Bodycount

Bodycount

Publisher: Codemasters
Entwicklerstudio: Codemasters Studios
Genre: Action
Sub-Genre: 1st Person Shooter
Art: Midprice Titel
Erscheinungsdatum: 01.09.2011
USK 18

Bodycount   31.08.2011 von Panikmike

Shooter gibt es wie Stacheln an Kakteen oder Läuse auf Blumen. Die Frage ist nur, ob man auf Stacheln und Läuse nicht verzichten kann, oder ob man sie deshalb mag, weil sie was Besonderes an sich haben oder man irgendwie anders veranlagt ist. Doch in Bodycount geht es gar nicht darum. Mit Bodycount präsentiert sich ein Hirn-Aus-Shooter der Güteklasse A. Was ich damit meine? Lest doch weiter …

Unsere erste Mission führt uns in eine heruntergekommene Siedlung in Afrika, namens Tesanga City. Nachdem vor 36 Stunden diverse Friedensverhandlungen fehlgeschlagen sind, ist die Miliz in die Stadt eingefallen und möchte sie belagern. Auch wenn ich nicht weiß, wer ich bin, so ist eines vollkommen klar: Ich muss dahin und aufräumen. Gerade angekommen und ein paar Meter gelaufen, geht es auch schon los. Zwischen Marktständen, einem Brunnen und verschiedenen Fässern fliegen uns die Kugeln um die Ohren. Überall sind Gegner und wollen uns tot sehen. Doch wir gönnen ihnen den Spaß natürlich nicht und wehren uns immens. Das Schöne ist, dass man bei Bodycount kein Meister im Zielen sein muss. Schießt man zum Beispiel auf eine Mauer, hinter der ein Gegner steht, so bröckelt sie langsam und zerbricht schließlich. Generell kann man in diesem Spiel sehr viel zerstören. Eine Granate hat natürlich einen mächtigeren Radius als ein MG, wobei es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich die Objekte in Staub verwandeln. Die zerstörbare Umgebung ist sehr hilfreich und sieht nebenbei auch noch gut aus. Ein Kernpunkt des Spiels liegt hier klar auf der Destruction-Engine. Ein Gegner versteckt sich in einem Holzverschlag? Macht doch nichts, dafür gibt es die kleinen, runden Metallteile, die kräftig Wumms machen, wenn man einen kleinen Stift zieht. Ach ja, nebenbei fliegt nicht nur die Granate in die Luft, sondern auch das kleine Holzhaus – very nice! Wichtig ist trotzdem, dass wir nicht á la Rambo durch die Gegend holzen, denn auch für uns ist in Deckung gehen sehr wichtig. Das Spiel hat hier eine gute Idee verbaut, denn wenn man mit L2 auf einen Gegner zielt und in der Nähe einer Mauer oder eines Objekts ist, so geht man automatisch in Deckung und kann nun links, rechts oder oben vorbeispähen und raus ballern. So muss man sich im Laufe des Spiels immer wieder verschanzen, um den Horden an Gegnern Herr zu werden. Die restliche Steuerung ist übrigens wie bei jedem anderen Shooter auch, daher gehe ich nicht näher darauf ein. Doch kommen wir mal zurück auf die eigentliche Mission.

In diesem und den anderen Level gibt es verschiedene Wege. Ob man nun links oder rechts um ein Gebäude geht, oder aber die Treppe in der Nähe benutzt ist total egal, zum Ziel kommt man immer. Auch wenn die Level nicht besonders groß und anspruchsvoll sind, so macht es dennoch Spaß, die Gegner ins Jenseits zu befördern. Dafür haben wir im Nahkampf ein Messer, oder aber wir nehmen verschiedene eiserne Bleispritzen und töten auf Entfernung. Wer es  mit besonders viel „Wumms“ mag, der kann natürlich auch Granaten schmeißen oder Minen legen und hoffen, dass der Gegner sie nicht sieht oder es zu spät zum Ausweichen ist. Doch egal wie sie ums Leben kommen, es gibt noch mehr davon. Wir haben selten eine Pause, es kommt mir so vor, als wäre irgendwo ein Nest von den Bösewichtern. Oder noch besser, eine „Bösewicht-Produzier-Maschine“!

Unsere Mission am Anfang ist easy, einfach zu drei Wegpunkten laufen und den Strom einschalten. Danach wieder zurück zu einem Haus, welches wir von der Miliz befreien sollten. Das Network-Waffenterminal ist anscheinend sehr wichtig für uns, also ran an den Speck. Übrigens, jede gefallene Person hinterlässt komische, eingekreiste Symbole, die in den Farben Gelb, Rot und Blau glänzen. Doch was es damit auf sich hat, erkläre ich Euch später. Als wir am Punkt angelangt sind, nehmen wir schnell C4 auf und sprengen uns den Weg zum Level-Ende frei. Was für ein tolles Tutorial. Doch ganz ehrlich, viel gesagt hat uns keiner was. Ich weiß zum Beispiel immer noch nicht, was die komischen bunten Kreise bedeuten. Aber das kommt sicherlich noch, ab zum nächsten Level. Generell sind alle Level so aufgebaut. Megaviel Abwechslung gibt es nicht, doch das braucht man bei Bodycount auch keineswegs. Wie in der Einleitung schon gesagt, ist es kein Shooter mit Anspruch, sondern ein Hirn-Aus-Shooter ähnlich wie Bulletstorm. Die gegnerische Intelligenz ist nicht gerade gut, oftmals laufen sie unlogisch umher oder schießen meilenweit daneben.

