Dark Void

Dark Void

Publisher: Capcom
Genre: Action
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 22.01.2010
USK 16

Dark Void   11.02.2010 von Panikmike

Capcom ist bekannt für Highlight-Games wie „Resident Evil“, „Street Fighter“ oder „Lost Planet“. Man könnte fast meinen, wo Capcom draufsteht, ist immer ein Knaller drin! Jedoch täuscht diese Aussage, denn Dark Void kann mit den oben genannten Titeln nicht mithalten. Dennoch haben wir es unter die Lupe genommen, denn Spaß macht Dark Void trotzdem.

Fangen wir ganz von vorne an. Viele Firmen denken: Warum sollte man das Rad neu erfinden, wenn ein gewisses Spielprinzip greift. Generell ist diese Aussage richtig, doch man sollte immer wieder versuchen einen frischen Wind ins Genre bringen, denn der Fangemeinde wird schnell langweilig und dann werden die Spiele auch relativ schnell verbannt und vergessen. Capcom geht mit Dark Void einen neuen Schritt, der leider zu klein war, als dass dieses Spiel erneut ein Knaller werden konnte. Dark Void ist anders, Dark Void ist in irgendeiner Form neu, jedoch fehlt dem Spiel der Pfiff! Im Allgemeinen ist es ein Shooter, der wie bei „Lost Planet“ aus der 3rd Person Perspektive zu sehen ist. Im Klartext heißt das für den Spieler, er sieht auf der linken Seite immer den Helden.

Es spielt in einer Zeit, die man anfangs nicht genau definieren kann. Unser Hauptcharakter ist ein Mann namens Will, der mit seiner Begleitung Ava eine Bruchlandung hinlegt. Beide stürzen irgendwo im Bermuda-Dreieck ab und landen mehr oder weniger sanft auf einer Insel. Dort angekommen bemerken sie schnell, dass sie nicht alleine sind. Jedoch gibt es dort nicht nur Einheimische, sondern auch außerirdische Wesen. Diese versuchen die Inselbewohner zu vertreiben und leiten eine Invasion ein. Das können wir natürlich nicht zulassen und haben nun unsere Mission: Die Außerirdischen aufhalten.

Das hört sich generell alles schon mal gut und interessant an und auch die gezeigten Zwischensequenzen kommen bei mir sehr gut an, jedoch bemerke ich auch schnell ein Manko, welches sich wie ein roter Faden durchs gesamte Spiel zieht. Die Rede ist von der Steuerung, denn die ist nicht gerade einfach und läuft definitiv nicht rund. Da es der wichtigste Fakt in einem Spiel ist, kann selbst der Rest des Spiels das Gesamtwerk nicht von einer mittelmäßigen Wertung retten. Aber nicht nur das, es ist noch mehr faul an Capcoms neuesten Werk. Die Waffenauswahl hält sich in Grenzen, die Upgrademöglichkeiten sind fad und auch die Dauer vom Anfang bis zum Ende sind gerade mal sieben Stunden. Leider gibt es keine Onlinemöglichkeit, ergo wird man das Spiel danach auch nie wieder in die Konsole legen. Ein netter Fakt hingegen ist, nachdem man das Spiel durchgespielt hat, bekommt man einen erweiterten Radar, der einem die ganzen Specials im Spiel anzeigt. Doch reicht dass, um den Wiederspielwert zu erhöhen. Die Antwort ist ein klares: NEIN!

Die Aufgaben im Spiel variieren stark, hier kann man nicht meckern. Doch was ist das Neue an Dark Void, von dem ich am Anfang sprach? Ganz einfach, hier gibt es das erste Mal so richtig ein 3D-Feeling. Was ich damit meine? Ganz einfach, man muss nicht nur durch die Gegend laufen, wie bei einem normalen Shooter, sondern man kann auch in die Luft gehen. Ich meine aber damit nicht den Spieler hinter der Konsole, sondern unseren Helden. Mit einem Raketenrucksack kann man obere Ebenen erkunden, die Monster von oben abknallen oder einfach mal das gesamte Level vom Himmel aus ansehen. Nach ca. 1 Stunde Spielzeit bekommt man dieses nette Gimmick und schon kann man loslegen. Drückt man auf „Y“ startet Will in die Lüfte. Dadurch ergeben sich bei dem linearen Weg ganz andere Möglichkeiten. Dark Void macht in dieser Hinsicht alles richtig, jedoch rettet es das Spiel auch nicht.


