Dante´s Inferno

Dante´s Inferno

Publisher: Electronic Arts
Genre: Action
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 04.02.2010
USK 18

Dante´s Inferno   07.02.2010 von Panikmike

Kennt jemand von euch Dead Space? Dann kennt ihr auch die Machart und Gedanken der Programmierer von Visceral Games, die für das Weltraumspiel verantwortlich sind. Ihr neuestes Werk führt uns in die Hölle und spielt sich wie „God of War“ auf der Playstation. Ob man es vergleichen kann, lest weiter…

Es ist eine klare Sache, Dante´s Inferno ist ein God of War Klon, allerdings ein unglaublich guter. Klar hat das Spiel auch eigene Ideen, doch man sieht hier die klare Grundstruktur von God of War. Dieser Fakt heißt ja an sich nichts schlechtes, denn lieber gut geklaut, als schlecht selbst gemacht, oder?

Also nun mal kurz zur Geschichte: Im 12. Jahrhundert gibt es die Kreuzzüge. Ritter des christlichen Glaubens morden für die Kirche, einer davon ist Dante. Doch dieser wird in der Hafenstadt Akos heimtückisch von hinten erdolcht. Doch er hat noch eine Chance, denn er muss gegen den Tod himself kämpfen. So besiegt Dante den Tod und klaut ihm seine Sense. Doch die Hölle lässt sich das nicht bieten und nimmt sich der Seele seiner Geliebten Beatrice an. Dante möchte sie aber nicht verlieren und begibt sich somit auf eine abenteuerliche Reise in die Hölle, um ihr zu helfen. Die Hölle besteht aus neun Kreisen, alle orientieren sich an den sieben Todsünden (Wollust, Hochmut, Völlerei, etc.). Je tiefer Dante in die Hölle kommt, umso kranker wird das Spiel. Schon am Anfang merkt man, wie extrem anders das Spiel ist. Die Gegner sind keine normalen Untoten oder etwas in dieser Form, nein bei Dante´s Inferno geht es schon ein wenig anders ab. So begegnet man im Laufe des Spiels Kreaturen wie kleinen Babys, die anstatt Arme, Klingen haben oder ein dickes, fettes Monster, das uns auffrisst, wenn wir nicht aufpassen. Ach ja nebenbei kann er kotzen und das sieht nicht gerade appetitlich aus, das sage ich euch. Tipp am Rande: Nicht nebenbei essen!

Alles klingt sehr krank und das ist es auch. Ich weiß nicht, was die Entwickler immer gefrühstückt haben, aber anscheinend war es schon verdorben. Anders kann ich mir es nicht erklären, wie so ein Spiel zustande kommt. Ich meine, dass alles allerdings nicht negativ - ganz im Gegenteil, Dante´s Inferno ist einfach krass, anders und ekelhaft, aber doch irgendwie wieder interessant. Aber nicht nur die Gegner wurden so gestaltet, nein auch die Endbosse und generell die ganzen Levels. Spätestens wenn man von einer ca. 50mal größeren Frau angegriffen wird, bei der aus den Brüsten kleine Babys (wie oben beschrieben) heraus krabbeln, so wird man meine These nachvollziehen können. Da wir uns ja in der Hölle befinden, so gibt es natürlich keine Argumente wie: "Ihhh ist das unrealistisch!" oder "Das sieht ja gar nicht echt aus!" Natürlich hatten die Entwickler es somit sehr einfach, was daraus zu machen, ohne dass jemand meckern kann.

Das Leveldesign ist wie schon gesagt, genauso dem ganzen Spektakel angepasst. So muss man immer tiefer in die Hölle vordringen und passiert so die merkwürdigsten Hallen und Orte. Das ist ein Hoch und Runter der Gefühle und auch der Spielfigur, denn man klettert, springt und fühlt sich ein bisschen wie der Prinz von Persien. Je weiter man kommt, umso öfters wird man staunen. Die Grafik wird immer besser, jedoch haben sich hier die Programmierer auch einen Schnitzer erlaubt. Dass vorletzte Level besteht aus immer derselben Arena und man muss jeweils eine Herausforderung absolvieren um weiterzukommen. Was bei Bayonetta eine Nebenquest war, die man nicht schaffen musste um voranzukommen, so ist es bei Dante eine Pflicht, wenn ich die Endsequenz irgendwann betrachten möchte. Ganze zehn Stück gibt es davon und schon nach der dritten nervt es. Nicht nur weil man prinzipiell immer das Gleiche machen muss, sondern eher weil es auch in Sachen Grafik und Leveldesign dasselbe ist. Wie konnte man nur das gesamte Spiel unglaublich gut designen und macht dann so einen Blödsinn? Der letzte Level reißt das Spiel allerdings wieder in die richtige Bahn und beim Endgegner kommt dann wieder das oben genannte „Ahhhhhhhh“ und „Ohhhhh“.

