Camel Up

Camel Up

Genre: Brettspiel
Autor: Steffen Bogen
Spieleverlag: Pegasus Spiele
Empfohlenes Alter: 8+
Spieldauer: 20-40 Minuten
Anzahl Spieler: 2-8

Camel Up   28.03.2016 von Panikmike

Seit 1977 gibt es den Verein „Spiel des Jahres e.V.“, welcher jedes Jahr einen Preis auf das beste Brettspiel verleiht. Im Vordergrund stehen aber nicht der Preis selbst, sondern mehr die Förderung innovativer Entwicklungen und die Verbreitung der Brettspiele. Spieleautor Steffen Bogen erfand vor ca. zwei Jahren ein Spiel mit dem Namen Camel Up, welches 2014 den beliebten Kritikerpreis erhielt. Wir haben uns das Spiel einmal angesehen…

 

Das Spielbrett, das Material und die Vorbereitung

 

Nachdem Öffnen der Verpackung darf der Spieler erst einmal verschiedene Plättchen und Karten aus einer gestanzten Kartonage lösen und das wichtigste Spielelement des Spiels zusammenbauen: die Pyramide. Sie besteht aus mehreren Teilen und wird nach dem Zusammenbau mit einem Gummiband gehalten. Sobald diese fertig zusammengeschustert wurde, kann sie dann aber für zukünftige Partien in der Schachtel verstaut werden.

 

Das Spielbrett und das komplette Zubehör wurden liebevoll gestaltet und spiegeln das ägyptische Flair sehr gut wieder. Die Wettkarten, die verschiedenen Plättchen und auch die Münzen wurden auf dicken Karton gedruckt, sodass ein Knicken nahezu unmöglich ist. Das Spielbrett wurde einmal gefaltet und hat auf einem normalen Küchentisch Platz. Zur Vorbereitung müssen die Spieler nur die Wett- und Pyramidenplättchen sortieren und platzieren, sich für einen Charakter die Wettkarten und das Wüstenplättchen nehmen und vor sich ablegen. Mit den Würfeln wird dann noch die Startposition der Kamele bestimmt, bevor sie in die Pyramide geworfen werden. Abschließend wird der Startmarker verteilt, jeder bekommt eine Anfangswährung und schon kann es losgehen. Nach etwa fünf Minuten ist alles aufgebaut und der jüngste Spieler darf beginnen.

 

Die Anleitung

 

Die Anleitung besteht aus vier etwas größeren DIN A4-Seiten, wobei die erste Seite den Aufbau der Pyramide und der Erklärung der Spielmaterialien enthält. Auf den restlichen Seiten wird das Spiel Schritt für Schritt erklärt, es bleiben zum Schluss keine Fragen offen. Schön dabei ist, dass viele Bilder und Beispiele den Spielablauf erklären, sodass man jegliche Spielsituation vor Augen hat.

 

Das Spielziel

 

Kamele stapeln sich übereinander und laufen im Kreis, nur um das verrückteste Rennen aller Zeiten zu gewinnen. Die Mitglieder der ägyptischen Oberschicht müssen durch geschicktes Wetten Geld verdienen, um zum Schluss als Sieger hervorzugehen. Sei einer dieser Ägypter und gewinne mit viel Glück, einem guten Timing und einer gewissen Strategie das Spiel, in dem Du am meisten Geld verdient hast, wenn das erste Kamel die Ziellinie überquert.

 

Der Spielablauf

 

Jeder Spieler hat zu Beginn seines Zuges vier verschiedene Möglichkeiten. Je nach Situation kann eine der Optionen besser als die andere sein, oftmals gibt es aber viele Wege zum Sieg.

 

  • 1. Wer sich sicher ist, welches Kamel in dieser Etappe vorne sein wird, der kann sich ein Etappen-Wettplättchen nehmen. Es stehen fünf Farben, welche für die jeweiligen Kamele stehen, zur Verfügung. Oben liegt immer der Wert 5, danach 3 und zum Schluss die 2. Im Klartext bedeutet dies, dass der Spieler am Ende der Etappe dann jeweils so viel Geld bekommt, wenn das jeweilige Kamel Sieger geworden ist. Jeder Spieler darf auch mehrere Wettplättchen ziehen, egal ob sie von verschiedenen Farben oder aber vom selben Kamel stammen
     
  • 2. Jeder Spieler hat ein Wettplättchen, welches er auf der Rennstrecke platzieren darf. Wichtig dabei ist, dass es nicht auf der „1“ oder aber auf bzw. direkt neben einem Wettplättchen eines anderen Spielers platziert wird. Die Vorderseite bewirkt nun den Vorteil von „+1 Feld nach vorne“, wenn ein Kamel auf das Feld kommt. Die Rückseite bewirkt das Gegenteil, nämlich „-1“. Immer wenn ein Kamel auf ein Plättchen kommt, darf sich der Eigentümer des Plättchens ein Goldstück nehmen.
     
