Bulletstorm

Bulletstorm

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: Epic
Genre: Action
Sub-Genre: 1st Person Shooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 24.02.2011
USK 18

Bulletstorm   31.03.2011 von Panikmike

Die Fangemeinde der Shooter hat auf Bulletstorm sehnsüchtig gewartet. Doch im Vorfeld wurde in Deutschland schon verkündet, dass eine zensierte und geschnittene Fassung erscheinen wird. Meistens sind bei den deutschen Cut-Versionen nur wenige Inhalte gestrichen, doch bei Bulletstorm ist das anders. Lest hier den Vergleich zwischen der Deutschen und der ungeschnittenen Fassung…

Wer bei Bulletstorm einen Einheitsbrei erwartet, der täuscht sich gewaltig. Viele Dinge, die ein normaler Shooter zu bieten hat, fehlen. Epic hat jedoch auch eine Menge neuer Ideen und Features eingebaut. Fangen wir mal beim Wichtigsten an: und zwar dem Skillshot. Wie der Name verrät, muss oder kann man einen Gegner nicht nur einfach treffen, sondern es ist ausschlaggebend, wie man ihn um die Ecke bringt. Man kann ihn im Kopf treffen, im Hals, an den Füßen und so weiter. Je nachdem wie brutal man das Ganze gestaltet, bekommt man Punkt, die man dann für Waffenupgrades und Munition verwendet. Logisch kann man einfach nur dumm durchlaufen und alles töten, was einem vors Auge kommt, doch bei Bulletstorm wird man so im späteren Verlauf nicht weit kommen. Das Skillsystem ist das Hauptaugenmerk des Spiels, alles andere Drumherum ist Nebensache. Hier ist Kreativität gefragt, umso mehr umso besser. Dazu gehören aber mehr Sachen als nur die eigene Waffe. Zum einen hat man noch eine Elektropeitsche, mit der man Gegner zum Beispiel gegen ein Objekt ziehen kann. Zum anderen hat man noch sein rechtes Bein, das oftmals zum „Ar***treten“ benutzt werden kann. Zu guter Letzt tötet man auch Gegner mit Hilfe der Gegenstände der Umgebung. Kombiniert man diese verschiedenen Möglichkeiten, so kommen die unglaublichsten Kills zustande. Je unglaublicher diese sind, desto mehr Punkte gibt es auf dem Skillkonto. So kann man zum Beispiel einen Gegner per Peitsche zu sich ziehen, dann in der Luft mit Blei vollstopfen und zu guter Letzt mit dem Bein gegen einen Elektrozaun treten. Doch Ihr werdet sehen, das war eben eine von vielen Möglichkeiten, die Ihr im Laufe der Kampagne erleben werdet.

Doch worum gehts im Spiel eigentlich? Vom Prinzip her ist die Story totale Nebensache, doch ein paar Worte möchte ich an dieser Stelle schon verlieren. Ihr seid ein Kopfgeldjäger, der mit einigen anderen zusammen verschiedene Aufträge ausführt. Doch eines Tages hackt sich ein Kollege von Euch in einen Computer eines Opfers und stellt fest, dass Ihr in der Vergangenheit viele Unschuldige getötet habt. Das ist natürlich nicht fein und es wird einstimmig beschlossen, den Auftraggeber zu finden. Seine Lügen sollen ihm seinen Kopf kosten! Mehr wird nicht verraten, doch stellt Euch schon mal auf eine abwechslungsreiche Geschichte mit viel Action, Rumms und Wumms ein.

Die Abwechslung macht Bulletstorm zu etwas ganz Besonderem. Nicht nur, dass der Gewaltgrad überdurchschnittlich hoch ist, nein, auch die Ideen sind sehr kreativ ausgefallen. Schon am Anfang bekommt der Spieler eine bombastische Flut an Weltraumaction geboten, mittendrin darf man dann mit einem Zug entkommen und mit einem Bordgeschütz den ganzen Abschaum fernhalten und später muss man sich auf Häuserdächern rumschlagen. Seid Ihr schon mal auf der Außenfassade eines Wolkenkratzers entlang spaziert? Nein?! Dann solltet Ihr Bulletstorm spielen. Kreativität kennt keine Grenzen – Das war wohl der Leitspruch der Designer. In etwa acht Stunden Spielzeit kann sich der Spieler austoben und Passagen erleben, die es in keinem Shooter bisher so gab.

