Damnation vereint die Elemente aus Western, Hightech, Shooter und Jump&Kletter. Ein klassischer Shooter mal anders! Wer das etwas „Andere“ mag, sollte sich mal den Test durchlesen, denn so ein Spiel gab es in dieser Form noch nie auf dem Markt.
Ich habe auf das Spiel gewartet, hatte mir jedes Video angesehen, alle Bilder studiert und hab mich quasi richtig drauf gefreut.
Dass diese Freude umsonst war, konnte ich anfangs noch nicht wissen. Denn alles klingt gut, die Ansätze sind gut, das Gameplay und alles drum herum scheint solide, doch leider ist das nur ein Schein. Die Geschichte fängt schon mal sehr kurios an: In Amerika versucht ein machthungriger Industriegigant die Herrschaft über das Land zu bekommen. Natürlich ist er nicht alleine, sondern wird von einer mächtigen Armee unterstützt. Diese beinhaltet jedoch keine normalen Soldaten, sondern welche, die mit einem Aufputschmittel gedopt sind. Diese haben bessere Fähigkeiten und sind somit stärker und besser als ein normaler Mensch.
Ihr selbst spielt eine Art Cowboy mit dem Namen Rourke. Da ihr aber alleine gar keine Chance gegen so eine Macht habt, spendiert euch das Spiel permanent zwei Begleiter. Neben den normalen Waffenkenntnissen verfügt ihr über eine spezielle Fähigkeit. Woher diese kommt, wollen wir gar nicht wissen. Wichtig ist nur, wir können dadurch Gegner durch Wände sehen. Aktiviert man diese Sicht per Knopfdruck, so sieht man in der Ferne die Konturen des Gegners durch jegliches Objekt.
Die Story selbst ist nicht wirklich erwähnenswert, da es kaum eine richtige gibt. Klar, das Machtspielchen des Industriemagnaten, nebenbei wird noch ein Professor entführt, den wir natürlich befreien müssen. Klar, wir sind ja die Guten und können nicht anders. Auch wenn immer wieder Zwischensequenzen des Hauptcharakters zu sehen sind, so gibt es kaum eine gut erzählte Geschichte zu Damnation. Aber widmen wir uns mal dem restlichen Spiel.
Zuerst mal zur Steuerung, diese ist ansatzweise gut gelungen, jedoch was für Profis und Leute, die genau zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Knopf drücken können. Hier trägt das Motto „Mehr Frust als Lust“ seine Früchte.
Da das Spiel eine Kombination aus Shooter und Jump&Run ist, gibt es natürlich auch viele Sprung- und Klettereinlagen. Aber genau da liegt der Hase begraben, die Levels sind allesamt einer Ruine gleich und so spielt es sich auch. Hier mal hochspringen, hier mal klettern und dann wieder da rüber springen. Hört sich alles sehr spannend an, doch die Ausführung ist leider sehr mies. Wenn man bei gewissen Sequenzen nicht genau auf die Millisekunde den richtigen Button drückt, so stürzt man ab und darf alles von vorne anfangen. Genau so gibt es ein Problem, wenn man gerade an einem Vorsprung hängt und einen Gegner vor sich hat. Dieser schießt logischerweise auf einen und der Charakter stürzt dann ebenso ab. Klar ist das realistisch, aber ich will ein Videospiel spielen und nicht permanent gefrustet sein von einem Spiel.
Und schon kommt der nächste negative Punkt. Ein Hauptcharakter der durch Wände sehen kann, aber sich nicht in Deckung bringen kann, ist ja mal voll Banane, oder? Derjenige der sich Held schimpft, kann lediglich in die Knie gehen und somit einer Kugel von Hunderten ausweichen. Ergo kann man dieses sinnlose Feature gleich sein lassen. Heutzutage muss man doch ein Deckungssystem bzw. eine Möglichkeit einbauen, sonst geht das doch wohl gar nicht, oder?
Wenn es aber nur das wäre, dann könnte man drüber hinweg sehen. Aber nein das ist nicht alles, das Schlimmste ist das Zielsystem. Mit den normalen Waffen ist alles in Ordnung, aber wehe man nimmt das Scharfschützengewehr! Klar kann man es nehmen, aber die Chance damit einen Gegner zu töten ist sehr gering, da ist es am besten, ihr schmeißt dem Kontrahenten das Gewehr an den Kopf, da wird er schneller sterben, als wenn ihr drauf ballert. Warum das so ist? Wenn man versucht einen Headshot zu machen, dann kann ich diese Prozedur ein paar Mal wiederholen, bis das Spiel endlich den Schuss zur Kenntnis nimmt und der Gegner umfällt! Sowas ist unterste Programmierung und darf nicht passieren, der Spielspaß leidet hier sowas von!

Die Grafik ist generell gut gelungen, aber die ewig dunklen Texturen nerven auf Dauer total. Auch wenn alles absichtlich in einem Grauton gehalten wurde, so zeigen viele andere Spiele, dass es durchaus anders und besser geht. Ebenso ungut sind die Texturen, die des Öfteren unschön und unscharf sind. Auch hier haben die Programmierer eine schlampige Arbeit geleistet. Die Vorabvideos und Bilder waren definitiv besser als das gesamte Werk. Der Sound ist in Ordnung, allerdings auch nicht das Gelbe vom Ei. Die Effekte sind okay, die Sprecher langweilten sich anscheinend bei der Aufnahme. Entweder stimmte hier die Gage nicht oder es waren einfach nur unprofessionelle Menschen am Werk. Die Lieblosigkeit bemerkt sogar ein Kleinkind, sehr schade.
Das gute kommt zum Schluss. Wenn man sich dieses Spiel nicht alleine antun möchte, so kann man einen menschlichen Mitspieler mit reinziehen. Egal ob nun vor einem Fernseher oder im World Wide Web, man kann die komplette Kampagne online zusammen meistern. Ebenso kann man spezielle Missionen bis zu acht Spieler per Internet spielen. Jedoch reisst dieses Feature leider das Spiel nicht raus.
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