Call of Juarez - The Cartel

Call of Juarez - The Cartel

Publisher: Ubisoft
Entwicklerstudio: Techland
Genre: Shooter
Sub-Genre: 1st Person Shooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 21.07.2011
USK 18

Call of Juarez - The Cartel   01.08.2011 von Panikmike

Wer die zwei Vorgänger gespielt hat, der wird beim dritten Teil von Haus aus die Messlatte sehr hoch hängen. Anders als die anderen Teile spielt „Call of Juarez – The Cartel“ nicht im Wilden Westen, sondern in der Neuzeit. Drogen, glänzende Waffen, sexy Frauen und das FBI sind ein paar Stichworte, die zum neuen Teil passen …

Endlich ist der neue Teil von Call of Juarez erhältlich, Fans konnten es kaum erwarten. Wer die zwei Vorgänger bereits gespielt hat, der weiß so halbwegs, was auf einen zu kommt. Doch Call of Juarez – The Cartel (im Folgenden „Cartel“ genannt) präsentiert sich anders. Die Jahre sind verstrichen, unser Held Ray McCall ist mittlerweile gestorben und die Welt hat sich verändert. Schon am Cover des Spiels wird klar, der dritte Teil spielt in der Moderne. Ihr spielt einen von drei Helden, die ein mächtiges Drogenkartell aufmischen möchten. Leider ist diese Fortsetzung ziemlich fehl am Platz, man hätte doch im Wilden Westen bleiben sollen. Die Neuzeit gepaart mit Hip-Hop-Allüren, Gangster, aber Wild-West-Sound und ein Gesetz wie früher geht irgendwie nicht richtig auf. Auch wenn es harte Sprüche der Protagonisten gibt und eine amüsante Art und Weise an den Tag gelegt wird, ist alles nicht wirklich Erwachsen. Die USK hat zwar erkannt, dass das Spiel aufgrund seiner Brutalität ab 18 Jahren ist, jedoch bringt dies dem Spiel keinen Vorteil.

Im Spiel könnt Ihr die FBI-Agentin Kimberly spielen, die früher viel Erfahrung als Gangmitglied sammeln konnte. Sie ist Spezialistin in Sachen Fernkampf, doch auch mit MPs kann sie sehr gut umgehen. Sie ist eine der Sorte, die zu einem Date mit einer Waffe erscheinen würde. Daher wäre sie für Eddie zu dominant, dieser ist nämlich ein Vorzeigefrauenheld. Der Latino kommt mit fast allen Waffen klar und versucht seit einiger Zeit in die Drogenbehörde DEA zu kommen. Der Dritte im Bunde ist McCalls Nachfolger Ben McCall. Ebenso wie sein Vorfahre ist er ein kleiner Rambo und definiert seine eigenen Regeln. Wenn Ihr nicht alleine kämpfen wollt, dann könnt Ihr Euch zu jederzeit bis zu zwei menschliche Onlinespieler besorgen und die Kampagne zu dritt spielen. Jeder übernimmt hierbei einen der Helden und schon kann es losgehen. Toll dabei ist, dass sich die Geschichte pro Charakter ein wenig anders entwickelt und man ein anderes Ende zu sehen bekommt. Die Geschichte ist zwar im Grunde gleich, jedoch erlebt es jeder Charakter ein wenig anders. Die Informationen werden allen per Handyanruf zugespielt, welches die anderen Beiden nicht hören können. Schön gemacht, aber getrennt werden unsere Helden leider so gut wie gar nicht. Auch die Neben-Sammelmissionen sind eine gute Idee, die aber schwach umgesetzt wurde. Man bekommt ebenfalls einen Anruf und muss dann in der Gegend Gegenstände sammeln. Man darf dabei von seinen Kollegen nicht erwischt werden, sonst bekommt man keinen Bonus dafür. Spielt man mit der künstlichen Intelligenz, dann muss man einfach von einem Feuergefecht davon laufen und kann diese Missionen machen. Sie werden uns nicht erwischen, da sie weiter kämpfen. Das war es mit den Nebenmissionen, außer den Sammelmissionen gibt es nämlich nichts Anderes. So schnell kann eine gute Idee dahin schmelzen – Schade.

