung größtenteils frontgerichtet, bietet dort aber klare Dialoge und eine angenehme, wenn auch dezente Dynamik. Die Surroundanlage bleibt zwar größtenteils arbeitslos, im Gesamtbild ist die Tonspur aber völlig ausreichend und passend für den Film. 


Das Fazit von: MarS

MarS

Bergfried ist ein atmosphärisch dichtes, spannendes Drama, welches den Zuschauer in seinen Bann zieht und von Beginn an zu fesseln weiß. Darüber, dass die Geschichte letztendlich nichts Neues bietet, trösten die stimmige Inszenierung, die einnehmende Kameraführung sowie die hervorragenden, authentischen Darsteller ohne Probleme hinweg. Ich kann Bergfried nur allen empfehlen, die auf intensive Dramen ohne zu viel Emotionalität wie beispielsweise Das finstere Tal stehen und dem deutschen Kino eine Chance geben. Schade dass dieser Film lediglich auf DVD veröffentlicht wurde, denn er hätte eine Auswertung auf Blu-ray auf jeden Fall verdient gehabt. 


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