Besser Essen

Besser Essen

Genre: Kochspiel
Erscheinungsdatum: 26.03.2009
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Besser Essen   23.07.2009 von derstefan

 „Besser Essen – Leben leicht gemacht“ ist eine Pro7-Dokuserie, die von dem renommierten Arzt und Bestsellerautor Dr. Stefan Frädrich moderiert wird. Jetzt gibt es seine Ratschläge zum Thema Life-Coaching und Ernährungsberatung auch für den DS. Kann das Spiel halten, was der Titel verspricht?

„Besser Essen“ ist ein Lifestyle- Ratgeber rund um das Thema gesunde Ernährung und nahrhafte Küche. Das Ziel ist es, durch Tipps zur Ernährung oder zu Diäten und mit Vorschlägen für leckere Rezepte zum Nachkochen auf den Weg in ein gesünderes Leben zu helfen. Na gut, schauen wir uns das mal an.

Mit den Worten „Hallo, ich bin Justus, die Küchenwaage“ werde ich auf meinem DS begrüßt, nachdem ich das Spiel eingelegt habe. Justus wird mir nun in allen Fragen der Ernährung zur Seite stehen. Hmm, das werde ich mal ausgiebig testen. Er erklärt mir jetzt, dass er sich lange Zeit mit Ernährungsberatern unterhalten hat, um Nahrungsmittel besser zu verstehen und dass er dieses Wissen gerne an mich weitergeben möchte. Ich soll mich wohler in meiner Haut fühlen und kann durch ein wenig Änderung meiner Essgewohnheiten ganz ohne Aufopferung und Anstrengung verblüffende Effekte erzielen. Ohoo, jetzt lehnt er sich aber ganz schön aus dem Fenster. Ich bin gespannt...

 

 

Wie bei Fitnessspielchen heutzutage üblich, darf ich jetzt mein Profil anlegen und meinen Geburtstag sowie meine Größe, mein Gewicht und meinen BMI (Body Mass Index) bestimmen lassen. Mit einem BMI von 20,7 liege ich ziemlich gut, da fühle mich schon ein Stück fitter. Ich könnte sogar noch einige Kilos zunehmen und würde immer noch gut dastehen. Aber man muss ja im Leben Ziele haben, deshalb werde ich auch gleich danach gefragt, wie denn mein Wunschgewicht wäre. Ich denke: Nicht zuzunehmen, das ist auch ein Ziel. Und wie sieht das meine freundliche Küchenwaage? Okay, da hat er nix dagegen. In einem zweiten Profil habe ich angegeben, dass ich 2 Kilo in einem Monat abnehmen möchte. Justus weist mich gleich darauf hin, dass es ungesund wäre mehr als 0,5 Kilo abzunehmen. Jo, da hat er wohl recht, diesen Richtwert habe ich schon einmal gehört. Um an mein Ziel zu kommen, gibt mir mein „Personal Trainer“ nun vor, wieviele kcal/Eiweiss/Fett/Kohlenhydrate ich täglich zu mir nehmen darf, um mein Ziel zu erreichen. Das finde ich gut gelöst. Meistens bekommt man nur die Kalorienanzahl genannt, was jedoch nicht sehr aussagekräftig ist. Wenn ich diese nur durch Fett oder pure Kohlenhydrate zu mir nehmen würde, hätte ich sicher eine Mangelernährung. Good to know!

Nach der Abfrage der Daten und Ermittlung des Bedarfs fängt nun das eigentliche „Spiel“ an. In den Lektionen und Aufgaben lernt man Faktenwissen. So wird einem beispielsweise in der ersten Lektion erzählt, dass 66% der Männer und 50% der Frauen in Deutschland übergewichtig sind und dass ein höherer Schulabschluss gepaart mit höherem Einkommen statistisch gesehen gut für das Gewicht sind. Wenn das mal kein Anreiz zum Lernen ist... Insgesamt bieten die 35 Lektionen nicht unbedingt viel neues, aber dieses Wissen nochmal zu hören bzw. zu lesen kann definitiv nicht schaden. Am Schluss einer Lektion wird das Gelesene auch noch einmal durch ein 10 Fragen-Quiz wiederholt. Außerdem gut für den Lerneffekt: Man kann pro Tag nur ein neues Kapitel lesen, somit bleibt erstens ein kleiner Anreiz das Spiel öfters einzulegen und zweitens ist der Lerneffekt durch die Verteilung besser.