Im Laufe des Spiels trefft Ihr auf viele verschiedene Gangster, Nutten, Drogendealer, Helikopter, schwer bewaffnete Typen, Obdachlose, Betrunkene, Partygänger und noch viel mehr unterschiedliche Menschen. Das Spiel selbst ist sehr lebhaft, was zum Beispiel die Mission im Klub beweist. Die Missionen sind sehr unterschiedlich gestaltet und reichen vom Zerstören eines Drogenlagers, über einer Verfolgungsjagd bis hin zum Zeugenschutz. Ist kein menschlicher Spieler dabei, hilft Euch die künstliche Intelligenz stets weiter. Leider ist diese nicht immer optimal, hin und wieder dominiert die Dummheit vor der Intelligenz. Die Steuerung des Spiels ist gut gelungen, jedoch fehlt im Vergleich zu Shootergrößen wie „Call of Duty“ oder „Battlefield“ der Feinschliff. So richtig näher brauche ich nicht drauf eingehen, wie bei jedem Ballerspiel sind die Tasten mit Schießen, Ducken, Laufen, Handgranate werfen und noch mehr Möglichkeiten, Rambo zu spielen, belegt. Eine Taste dient noch der „Call of Juarez“-typischen Zeitlupe, die hier aber total aufgesetzt ist. Schade, da es ein tolles Merkmal der anderen Teile war. Wenn man kein Shooter-Neuling ist, dann wird man damit sofort klarkommen. Trotzdem fehlt ein kleines Tutorial, das Spiel selbst geht gleich mit voller Aktion los. Allerdings merkt man an den ersten fünf Minuten schon, was die Programmierer hier erschaffen haben. Die Verfolgungsjagd im Auto ist actiontechnisch ganz großes Kino, überall fliegen Kugeln umher, Autos explodieren und in den Boxen rummst es wie Sau. Leider sind solche Highlights im gesamten Spiel kaum zu finden.

Generell sind die Grafik und der Sound gut gelungen, auch wenn „Call of Duty“ immer noch die Nase vorne hat. Die verschiedenen Landschaften sehen gut aus und auch die Abwechslung ist gegeben. Mal ist man in der freien Wildnis, mal mitten in der City oder in einem Klub. Manche Szenen überfluten die Augen, es blinkt, es blitzt und die Farben sind sehr grell. Das ist aber gewollt, wie es eben im Nachtleben in den USA normal ist. Doch es gibt auch ein paar Mankos, zum Beispiel sehen manche Gesichter und die dazugehörigen Animationen nicht schön aus. Andere hingegen sind super geworden und haben das Niveau von L.A. Noire. Generell gibt es aber leider das Problem, dass diverse Schauplätze sehr leblos und ohne Details gestaltet wurden. Einerseits gibt es einige Highlights, andererseits stinken andere Situationen dagegen ab – hier wurde Potenzial verschenkt, alles in allem ist die Grafik und die Stimmung nicht zeitgemäß und eher mittelmäßig!

Kurzum noch ein paar Worte zum Mehrspielermodus. Wie oben schon erwähnt, könnt Ihr die Kampagne zu dritt online, zum anderen natürlich auch diverse Modi gegeneinander spielen. In „Cartel“ muss man sich anfangs für die Cop- oder Verbrecherseite entscheiden und dann zum Beispiel einen Punkt verteidigen bzw. erobern. Die Idee ist klasse, doch auf Dauer fehlt die Abwechslung. Nichtsdestotrotz macht es immer wieder Spaß, mit anderen Leuten online zu kämpfen. Hier ist viel Teamwork gefragt, man kann sich wiederbeleben und bekommt ein Bonus, wenn man sich mit seinem zugeteilten Partner bewegt. Es wurden sehr gute Ideen verbaut, die leider die Singleplayer-Kampagne zu keiner höheren Wertung verhilft.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Die ersten Minuten hab ich voll genossen, doch leider ging meine Spaßkurve sehr schnell nach unten. „Cartel“ wirkt irgendwie unfertig, der Name „Call of Juarez“ wurde nicht würdig behandelt und die Fehler sind unschön. Hier kann man kein Auge zudrücken, sehr schade, denn Potenzial hatte das Spiel auf alle Fälle. Die künstliche Intelligenz ist leider nicht gut und die Liste der Mankos könnte man hier noch fortsetzen. Spaß macht es trotzdem, denn es ist generell kein schlechter Shooter. Über das Mittelmaß kommt es aber nicht raus, dafür fehlt einfach zu viel. Schade, dass der dritte Teil in die Neuzeit portiert wurde, ich denke das war einer der größten Fehler. Als Pausenfüller zum kommenden „Call of Duty“ oder „Battlefield“ kann man sich das Spiel zulegen, doch auf Dauer macht es keinen Spaß, da gibt es bessere Games.


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positiv negativ
  • Kampagne zu Dritt online spielbar
  • Schöne mexikanische Kulisse…
  • Abwechslungsreiche Autosequenzen…
  • Verschiedene Geschichten pro Held
  • Schöne deutsche Sprecher…
  • Künstliche Intelligenz manchmal einfach nur dumm
  • … LA als Location ist leider eher lieblos
  • … leider mit einer schwammigen Steuerung
  • Einige Fehler bremsen den Spielspaß
  • … die teilweise nicht lippensynchron sind
  • Geheimaufträge wurden schlecht umgesetzt (Nebenmissionen)





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