Apropos austoben - wer keinen Bock auf die Kampagne hat, der kann das Ganze natürlich auch online zocken oder sich offline per Bestenlisten mit Freunden messen. Man hat einen speziellen Modus, bei dem man bestimmte Parts aus der Story spielt, aber darauf aufpassen muss, viele Skill-Kills zu machen. Nach jedem Abschnitt gibt es eine Punktzahl, die dann mit anderen Spielern messbar wird. Die Highscore-Jagd kann beginnen. Online geht das Ganze natürlich auch, jedoch gibt es leider nur einen Modus. Wie man es aus bekannten Spielen wie beispielsweise Halo kennt, spielt man mit bis zu vier Spielern in einem Team miteinander. Es kommen immer stärkere Gegnerwellen auf Euch zu, die Ihr abwehren müsst. Doch anders wie bisher kommt es nicht darauf an, die Welle einfach zu erledigen, sondern Ihr müsst die Gegner mit einer vorgebenden Anzahl an Skillpunkten killen. Schießt Ihr hier alle „normal“ ab, so kommt Ihr nicht zum Ziel und müsst die Welle nochmal bearbeiten. Die einen werden diesen Modus lieben, die anderen werden ihn hassen. Generell finde ich die Idee super, doch zusätzlich ein normaler „Wellenmodus“ wäre nicht schlecht gewesen.

Was hilft ein gutes Spiel, wenn die Grafik und generell die Technik versagen. Bulletstorm allerdings versagt in keinster Weise, auch hier passt alles zum Gesamtpaket. Die Zwischensequenzen sind zwar minimalistisch, jedoch als kleine Pause nett anzusehen. Die Grafik selbst ist der Hammer, die Lichteffekte, der Weltraum, die Planetenoberfläche, die Details, die Mimik der Helden und und und – Alles sieht sehr gut aus. Die Aussicht ist wunderschön, die Explosionen wirken bombastisch und Staubkörner fliegen uns um die Ohren. Untermalt ist alles natürlich von sehr guten Dolby Surround Effekten, die den Boxen keine Ruhe lassen. Dieses Spiel ist erneut ein Grund, sich sofort eine 5.1-Anlage zu kaufen, falls man noch keine zuhause hat. Bei der Musik ist es ebenso, sie unterstreicht die Aktion und passt gut dazu. Bei der Sprachausgabe hat sich Epic auch ins Zeug gelegt. Egal ob man nun die englische Originalsprache oder die deutsche Übersetzung bevorzugt, beide können überzeugen.

Zum Schluss komme ich zum eher unangenehmen Teil von Bulletstorm. Spielt man die internationale Pegi Version, so kommt alles, wie oben beschrieben, zum Vorschein. Hat man sich allerdings die deutsche, geschnittene Fassung gekauft, so wird man staunen, wie man ein Spiel durch Schnitte zerstören kann. Das Spiel selbst ist natürlich genauso eine Granate, doch mit einem verstümmelten Kampfsystem, welches auf dem Spiel aufbaut, kann man keinen Blumentopf gewinnen. Generell gibt es bei der deutschen Version kein Rag-Doll-System, keine Bluteffekte und sehr viel wurde einfach weggelassen. So zieht man zum Beispiel einen Gegner zu sich hin und ballert auf ihn. Doch dann verschwindet er einfach und löst sich quasi in Luft auf. Es bleibt nicht mal ein „normaler“ Körper liegen. Solche Situationen werdet Ihr öfters erleben, leider ist die Schere bei der Zensur zu hart angesetzt worden. Man hätte sich lieber dafür entscheiden sollen, das Spiel gar nicht zu veröffentlichen. So hart es klingt, aber die deutsche Bulletstorm-Fassung ist quasi ein Geist ohne Seele auf dem Spielemarkt.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Wer Shooter mag, der wird Bulletstorm lieben. Endlich mal wieder ein Vertreter des Genres, der nicht zu realitätsnahe ist und in einer uns unbekannten Welt spielt. Die uncut-Version enthält alles, was man(n) möchte: Viel Gewalt, Blut in Massen, herrliche Sprüche der Protagonisten, eine große Experimentierfreudigkeit, Taktik und einige Lacher. Bulletstorm ist ein Spiel, welches mal wieder von Anfang bis Ende an den Bildschirm fesselt. Jedoch sollte man nicht zur deutschen Version greifen, da diese so verstümmelt ist, dass der Spielspaß drunter leiden musste. Müsste ich die deutsche Version bewerten, so könnt Ihr auf alle Fälle 3 Wertungspunkte abziehen, wenn nicht sogar 4 oder 5. Empfehlenswert ist die deutsche Version nur für die USK-Mitarbeiter, da sie sehen sollen, wie man ein Spiel durch Schnitte zerstören kann.


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positiv negativ
  • Unglaublich gute Grafik
  • Vielseite Killmöglichkeiten
  • Gutes Upgrade-System der Waffen
  • Gute, deutsche Sprachausgabe
  • Abwechslungsreiche Kampagne
  • Anarchie (Wellenmodus) online mit bis zu 4 Spielern
  • Tolle Soundeffekte und stimmige Musik
  • Kein Deckungssystem
  • Teilweise Clippingfehler
  • Kein Koop-Modus in der Kampagne
  • Wenig verschiedene Gegnertypen
  • Künstliche Intelligenz verdient den Namen nicht
  • Deutsche Version total verstümmelt





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