Coraline

Coraline

Genre: Adventure
Erscheinungsdatum: 17.07.2009
USK 6

Coraline   24.08.2009 von derstefan

Ein zauberhaftes Mädchen: „Coraline“ erobert nach der 3D-Leinwand nun auch die Nintendo DS-Bildschirme. Durch ein kleines Loch entdeckt sie eine wundersame Parallelwelt, in der es zwar die gleichen Personen und Dinge gibt, diese aber doch ein wenig rätselhaft verändert sind.

Das Spiel erzählt die Geschichte von der 12-jährigen Coraline, die mit ihren Eltern zusammen umziehen muss und in ein altes, alleinstehendes Haus einziehen muss. Alle ihre Freunde sind in Michigan, neue Freunde hat sie noch keine gefunden. Ihre Eltern haben keine Zeit für die, weil die doofen Erwachsenen ja immer arbeiten müssen. Und somit ist ihr also sterbenslangweilig.

Und los geht die Erkundungstour. Wir bewaffnen uns mit dem Stylus und erkunden die graue neue Welt von Coraline. Ausgangspunkt der Tour ist das neue Haus, in dem noch zwei andere Mieter wohnen. Einer davon ist Mr. Bobinsky: Ein ziemlich

komischer Kauz der im ersten Stock des Hauses wohnt. Und den gehen wir jetzt mal besuchen. In den meisten Adventures wird eine Point-and-Click-Steuerung verwendet, das heisst man tippt mit dem Stylus auf eine Stelle auf dem Bildschirm und unser Charakter läuft genau dorthin. Bei „Coraline“ können wir unserer Hauptdarstellerin entweder mit dem Steuerkreuz durch die Gegend jagen oder ihr mit dem Stylus die Wege vorzeichnen. Um dieTreppen zu Mr.Bobinsky hochzugehen, bewegen wir Coraline also die Treppen hoch. Als sie dabei einmal um eine Ecke gehen muss, erscheint ein Tier-Symbol. Sobald man dies anklickt, wird der nächste Bildschirm geladen, was relativ flott geht.

Die Grafik ist eine Mischung zwischen  2D- und 3D, was bedeutet, daß man zum Beispiel die Bildschirmansicht nicht frei drehen kann, aber die Objekte die sich bewegen (alle Personen) werden korrekt dargestellt. Sobald im Spiel eine Aktion mit einem  Gegenstand oder einer Person möglich ist, erscheint ein Ausrufezeichen darüber. So zum Beispiel über der Klingel von Mr. Bobinsky. Ihn bekommen wir jetzt aber beim ersten Besuch leider nicht zu sehen. Dafür bekommen wir ein relativ unfreundliches „Ich muss jetzt die Mäuse trainieren“ zu hören. Mäuse trainieren? Hm, alles sehr seltsam.

Na toll, keiner mag sich um die Kleine kümmern. Die Eltern müssen im Haus arbeiten, der Nachbar ist grummlig und der Kater lässt sich auch nicht gern streicheln. Nur ein komischer Junge namens Wylie schleicht um´s Haus herum und macht Coraline ein recht seltsames Geschenk. Von seiner Oma hat er eine Puppe bekommen, die sie schon seit ihrer Kindheit hat. Das komische daran: Die Puppe ist zwar schon sehr alt, sieht genauso aus wie Coraline. Wie kann das sein?!? Und komplett wunderlich wird es, als sie zusammen mit ihrer Mutter eine sehr kleine Tür im Wohnzimmer entdeckt, hinter der sich eine Steinmauer verbirgt. Wer vermauert denn einen Durchgang? Seltsam. Noch seltsamer ist, daß kurze Zeit später eine Maus ins Wohnzimmer rennt und darin scheinbar  spurlos verschwindet. Unsere Kleine packt die Neugier und sie vermutet die Maus hinter der scheinbar vermauerten Tür. Auf einmal ist hinter der Tür aber keine Mauer mehr, sondern ein Tunnel. Und neugierig wie Kids eben sind, krabbelt sie in den Tunnel und findet dort auf der anderen Seite im genau gleichen Haus wieder. Aber warum ist dort auf einmal alles bunt, warum sind ihre Eltern auf einmal so nett zu ihr und warum haben alle Leute Knöpfe statt Augen? Tja, findet es raus...

Der Großteil der Geschichte spielt sich im und um das Haus herum ab. Immer wieder stoßt ihr aber dabei auf kleine Minispielchen. So müsst ihr zum Beispiel im Badezimmer in 60 Sekunden möglichst viele eklige kleine Krabbeltiere zerquetschen oder versteckte Geschenke von eurem (ich verrate nicht zu viel) „anderen Vater“ im Garten suchen. Die Spielchen sind alle, naja, sagen wir kindergerecht gemacht. Es ist wirklich nicht allzu schwer, diese Aufgaben zu erledigen.

Die Story basiert auf einem Roman des Schriftstellers Neil Gaiman, der ursprünglich als Gute-Nachgeschichte für seine Tochter geplant war. Wer Filme in der Tradition von Tim Burton´s „A Nightmare before Christmas“ oder „James und der Riesenpfirsich“ kennt und mag, der fühlt sich in der Welt dieses Spiels zu Hause. Leider wird der Spielfluß etwas zu sehr in die Länge gezogen. Manchmal fühlt es sich etwas willkürlich an, wie die Story vorangetrieben wird. Man rennt zwei-, dreimal wild durch Haus und erst dann passiert an einer Stelle an der man schon öfters vorbeigegangen ist etwas Neues.

Grafisch hingegen gibt es wenig zu meckern: Die Charaktere und Objekte wirken lebendig und einige kleine Videos wurden vom Film übernommen. Hier wurde definitiv viel Zeit investiert, was sich gelohnt hat. Auch die Steuerung funktioniert einwandfrei, man bleibt nicht (wie bei einigen Adventures üblich) an irgendwelchen Ecken wegen einer schlechten Kollisionsabfrage hängen. So was mag ich öfters sehen!


Das Fazit von: derstefan

derstefan

„Coraline“ macht vieles richtig. Grafik, Sound, Spielpräsentation, alles passt. Leider verpasst es den ganz großen Adventure-Wurf wegen einer wichtigen Kleinigkeit: Dem langweiligen Gameplay. Es macht wirklich keinen Spaß als „Minigame“ einen Stein in einen Brunnen zu schubsen oder 3 Mal an der gleichen Stelle vorbeizugehen, bevor etwas Neues passiert. Man läuft einfach zu planlos in der Gegend herum, bis etwas passiert. Das Spiel hat zwar trotzdem seinen Reiz und unterhält gut. Aber ob man das Spiel nach ca. 10 Stunden Spielzeit nochmal spielen will? Mehr als fraglich...


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positiv negativ
  • Tolle Story
  • Passender Grafikstil zur abgedrehten Geschichte
  • Gute Steuerung der Charaktere
  • Sound wiederholt sich zu oft
  • Minigames sind zu einfach
  • Zu kurze Spieldauer
  • Wiederspielwert? Eher nicht..





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