Doch nun mal zum eigentlichen Spiel. Was muss ich machen, bzw. was kann ich überhaupt tun? Man läuft mit Dante durch die Gegend, verkloppt Gegner und muss immer versuchen weiterzukommen. Wie schon kurz angesprochen, hangelt man sich an Seilen nach oben, klettert über Felsvorsprünge, springt durch die Gegend, und so weiter. Nach dem Kampf mit dem Tod, der nach ein paar Minuten passiert, bekommt man seine Sichel. Diese Waffe begleitet uns bis zum Ende des Spiels. Doch man hat im Laufe der Zeit die Möglichkeit, seinen Charakter hochzuleveln. Wenn man einen Gegner vernichtet, so bekommt man seine Seele und kann diese wiederrum in Fähigkeiten von Dante eintauschen. Nebenbei gibt es zwei Wege, die man gehen kann. Den heiligen und den unheiligen. In beide Pfaden kann man höchstens Level sieben erreichen, bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg. Doch man muss dann auch dementsprechend heilig oder unheilig spielen um weiterzukommen. Wenn man einen Gegner packt, so bietet sich die Möglichkeit, ihn zu erlösen oder zu bestrafen. Bei größeren Gegnern ist es meistens beim finalen Todesstoß, den man dann mit einer Tastenkombination oder einer Bewegung einleiten muss. Bei jeder Bestrafung/Befreiung bekommt man dann heilige/unheilige Erfahrungspunkte. Der Charakter levelt automatiusch, die Seelen kann man sich selbst einteilen. In einer Art Baumstruktur sucht man sich dann immer seine neuen Fähigkeiten aus. So kann man nicht nur seine Fähigkeiten erweitern, sondern auch seine Lebens- und Manaleiste und noch mehr.

Mana? Ja auch zaubern kann man. Auch wenn es insgesamt nur ein paar Zaubersprüche gibt, so kann man diese in den späteren Leveln sehr gut gebrauchen. Man kann sich ein Rüstungsschild zaubern, das zu einem späteren Zeitpunkt sogar langsam heilen kann. Auch wenn es nicht viel Magie gibt, so unterscheiden sich alle Zauber voneinander. Nebenbei gibt es eine gesonderte Leiste, die sich bei den Kämpfen mit den Horden automatisch füllt. Aktiviert man diese, so ist man für kurze Zeit unverwundbar und kann um einiges schneller angreifen.

Doch das war nicht alles. Im Spiel findet man immer wieder in sich zusammengeschlungene Menschen, die erlöst werden wollen. Nun liegt es an euch, welchen Pfad ihr eingeschlagen habt und was ihr mit ihnen macht. Erneut ist die Frage: Erlösung oder Verdammung? Entscheidet man sich für die heilige Variante, so kommt kurz ein Minispiel, in dem man durch das richtige Drücken von den Tasten Bonusseelen sammeln kann. Ebenso gibt es in der gesamten Hölle einige Reliquien und Gegenstände, die ihr aufsammeln könnt. Aber erstmal müsst ihr sie finden, manche von ihnen sind sehr gut versteckt. Die Reliquien kann man ausrüsten und somit den Charakter ebenso verbessern. Weil das noch nicht genug ist, gibt es pro Gegenstand auch noch drei verschiedene Level. Hier bietet Dante´s Inferno Taktikern einen relativ großen Spielraum.

Wie oben schon erwähnt ist die Grafik meistens unglaublich geworden, in manchen Leveln fehlt mir der Pfiff. Jedoch ist das Gesamtwerk sehr gut gelungen. Ich überspringe im Kopf mal den vorletzten Level! Ebenso ist der Sound sehr gut, egal wo man ist, die Dolby Surround Anlage ist fast zu jederzeit genutzt. Man hört überall die gefangenen Seelen schreien, die Charaktere verbreiten alle eine düstere Stimmung und selbst Dante hört sich ganz gut an. Leider ist auch hier nicht alles perfekt, hin und wieder hab ich beim Hauptcharakter das Gefühl, er würde am liebsten ganz schnell raus hier. Würde ich natürlich auch, wenn ich in der Hölle gefangen wäre, jedoch sollte man schon aufpassen, dass der Synchronsprecher im gesamten Spiel bei der Sache ist. Sonst kann man diesbezüglich nicht meckern, ebenso auch nicht bei den vielen Zwischensequenzen, die aus einer Mischung aus Comic und Animationen bestehen.


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Nachdem ich Bayonetta gespielt und getestet habe, war ich gespannt was Dante´s Inferno zu bieten hat. Ich habe jedoch sehr schnell festgestellt, dass man beide Spiele nicht vergleichen kann. Beide Spiele sind sehr gut, jedoch fand ich Dante´s Inferno eindeutig besser. Der Schwierigkeitsgrad ist für den Gelegenheitsspieler sowie für den Profi bestens geeignet, man bekommt nach dem ersten Durchspielen noch Zugang zu einem härteren, der nicht so einfach zu absolvieren ist. Die Levelstruktur ist sehr abwechslungsreich und auch das Upgradesystem find ich super. Die Spielzeit von ca. 9 Stunden ist okay, der Wiederspielwert ist relativ hoch, da man den anderen Pfad einschlagen kann und beim Durchspielen auch zwei neue Modi freigespielt werden. Ich bin begeistert und freue mich schon erneut auf eine Runde Dante´s Inferno. Übrigens gibt es schon die ersten Download-Ankündigungen. Sehr gut EA!


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Krankes Gegner- und Leveldesign
  • Stimmungsvolle soundtechnische Atmosphäre
  • Sehr viel Action
  • Gute Bossfights
  • Schönes Upgradesystem
  • Reliquien und Sammelobjekte
  • Tolle Zwischensequenzen
  • Sehr faire Speicherpunkte
  • Kamera nicht drehbar
  • Vorletztes Level ist sehr nervig
  • Quicktimesequenzen immer gleich
  • Nur ein Minispiel
  • Zum Teil zu einfach





Kommentare[X]

[X] schließen