Übrigens gibt es ein schönes Bodycount-System, daher auch der Name. Je nachdem wie wir unsere Gegner ausschalten, bekommen wir einen Multiplikator. Den ersten Gegner mit einer Granate niedergestreckt – x1 – den zweiten Gegner von hinten erschossen – x2 – den dritten Gegner mit einem Kopfschuss erledigt – x3 – usw. Diese Abschussserie bringt uns am Ende des Levels einen Rang, den wir dann mit unseren Freunden vergleichen können. Nette Idee, die den Wiederspielwert erhöht. Ach ja, wenn wir schon mal beim Thema Freunde sind, man kann das eigentliche Spiel auch zusammen online zocken – ein Koop-Modus ist schon was Tolles. So ballern wir uns Level für Level durch Gegnerhorden, besiegen mal einen Endgegner, entschärfen eine Bombe oder tun dass, was man in jedem anderen Shooter auch tun muss. Was Neues gibt es bei Bodycount nicht, was aber nicht heißen soll, dass es ein schlechtes Spiel ist.

Bevor ich es übrigens vergesse, die bunten Kreise sind Munition und Energie. Diese kann man dann mit dem Steuerkreuz aktivieren, wenn man die Leiste gefüllt hat. Neben unendlich Schuss, einer schnelleren Reaktion und einer besseren Gegnererkennung, gibt es auch einen Luftschlag, den man sogar in der Hauptmission manchmal einsetzen muss. Die Extras sind nett, doch zu wenig, dass man hier von einer Innovation sprechen könnte. Im Laufe des Spiels werden sie dann noch einmal auf Stufe 2 erhöht – naja das hätte man sich auch sparen können!

In Sachen Technik ließ sich Codemasters nicht lumpen. Auch wenn es mit Call of Duty nicht mithalten kann, so sieht es trotzdem die meiste Zeit echt gut aus. Es ist teilweise sehr bunt und überzeichnet, was aber mit Absicht programmiert worden ist. Die Settings sind sehr unterschiedlich gestaltet, von einem Strand bis hin zu einer Mine ist einiges dabei. Ebenso geht es in einen geheimen Gebäudekomplex, der sehr minimalistisch dargestellt wird. Hier trennt sich leider die Spreu vom Weizen. Diese Hightech-Level sind alles andere als High-Tech. Die Grafik ist hier auf Xbox 1 Niveau und passt überhaupt nicht zum Rest. Keine Ahnung was sich die Entwickler hierbei gedacht haben. Soundtechnisch hingegen wurde alles richtig gemacht. Die deutschen Stimmen der Protagonisten passen und kommen aus den Boxen mit viel Gefühl. Die Effekte der Knarren und Explosionen hören sich ebenso gut an und der Soundtrack wurde stimmig dazu entworfen. Hätte man doch genau so viel Energie in die Grafik gesteckt!

Neben der Einzelspielerkampagne gibt es noch den Bodycount-Modus und drei Mehrspielermodi. Bei Bodycount kann man die bisher gespielten Level noch einmal spielen und mehr Todesopfer bzw. einen besseren Rang sammeln. Ob man nun aber das Spiel erneut spielt oder diesen Modus, macht keinen Unterschied, außer dass man den führenden Freund auf einem Blick sieht. Beim Mehrspielermodus kann man entweder per Deathmatch oder Team-Deathmatch aufeinander losgehen, oder aber man macht ein KOOP-Spiel auf. Der Koop-Modus wird auch Hordemodus genannt, bei dem man 20 Wellen von Gegnern überleben muss. Hat man auf die Gamer im World Wide Web keine Lust, so kann man alle drei Modi privat öffnen und nur mit seinen Freunden zocken. Leider gibt es hier auch keine besondere Innovation, diese Modi gab es in zig Spielen schon vorher!


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich liebe Shooter und bin persönlich auch nicht so wählerisch. Auch Bodycount konnte mich begeistern, auch wenn es auch nur für eine kurze Zeit war. Die Konkurrenz ist groß und man muss sich heutzutage schon was einfallen lassen, um vorne dabei zu sein. Bodycount gehört in meinen Augen zum Einheitsbrei, den man sich mal billiger kaufen kann, der es aber als Vollpreistitel nicht wert ist. Die Kampagne ist nach ca. 4-5 Stunden vorbei, der Mehrspielermodus ist nichts Neues und auch sonst gibt es keine Innovationen zu finden. Wer einen Shooter als Überbrückung zu „Call of Duty“ oder „Battlefield“ braucht, der kann zuschlagen, aber nur dann, wenn er alle anderen Shooter schon satt hat. Schade, es wäre mehr drin gewesen!


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Für Profis viel zu einfach…
  • Viel Action
  • Zerstörbare Umgebung
  • Nette Specials…
  • Koopmodus online…
  • Nettes Bodycount-System
  • Eigens programmierte Grafikengine…
  • Guter, passender Soundtrack
  • …aber manche Stellen unfair
  • Wenig Abwechslung in den Missionen
  • Dumme künstliche Intelligenz
  • …leider nur vier Stück
  • …leider nicht offline
  • Zu wenig Gegnertypen
  • …die in den Bunker-Level nicht genutzt wird
  • Schon nach ca. 5 Stunden durchgespielt





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