 

 

Nun geht´s zu Tisch: Ich darf mir meinen Speiseplan zusammenstellen. In dem Punkt „Tagesplanung“ kann man nun alles angeben, was man den Tag über so verfuttert und trinkt. Die im Programm enthaltene Datenbank ist, wie ich finde, ziemlich gut ausgestattet. Ich esse zum Beispiel für mein Leben gern Kölln Schokomüsli (Keine Schleichwerbung, is´ einfach so!) am Morgen. Und siehe da: Im Programm kann man das unter „Backwaren“ – „Cerealien“ auch finden. Prima! Nur wieviel Gramm esse ich davon? Na gut, dazu gibt´s ja Küchenwaagen. Ab in die gute Kochstube, Waage rausgeholt und die Müslischale wie gewohnt gefüllt: Macht 100 Gramm Müsli. OK, das erklärt, warum ich 3 Packungen im Monat davon weghaue. Dazu noch ca. 300 ml Milch und schon sind die ersten 540 Kalorien des Tages verplant. In der Datenbank befinden sich zum Beispiel die heilige McDonalds Trinität (BigMäc – Cola - Pommes) und 5.000 weitere Lebensmittel. Speicherbedingt lassen sich leider keine Daten editieren oder hinzufügen, das gibt Punktabzug in der B-Note. Nach abgeschlossener Tagesplanung bekommt man nun mitgeteilt, ob man damit sein Gewichts-Ziel erreicht.

Ein weiteres Keyfeature soll die Rezeptdatenbank sein. Aber mal ehrlich: 100 Rezepte sind einfach zu wenig, das hätte noch viel größer werden müssen. Nett gelungen sind dahingegen die verschiedenen Top Ten der Lebensmittel zu bestimmen Gesundheitsbereichen. Hier werden zu Themen wie Immunsystem, Beauty oder Abnehmen die 10 besten Lebensmittel vorgestellt und erklärt, warum sie das sind. Wusstet ihr schon, dass Heringe gut für das Immunsystem sind? Und ich dachte immer, dass man sowas nur nach durchgezechten Nächten braucht...„Fruchtmixer – Das Spiel“ soll als letzter Auswahlpunkt für ein kleines bisschen Abwechslung im nicht immer wahnsinnig spannenden Abnehm-Spielchen sorgen. A la „Bejeweled“ dürft ihr hier in einem mit verschiedenen Früchtchen durchmischten Spielfeld immer mindestens drei Gleiche in einer Reihe (horizontal oder vertikal) zusammensuchen, die sich dann auflösen. Für jede aufgelöste Reihe gibt es Punkte: Je mehr Früchte, desto besser die Punktzahl. Um ein Level erfolgreich zu absolvieren, muss man die zu erreichende Punktzahl innerhalb der vorgegebenen Zeit erspielen. Ansonsten ist das Spiel zu Ende. Und wie auch Bejeweled hat mich dieses Minispiel NATÜRLICH wieder mal viel Zeit gekostet, die ich wohl besser ins fettarme Kochen hätte stecken sollen... Aber ihr kennt ja auch wahrscheinlich alle den besten Tag um eine Diät anzufangen: MORGEN ;-)


Das Fazit von: derstefan

derstefan

„Besser essen – Leben leicht gemacht“ macht seine Sache recht gut: Die Grafik ist schön lifestylig, das Programm lässt sich gut bedienen. Leider fehlt für einen kompletten Gesundheitsansatz der Hinweis auf Sport oder die Möglichkeit Kalorienverbrennung durch Sport einzupflegen. Dem einen oder anderen fehlt auch sicherlich die Möglichkeit eigene Rezepte oder Nicht-Standard-Produkte in der Datenbank zu hinterlegen. Von daher kann das Programm kein kompletter Planer sein, aber doch an einigen Stellen gute Tipps geben. Eine Empfehlung geht daher nur an die raus, die nicht zu verbissen an das Thema rangehen, sondern nur Anregungen oder Denkanstöße brauchen. Und ich spiel jetzt noch ´ne Runde „Fruchtmixer“!


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positiv negativ
  • Netter Grafikstil
  • Große Lebensmitteldatenbank
  • Unverkrampfte Vermittlung von Wissen
  • Zuwenig Rezepte
  • Keine Einbeziehung von Sport o.ä.
  • Keine Editierung von Rezepten oder Lebensmitteln möglich





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