  • 3. Der Spieler kann sich ein Pyramidenplättchen nehmen, von denen es pro Etappe nur fünf Stück gibt. Er legt es vor sich ab und darf nun einen Würfel innerhalb der Pyramide nehmen. Dazu dreht er die diese um und drückt den Kartonschieber in Pfeilrichtung. Wichtig dabei ist, dass die Pyramide auf dem Tisch steht, sodass nur ein Würfel herausfallen kann. Danach wird die Pyramide zurückgestellt und das Kamel mit der Würfelfarbe um die Augenzahl des Würfels nach vorne gezogen. Wenn ein Kamel einer anderen Farbe auf dem aktuellen Kamel steht, so bleibt dies stehen und wird quasi „mitgezogen“. Wenn ein Kamelturm auf ein Wettplättchen mit „+1“ oder „-1“ kommt, müssen die anderen Kamele ebenso den Zug ausführen.
     
  • 4. Die vierte Möglichkeit ist eine Wette auf das tolle oder das olle Kamel. Ist sich der Spieler sicher, dass er das Siegerkamel des Spiels kennt, so kann er seine verdeckten Karten in die Hand nehmen und sich die Farbe des gewünschten Tieres aussuchen. Danach legt er die Karte verdeckt auf den jeweiligen Stapel (tolle Kamel = der Sieger, olle Kamel = der Verlierer), sodass keiner der anderen Spieler gesehen hat, welche Farbe der Spieler ablegt. Die Karte bleibt bis zum Ende des Spiels liegen und kann mit der Endwertung entscheidend sein! Daher ist es wichtig, schnell zu agieren und auch das richtige Händchen zu beweisen.

 

Immer wenn alle fünf Würfel aus der Pyramide genommen wurden, kommt es zu einer Etappenwertung. Jeder Spieler bekommt gemäß der Regeln Punkte oder aber auch Minuspunkte für seine Wett- und Pyramidenplättchen in Form von Geld. Danach werden die Würfel wieder in die Pyramide gepresst, die Wett- und Pyramidenplättchen sortiert und auf das Spielbrett gelegt. Weiter geht’s…

 

Sobald ein Kamel die Ziellinie überquert hat, endet das Spiel sofort. Es gibt noch eine Endwertung, die ähnlich wie die Etappenwertung aussieht. Zusätzlich zu den oben genannten Punktemöglichkeiten, gibt es aber noch die wichtige Auswertung des ollen und des tollen Kamels. Wer zum Schluss am meisten Geld in der Tasche hat, gewinnt das Spiel.

 

Bildergalerie von Camel Up (15 Bilder)

Lieferumfang

 

  • 1 Pyramide aus stabilem Karton
  • 2 Ersatzgummibänder
  • 1 Spielplan
  • 5 Kamele in fünf verschiedenen Farben
  • 5 Würfel in fünf verschiedenen Farben
  • 40 Wettkarten (je fünf pro Charakter)
  • 8 Wüstenplättchen (je 1 pro Charakter)
  • 15 Etappen-Wettplättchen (je 3 pro Kamelfarbe)
  • 5 Pyramidenplättchen
  • 1 Etappen-Startspielmarker
  • 50 Münzen (Wert 1 und Wert 5)
  • 20 Geldkarten (Wert 10 und Wert 20)

Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Ich kannte Camel Up bisher nur vom Karton, den ich im Spieleladen sicherlich schon 10mal in der Hand hatte, bisher aber nie gekauft hatte. Daher bin ich auch ohne Erwartung an das Spiel herangegangen, obwohl es 2014 zum Spiel des Jahres gekürt wurde. Nach dem Lesen der Regeln war ich ein wenig skeptisch, doch nachdem wir es ein paar Mal gespielt hatten, habe ich das Konzept und auch die vielen Möglichkeiten bemerkt. Camel Up hat viel mit Glück zu tun, aber es ist auch viel Taktik dabei – ebenso wird sich für Vielspieler die Erfahrung bewährt machen. Ich kann es wirklich uneingeschränkt empfehlen, zumindest an alle Brettspieler, die eine Mischung aus Taktik und Glück haben wollen.


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