Cutie Honey Tears

Cutie Honey Tears

Originaltitel: Cutie Honey: Tears
Genre: Action • Sci-Fi
Regie: Takeshi Asai • Ryô Higuchi
Hauptdarsteller: Ren Imai
Laufzeit: DVD (89 Min) • BD (93 Min)
Label: WVG
FSK 16

Cutie Honey Tears   01.08.2017 von Beef Supreme

Zwischen 1973 und 1974 erschien mit Cutie Honey ein klassischer Vertreter der Shonen-Mangas. Bedeutet: Viel Action, viel Geballer und jede Menge leicht bekleidete Mädels. Neben diversen Umsetzungen in Anime-Form und einer Realverfilmung aus dem Jahr 2004, der einem vor süßer Knuddeligkeit fast die Zähne aus dem Maul faulen lies, folgte vergangenes Jahr mit Cutie Honey: Tears der zweite Film mit echtem Mädel in enger Spandexbuxe. Und wie es inzwischen zum guten Ton gehört, ist dieser Film eine ganze Ecke düsterer gehalten und verzichtet darauf, den Zuschauer mit übermäßiger Verwendung der Farbe Pink erblinden lassen zu wollen. Taugt auch der Rest?

 

Wir befinden uns im Japan der Zukunft. Besiedelbarer Boden ist inzwischen ziemlich knapp, also wurde beschlossen, die Städte vertikal in die Höhe zu ziehen. Dadurch erfolgte auch die Teilung der Gesellschaft in wortwörtlich Ober- und Unterschicht. Die unten haben gelitten, denn die bekommen den ganzen Müll und die Abgase der oberen Schicht ab und fristen ihr Dasein in Dunkelheit umnebelt von giftigen Dämpfen, während oben gefühlt 24/7 Party herrscht. Inmitten dieser gespaltenen Gesellschaft schlägt Hitomi Kisaragi a.k.a. Cutie Honey nach einem beherzten Sprung von einem Hochhaus auf dem Boden der Tatsachen auf. 20 Jahre später stolpert Journalist Hayami über Cutie Honey, als sie einen befreundeten Widerständler vor einer Exekution durch Regierungsandroiden bewahrt. Der Widerstand, zu dem auch Hayami insgeheim angehört, kämpft gegen die Oberschicht und die Verschmutzung für die diese verantwortlich sind. Und jetzt mischt auch Cutie Honey mit. Praktisch, denn genau jetzt steht in der oberen Etage die Party des Jahrhunderts an, deren Verpestungspotential wohl das Ende für die untere Schicht bedeuten würde. Cutie ist das aber gar nicht recht, denn sie ist ja eigentlich auf der Flucht vor der Regierung, sie sprang ja damals nicht zum Spaß vom Hochhaus. Jetzt muss sie eben das Beste aus ihrem neu gewonnenen Fame machen, sehr zur Freude des Zuschauers, beschert uns das doch einige solide Actionsequenzen.

 

Cutie Honey: Tears (CH:T) wandert unverkennbar auf Ghost in the Shell’s Spuren. Dystopische Zukunft, geknechtete Gesellschaft, viele futuristische Spielereien und graue Szenerien wohin man blickt. Von der Originalvorlage ist nicht viel übrig geblieben, denn CH:T verzichtet weitestgehend auf schlüpfrige Höschenblitzer oder allzu knallige Farben, was dem Film durchaus guttut und ihm einen reiferen Touch verleiht. So ganz grau in grau gibt sich der Film aber zum Glück doch nicht, denn er geizt nicht mit vielen bunten Lichteffekten, die durchaus ansehnlich gestaltet sind und das futuristische Flair unterstreichen. Abgesehen vom soliden Eye-Candy bietet CH:T wenig überraschende aber durchaus passabel umgesetzte Hausmannskost auf Story-Ebene. Hier ein bisschen Gesellschaftskritik, da ein wenig Rebellieren gegen die rücksichtslose Oberschicht, dort etwas Dramatik in Form eines persönlichen Schicksalsschlags. Originalität sollte man jedoch nicht erwarten, dafür läuft der Film viel zu sehr nach bekannten Mustern. Auch Überraschungen oder Twists sucht man hier vergeblich, doch dafür wird die bestehende Handlung sauber über die Bühne gebracht und verfängt sich nicht in unnötigen Nebenplots. Der Film konzentriert sich ohnehin mehr auf kurzweilige Action, die auch über weite Strecken sauber inszeniert und handwerklich überzeugend präsentiert wird. Keine allzu hastigen Schnitte, die Martial-Arts-Einlagen können also ohne die Gefahr eines epileptischen Anfalls verfolgt werden, und auch Zeitlupeneffekte werden wohl dosiert eingesetzt. Nur beim Sound klappt’s nicht immer mit der Atmosphäre. Manche Actionsequenzen wirken recht dünn, optisch zwar sehr gelungen, fehlt ihnen aber manchmal die akustische Untermalung durch Score oder Effekte, was den an sich gut gemachten Sequenzen den Druck nimmt. Unterm Strich bleiben sie aber immer noch ansehnlich, wenn aber auch mehr drin gewesen wäre.

 

Bildergalerie von Cutie Honey Tears (9 Bilder)

Technisch braucht sich CH:T nicht vor aktuellen AAA-Produktionen verstecken. Optisch wird hier so einiges aufgefahren, was durchweg gut aussieht und keinesfalls billig wirkt. Die CGI-Effekte, von denen es nicht gerade wenig gibt, sind allesamt gelungen und fügen sich stimmig ins Gesamtbild ein. Seien es Einstellungen, die eine futuristische und heruntergekommene Stadt zeigen, Partikeleffekte oder Laserfeuer, der Film gibt sich in der Hinsicht keine Blöße.


Für den Sound lässt sich nicht ganz das gleiche behaupten. Zwar überzeugt die Synchronisation und auch die Musik ist sehr stimmig, doch wie schon erwähnt, versagte die Soundabteilung in den Actionsequenzen und verschenkt damit einiges an Potential. Gerade der Endkampf schreit geradezu nach einem treibenden Soundtrack oder knackigen Kampfsounds. Leider beides nur sehr sporadisch vertreten, was dem Ganzen viel Intensität nimmt. Schade angesichts der gelungenen Choreografien 


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Cutie Honey: Tears ist glücklicherweise nicht die mentale Überzuckerung, die ich befürchtet habe, sondern bleibt in gewissem Maße auf dem Teppich. Man spart sich viele Peinlichkeiten, die sich im asiatischen Film gerne finden lassen und liefert hier einen Film ab, den man ernst nehmen kann. Zwar fehlt eine Erklärung, wer Cutie Honey überhaupt ist, und auch die Vorlagentreue ging über Bord, doch für sich genommen, ist CH:T ein durchaus gelungener Film. Anständige Action, saubere Effekte und eine solide Handlung, zwar ohne Überraschungen oder ausgeklügelte Plot Twists, dafür aber ohne allzu große Lücken erzählt. Einige Schwächen finden sich allerdings beim Sound, haben die Tontechniker mit Score und Effekten bei den Kämpfen gegeizt, was der Intensität nicht zwingend zuträglich ist. Schade, doch insgesamt verschmerzbar, bleibt doch am Ende des Tages ein ansehnlicher Film für zwischendurch. Hängen bleiben wird wahrscheinlich nichts, aber für knappe anderthalb Stunden wird man auf einem anständigen Niveau unterhalten. 


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