Born to Kill

Born to Kill

Originaltitel: Born to Kill - Season 1
Genre: Thriller • Drama
Regie: Bruce Goodison
Hauptdarsteller: Jack Rowan • Romola Garai
Laufzeit: DVD (192 Min)
Label: Polyband
FSK 16

Born to Kill   16.09.2018 von MarS

Manchmal möchte man gar nicht wissen, was die eigenen Kinder treiben, wenn die Eltern nicht dabei sind. Dass es dabei aber auch schlimmer zugehen kann, als man es sich vorstellt, das beweist die vierteilige Miniserie Born to Kill...

 

Inhalt

 

Sam scheint ein ganz normaler Jugendlicher zu sein. Er ist hilfsbereit, freundlich, kümmert sich um seine alleinerziehende Mutter Jenny und begleitet sie täglich ins Krankenhaus, wo er sich auf der Seniorenstation sozial engagiert. In der Schule hat er sich gerade mit einem gemobbten Mitschüler angefreundet und Gefühle für die rebellische Chrissy entwickelt, die mit ihrem verwitweten Vater Bill, einem Polizisten, eben erst in die Stadt gezogen ist. Aber in Sam steckt noch mehr, denn er hat eine psychopathische dunkle Seite, die sich immer häufiger an der Oberfläche zeigt. Kaum einer kann sich vorstellen, dass in Sam ein Killer steckt, aber wie lange kann er die Wahrheit noch vor der Außenwelt verbergen? Doch auch seine Mutter Jenny hütet seit Jahren ein Geheimnis, das kurz davor steht, ans Licht zu kommen...

 

Die Geschichte und auch die gesamte Inszenierung von Born to Kill erinnern unweigerlich an die US-Serie Bates Motel. Auch hier ist es ein nach außen hin ruhiger und besonnener Jugendlicher, der versucht seinen Drang zu töten zu unterdrücken, dabei jedoch letztendlich zum Scheitern verurteilt ist. Doch genau hier liegt auch das Problem der britischen Thrillerserie begraben, denn auf Grund der sehr kurzen Laufzeit von gerade einmal vier Episoden á knappen 45 Minuten bekommen hier weder die Charaktere noch die eigentliche Handlung die Zeit, die sie bräuchten, um sich wirklich entfalten zu können. Eigentlich schade, denn auch wenn Born to Kill dem Vergleich mit der Geschichte um Norman Bates nicht standhalten kann, so macht die Miniserie doch so einiges richtig. Die düstere Grundatmosphäre ist unheilsschwanger, die Handlung vor allem zu Beginn noch sehr interessant und spannend und auch Jack Rowan macht seine Sache als psychopathischer Teenager sehr gut - zumindest im Rahmen seiner Möglichkeiten, die durch das kompakte Drehbuch etwas zu beschränkt sind. Leider bleiben dementsprechend die übrigen beteiligten Figuren allesamt viel zu blass und oberflächlich, als dass diese im Gedächtnis bleiben könnten, und auch der doch eher langsame, ruhige Erzählstil ist nicht unbedingt passend für eine so gedrängte Geschichte. So entstehen nämlich trotz der kurzen Laufzeit einige zähe, ja sogar langweilige Passagen, die man hier hätte deutlich besser nutzen können, beziehungsweise sogar müssen. Vielleicht hätten so einige Figuren, allen voran natürlich die Hauptfigur selbst, mehr Tiefgang und eine deutlichere Charakterisierung erhalten. 

 

Bildergalerie von Born to Kill (7 Bilder)

Details der DVD

 

Die DVD liefert eine gute Bildqualität mit ordentlicher Schärfe und solidem Kontrastverhältnis. Daneben gibt es aber auch immer wieder weichere Einstellungen und vereinzelte Unschärfen, ebenso wie stetiges, in dunklen Bereichen stärker ausfallendes Filmkorn. Die Tonspur ist auf Grund ihrer Stereoabmischung zurückhaltend und muss ohne Dynamik oder Räumlichkeit auskommen. Sowohl vereinzelten Effekte als auch Score und Sprachausgabe verbleiben im vorderen Boxenbereich. Die Dialoge sind dabei stets gut verständlich.

 

Nachdem die vier Folgen ohne Titel durchnummeriert wurden wird an dieser Stelle auf einen Episodenguide verzichtet.


Das Fazit von: MarS

MarS

 

Born to Kill liefert solide, unterhaltsame Thrillerkost, die jedoch auf Grund ihrer beschränkten Laufzeit weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Einige Ereignisse sind vorhersehbar, den Figuren fehlt es an Tiefgang und Charakterisierung, und zu viel Zeit verstreicht einfach ungenutzt. Born to Kill bietet zwar genug, um Thrillerfans zufrieden zu stellen, muss sich aber gleichzeitig inhaltlich auch zwangsweise dem Vergleich mit Bates Motel stellen - eine Gegenüberstellung, die von Beginn an zum Scheitern verurteilt ist.


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