Auch wenn die Missionen sehr abwechslungsreich sind, so fehlt mir der Pfiff. Man wird meistens von der einen Aufgabe zur anderen gelotst, der Spieler hat hier keine Zeit zum Atmen. Er kann sich zwar jederzeit umschauen und die Bonusobjekte suchen, jedoch wurde dies nicht wirklich gekonnt in die Geschichte eingebaut. Schaut man auf die Grafik, so haben die Entwickler von Air Tight Games schon vieles richtig gemacht. Die Farben sind prächtig, die Texturen meistens sehr schön und auch die Fernsicht kann sich absolut sehen lassen. Doch alles wirkt mir zu steril und alleine die paar Gegner die in Dark Void zu sehen sind, schrecken mich ab. Es gibt kaum Variationen der Aliens, alles sieht gleich aus und man sieht sich sehr schnell satt. Die Musik kann hingegen voll überzeugen, man fühlt sich wie in einem Hollywood-Streifen. Hier muss ich sagen: Hut ab! Leider gibt es die Sprachausgabe nur in Englisch mit deutschen Untertiteln, man hat das Gefühl Capcom hatte zu wenig Zeit für eine deutsche Lokalisation. Sehr schade! Auch die Soundeffekte sind ein wenig lahm, hier habe ich mir mehr erwartet. Diese gehen manchmal unter und auch die Surround-Anlage wird mir zu wenig beansprucht.

Hat man erst mal die extrem langweilige Kennenlern-Phase überwunden und bekommt seinen Raketenrucksack, dann gewinnt das Spiel auch an Fahrt. Hat man sich dann eingelebt und freut sich trotz der misslungenen Steuerung auf das nächste Level, so ist das Spiel schon wieder vorbei. Schade Capcom, hier wurde Potential verschenkt, denn Dark Void hätte ein Hit werden können. Unverständlich ist es auch, warum kein Mehrspielermodus spendiert wurde. Allein ein reales 3D Gefecht mit mehreren Spielern wäre mal was Neues gewesen und hätte sicherlich eine große Fangemeinde gewonnen. Falls Teil 2 geplant ist, so müssen viele Dinge verbessert werden, sonst wird es ebenso ein Mittelmaß!


Das Fazit von: Panikmike

Panikmike

Seit der GamesCom in Köln hab´ ich mich auf das Spiel gefreut. Als ich dann die erste Stunde hinter mir hatte, dachte ich nicht, dass es mir irgendwann nochmal Spaß machen würde. Doch wie oben beschrieben gewinnt es dann an Fahrt und macht auch tatsächlich Laune. Leider gibt es viele Kleinigkeiten, die das Spiel nach unten ziehen. Die Steuerung, die Detailarmut bei vielen Szenen, die wenigen Waffensysteme und und und… Man könnte hier mehr aufzählen, aber das ist es nicht wert. Möchte man einen Shooter, der was anderes ist und kann all diese Mankos verzeihen, der sollte zugreifen. Alle anderen sollten warten, bis das Spiel mal zum Dumpingpreis erhältlich ist. Sorry Capcom, aber das war nichts!


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positiv negativ
  • Unglaublich stimmige Musik
  • Schöne Effekte (Sandstürme, Wasser uvm.)
  • Schöne Zwischensequenzen
  • Einige Höhepunkte
  • Spannende Luftkämpfe
  • Gutes Deckungssystem...
  • Die Steuerung ist ein Murks
  • Keine deutsche Sprachausgabe (nur Untertitel)
  • Nur 7 Stunden Spielzeit
  • Braucht lange um in Fahrt zu kommen
  • Zu wenig Waffen
  • … welches manchmal hakt
  • Upgrade-System lächerlich





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